SKN oder Klagenfurt: Wer gewinnt Nervenschlacht?

SKN oder Klagenfurt: Wer gewinnt Nervenschlacht? Foto: © GEPA
 

Wer setzt sich in dieser Nervenschlacht durch?

Ein Team mit wenig Selbstvertrauen aus der höchsten Spielklasse trifft auf einen Kontrahenten voller Euphorie, der sich jedoch in dieser Saison "nur" in der Zweitklassigkeit behaupten musste.

Dass eine Relegation um das finale Bundesliga-Ticket gespielt wird, ist selten. Der SKN St.Pölten und Austria Klagenfurt stellen sich zum Ausklang dieser Saison diesem spannenden Kräftemessen - das Hinspiel steigt am Mittwoch (18 Uhr im LIVE-Ticker) in Klagenfurt.

Wie viel mit der Liga-Zugehörigkeit auf dem Spiel steht, muss vermutlich nicht extra erwähnt werden. Der Druck auf beide Teams ist jedenfalls riesig. Dies sind die Brennpunkte vor dem Hinspiel:

DIE AUSGANGSPOSITION:

Für den SKN geht es darum, den bisherigen fünf Jahren Bundesliga weitere folgen zu lassen. Für die Klagenfurter Austria geht es darum, die Kärntner Landeshauptstadt wieder im rot-weiß-roten Oberhaus zu etablieren.

Nach der Saison 2009/10 verabschiedete sich das Konstrukt SK Austria Kärnten aus der Bundesliga. Das Stadion am Wörthersee wartet also bereits seit elf Jahren auf regelmäßigen Bundesliga-Fußball. Mit Austria Klagenfurt würde zudem eine Traditionsmarke zurückkehren.

In ihrer jetzigen Vereins-Konstellation verfügen Austria Klagenfurt und der SKN St. Pölten über keine allzu intensive gemeinsame Vergangenheit. 2015/16 feierte der SKN am Weg zum Bundesliga-Aufstieg drei Siege gegen die Kärntner, zudem gab es ein Unentschieden. Das bis dato letzte Duell entschied im Juli 2017 allerdings die Austria für sich. Im ÖFB-Cup gelang in der 1. Runde ein 2:1-Heimsieg.

"Notwendig" wurde dieses aufeinandertreffen erst durch den Umstand, dass Klagenfurt in der 2. Liga als bestplatziertes Team mit Bundesliga-Lizenz Dritter wurde und nicht in den Top-2 landete. Dies öffnet dem auf sportlichen Weg eigentlich abgestiegenen SKN ein Hintertürchen.

DIE TRAINER:

Scheitert Klagenfurt wieder an Gerald Baumgartner? In der Vorsaison mussten sich die Kärntner im Aufstiegs-Krimi in der 2. Liga der SV Ried, damals noch von Baumgartner trainiert, geschlagen geben. Diesmal soll der 56-Jährige in die Rolle des Retters der Niederösterreicher schlüpfen.

Im Prinzip war schnell klar, dass die Hauptaufgabe des Salzburgers sein würde, diese beiden Relegations-Spiele erfolgreich zu gestalten. Um das Ruder in der Qualifikations-Gruppe rumzureißen, kam sein Engagement wohl zu spät. In vier Spielen setzte es bei einem Remis drei Niederlagen.

Ein Vorteil Baumgartners ist, dass er das Umfeld in St. Pölten gut kannte und sich somit nicht lange einarbeiten musste. Schon in der Saison 2013/14 betreute er die Niederösterreicher und führte den damaligen Zweitligisten bis ins ÖFB-Cup-Finale, ehe er zur Wiener Austria wechselte.

Pacults Bundesliga-Rückkehr nach zehn Jahren?
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Dafür, dass es ein Duell zweier alter Hasen im Trainer-Geschäft wird, sorgt Peter Pacult. Auch für den 61-Jährigen bedeutet das Engagement in Klagenfurt im weitesten Sinn eine Rückkehr an alte Wirkungsstätte. Von Frühjahr 2004 bis Sommer 2005 betreute er den FC Kärnten.

In der Winterpause der laufenden Saison war es durchaus ein Paukenschlag, dass die Kärntner Robert Micheu durch den letzten Meistermacher von Rapid (2008) ersetzten. Letztlich gibt der Erfolg den Austria-Machern recht.

Acht der neun letzten Liga-Spiele wurden gewonnen, einzig das vermeintliche "Finale" beim FC Wacker verlor man Ende April 0:2. Da die Innsbrucker am letzten Spieltag patzten, bekommt Pacult die Chance auf die Bundesliga-Rückkehr.

Letztmals coachte er am 9. April 2011 bei der 0:1-Heim-Pleite von Rapid gegen Sturm Graz in der höchsten Spielklasse Österreichs.

DIE STIMMEN VOR DEM SPIEL:

Während Klagenfurt erst am Sonntag vom Glück erfuhr, diese Chance wahrnehmen zu dürfen, weiß man in St. Pölten schon länger Bescheid.

Baumgartner sieht darin ein großes Plus für den SKN: "Für uns ist es ein Vorteil, dass wir uns bereits sehr früh auf diese Partie vorbereiten konnten. Wir konnten uns im Trainingslager ideal auf das Spiel einstellen und sind bereit für die beiden entscheidenden Schritte zum Klassenerhalt. Unser Ziel ist es, uns eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am Samstag zu schaffen."

"Ich glaube, dass wir einen kleinen Vorteil haben, weil es schon auf der Zielgeraden der 2. Liga alles Endspiele für uns waren und wir diesem Druck standgehalten haben."

Markus Pink

Die Austria wiederum nimmt jede Menge Euphorie mit in dieses Duell.

"Es wird ein richtig geiles Match, wir sind motiviert bis unter die Haarspitzen und freuen uns, dass auch unsere Fans endlich wieder im Stadion dabei sein dürfen. Sie werden ebenso heiß darauf sein wie wir und ich hoffe, dass die vorhandene Kapazität an Tickets voll ausgeschöpft wird, damit wir die 100-prozentige Unterstützung bekommen", erklärt Fabian Miesenböck.

Torjäger Markus Pink verspricht: "Es fühlt sich richtig geil an, dass wir uns am Ende einer turbulenten Saison diese Chance erarbeitet haben. Wir werden noch einmal alles raushauen, und ich glaube, dass wir einen kleinen Vorteil haben, weil es schon auf der Zielgeraden der 2. Liga alles Endspiele für uns waren und wir diesem Druck standgehalten haben."

DAS PUBLIKUM:

Erfreulich ist, dass wie schon am vergangenen Wochenende Publikum bei beiden Spielen mit von der Partie sein darf, wenngleich die neue Normalität intensive 3-G-Kontrollen im Vorfeld vorsieht.

Worauf es für interessierte Stadionbesucher in Klagenfurt ankommt, erfährt ihr hier: Fans in Klagenfurt.

In St. Pölten benötigt es beim Rückspiel die Registrierung bei der SKN Trace App. Alle Infos für das Rückspiel: Fans in St. Pölten.

Klagenfurts Geschäftsführer Harald Gärtner meint: "Es ist uns bewusst, dass die Auflagen sehr streng sind. Aber wir freuen uns dennoch sehr, endlich wieder unsere Fans begrüßen zu dürfen. Trainerteam und Mannschaft haben hart dafür gearbeitet, die Relegation zur Bundesliga bestreiten zu dürfen. Nun hoffen wir darauf, dass so viele Fans wie möglich live dabei sind, um die Burschen zu unterstützen. Gemeinsam haben wir die Gelegenheit, uns einen großen Traum zu erfüllen."

DIE RELEGATIONS-VERGANGENHEIT:

Der SKN hat übrigens bereits Erfahrung in der selten ausgetragenen Relegation zwischen Bundesligist und Vertreter der 2. Liga. Am Ende der Saison 2017/18 kam es zum NÖ-Derby gegen den SC Wiener Neustadt um ein Ticket in der höchsten Spielklasse. Dies war gleichzeitig das Trainer-Duell zwischen Didi Kühbauer (SKN) und Roman Mählich (Wiener Neustadt).

Didi Kühbauer hatte bei der Relegation 2018 erhöhten Puls-Schlag
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Kühbauer führte die "Wölfe" damals zum Klassenerhalt. Auswärts gelang dank Treffern von Kwang-ryong Pak und Eldis Bajrami ein 2:0-Auswärtssieg. Im Rückspiel reichte St. Pölten ein 1:1, bei dem David Atanga für die Führung der Hausherren sorgte. Hamdi Salihis Ausgleich für Wiener Neustadt kam in Minute 75 zu spät.

Nach dem Schlusspfiff waren Kühbauer die Strapazen anzuhören: "Natürlich sind wir alle sehr happy jetzt, dass wir den Klassenerhalt geschafft haben. Nach dem 1:0, einem Genieblitz von David Atanga, hätten wir ruhiger spielen müssen. In den letzten 20 Minuten haben wir alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Der Puls ist bei uns Trainern und den Ersatzspielern in dieser Phase auf 270, 280 geklettert. Die Neustädter haben dann alles riskiert, mehr als noch vor der Pause, viel mit langen Bällen operiert, während wir offensichtlich dem Stress Tribut zollen mussten. Gott sei Dank haben wir einen Toptorhüter, einen der besten in Österreich."

Besagter Torhüter, Christoph Riegler, steht dem SKN diesmal aufgrund seiner Schulterblessur nicht zur Verfügung.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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