Schaub-Ansage an RB Salzburg: Wer zuletzt lacht

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Die Enttäuschung war dem SK Rapid nach der 2:3-Heimniederlage gegen RB Salzburg ins Gesicht geschrieben.

Wieder einmal mussten sich die Grün-Weißen dem Liga-Krösus geschlagen geben, wieder einmal waren die Hütteldorfer nicht komplett chancenlos, doch wieder einmal zeigten Kleinigkeiten, warum die Mozartstädter auch weiterhin einen Level über Rapid zu stellen sind.

Auch wenn die Djuricin-Truppe nach zwölf Pflichtspielen ohne Niederlage dachte, diesmal schon näher am Widersacher dran zu sein.

Schwab: "Und jedes Mal verlieren wir die Schnittpartie"

"Es ist halt bitter gegen Salzburg zu verlieren. Die letzte Saison nicht, aber die zwei davor waren wir immer bis auf vier, fünf, sechs Punkte dran. Dann kommen sie zu uns, wir haben die Chance ganz aufzuschließen und jedes Mal verlieren wir die Schnittpartie, das 6-Punkte-Spiel. Das tut natürlich sehr weh", schildert Kapitän Stefan Schwab LAOLA1, wie tief der Stachel wirklich sitzt.

Es war eine Standortbestimmung mit negativem Ausgang aus grün-weißer Sicht. Ein Sieg gegen den Serienmeister hätte Rapids Erfolgslauf den Stempel aufgedrückt, das Eingreifen in den Titelkampf eine neue Euphorie im Klub und im Umfeld entfachen können.

Doch am Ende könnte Gary Linekers Kultsatz umgemünzt werden: "Am Ende siegt immer Salzburg." Dabei hatten die Spieler tatsächlich den Eindruck, dass man sich diesmal in so guter Form befindet, um erstmals nach neun Spielen den großen Favoriten wieder zu besiegen.

"Ja, sicher. Man hat auch gesehen, dass wir über 90 Minuten die bessere Mannschaft waren. Wir hatten mehr Torschüsse (Anm.: 16:11), mehr Ballbesitz (59:41), Salzburg hat uns zwei Mal eiskalt ausgekontert. Deshalb sind wir der unglückliche aber nicht der verdiente Verlierer", meinte Schwab.

Kein Klassenunterschied, aber entscheidende Kleinigkeiten

Louis Schaub sah es ähnlich und schickte eine Kampfansage an Salzburg: "Ich will jetzt nicht sagen, dass man einen Klassenunterschied gesehen hat auf dem Platz. Wir waren schon da, haben auch geführt und unsere Chancen gehabt. Es war schon ein Spiel auf Augenhöhe. Man sieht, dass wir nicht weit von Salzburg entfernt sind. Aber sie hatten heute das nötige Glück und gewonnen. Aber es gibt noch zwei Spiele, da werden wir sehen, wer am Ende lacht."

Gleichzeitig weiß der unter der Woche von einer Krankheit geschwächte Mittelfeldspieler, woran es schließlich gehapert hat. "Die fünf Minuten haben den Ausschlag gegeben, das war mental für sie überragend", wusste Schaub, dass Rapid die Partie mit dem 1:1-Ausgleich in der Nachspielzeit der ersten Hälfte sowie in den verschlafenen Anfangsminuten nach dem Seitenwechsel, die zum 1:3 führten, hergeschenkt hatte.

Es sind genau jene Situationen, in denen die Salzburger kaltschnäuziger agierten, jeden Fehler bitterböse bestraften und somit im Endeffekt zurecht als Sieger vom Platz gingen.

Obwohl Rapid-Trainer Goran Djuricin stolz auf die Leistung war, war auch ihm bewusst, was den Unterschied ausgemacht hatte: "Wir haben sechs, sieben Minuten nicht aufgepasst. Wir haben heute gegen Red Bull gespielt. Die haben so eine Qualität, die nützen solche Kleinigkeiten aus."

Salzburgs Berisha: "Die zwei besten Mannschaften der Liga"

Vom Lob des Gegners können sich die Wiener nichts kaufen. Valon Berisha, Bruder von Rapids an der Hüfte verletztem Veton Berisha, hielt nämlich fest: "Ich glaube, es sind die zwei besten Mannschaften der Liga aufeinandergetroffen."

Doch auch er wusste, warum Salzburg trotz Doppelbelastung über Rapid steht. "Wir müssen von Spiel zu Spiel zu hundert Prozent da sein, diesen Druck haben wir. Wir können damit eigentlich ganz gut umgehen. Deshalb sind wir zur Zeit die beste Mannschaft in Österreich."

Auch weil die individuelle Qualität im Team von Marco Rose den Ausschlag gibt. Ausgerechnet im Spitzenspiel rotierte er drei neue Spieler in die Startelf, setzte mit Munas Dabbur den Führenden der Torschützenliste auf die Bank, stellte davor auf eine nicht trainierte Fünferkette um und profitierte von entscheidenden Einzelaktionen wie jenen von Reinhold Yabo oder Andreas Ulmer bei deren Treffern.

Deshalb ist die erneut aufklaffende Lücke zu RB Salzburg für Rapid-Trainer Djuricin kein Geheimnis: "Das ist ziemlich einfach zu erklären. Wenn ich Dabbur und Gulbrandsen auf die Bank setzen kann, die in jeder österreichischen Top-Mannschaft die Top-Spieler wären, brauche ich nicht mehr dazu zu sagen."

"Wir sind viel weiter und auf einem höheren Level"

Es herrscht Einsicht im grün-weißen Lager. Trotzdem soll die Niederlage gegen Salzburg nicht dazu führen, alles Erarbeitete der vergangene Wochen über den Haufen zu werfen.

"Wir waren in vielen Phasen gut, haben nicht nur dagegengehalten, sondern agiert. Die Entwicklung geht weiter, auch wenn wir für den hohen Aufwand nicht belohnt und für jede Kleinigkeit bestraft wurden. Aber die Leistung war top", analysierte Djuricin.

Auch Richard Strebinger versuchte die Entwicklung der Mannschaft einzuordnen: "Wir sind viel weiter und auf einem höheren Level! Wir hatten zuletzt auch das Quäntchen Glück, vielleicht hat das diesmal gefehlt. Aber wir sind sicher weiter als letztes Jahr oder vor zwei, drei Monaten, das werden wir die nächsten Wochen zeigen. Nur weil wir ein Spiel verloren haben, werden wir nicht die Köpfe in den Sand stecken. Wir haben eine Super-Serie hinter uns, jetzt werden wir alles geben, um eine neue Serie zu starten."

Die nächste Gelegenheit bietet sich schon am Mittwoch im Heimspiel gegen den SCR Altach. "Serie hin oder her. Ich glaube, wir sind gefestigt genug, dass wir am Mittwoch wieder ein gutes Spiel zeigen und punkten", gibt Schwab die Marschroute vor.

Damit, dass Rapid erstmals nach zehn Liga-Spielen den Platz wieder als Verlierer verlassen musste und RB Salzburg acht Punkte davon gezogen ist, will man sich nicht länger aufhalten.



Textquelle: © LAOLA1.at

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