NEWS

Rapids neuer Anspruch: "Nicht einfach mit irgendeiner Leistung"

Die Hütteldorfer lachen von der Tabellenspitze, Trainer Johannes Hoff Thorup bleibt erfolgshungrig. Es geht nicht nur um die Ergebnisse:

Rapids neuer Anspruch: "Nicht einfach mit irgendeiner Leistung" Foto: © GEPA

Die Freude beim SK Rapid ist groß nach dem Derbysieg, ekstatisch wird nach dem 2:0 gegen die Wiener Austria aber trotzdem keiner.

Derbysieger Rapid: "Eines unserer schlechteren Spiele" >>>

Zum einen mag das an der neu gelebten Ruhe im sonst so turbulenten Hütteldorf liegen, zum anderen aber auch am Spiel an sich. Der Tabellenführer holt im elften Bundesliga-Match den zehnten Sieg, führt somit die Tabelle weiter an - doch auch die Austria hatte ihre Aktien im Spiel.

Besonders von der 20. Minute bis zur Pause präsentierten sich die Favoritner besser. Rapid kam eigentlich ganz gut hinein, hatte zwei gute Chancen.

Warum tat sich Rapid schwer?

Cheftrainer Johannes Hoff Thorup zeigt auf der Pressekonferenz nach dem 351. Wiener Derby den Hauptgrund dafür auf: "Unsere Lösung besteht fast immer darin, gut mit dem Ball zu sein. Und da waren wir nach dem Start nicht gut genug."

Was er damit genau meint? Seine Elf wäre zu früh bzw. leichtfertig ein zu hohes Risiko eingegangen. "Wir haben den Ball nicht gut genug gehalten, wenn es darauf ankam."

So kam Rapid kaum zu Entlastungen. "Und dann mussten wir einfach zu viel verteidigen", so der Däne: "Ich bin froh, dass sich daraus keine großen Chancen für den Gegner ergeben haben. Aber all diese Flanken können immer zu etwas führen. Vor allem unsere Innenverteidiger haben ihre Sache gut gemacht."

Häufiger zu Null als nicht

So beendete die Austria die Partie trotz teilweise mehr Spielanteilen mit 1,07 expected Goals, während der Wert der Grün-Weißen bei 2,47 lag.

test
Foto: ©GEPA

Stammgoalie Niklas Hedl trägt zum sechsten Mal in dieser Bundesliga-Saison die weiße Weste. In den ersten elf Runden spielte kein anderes Team so häufig zu Null.

"Wir arbeiten tagtäglich daran - mit Luka Pavlovic (Co-Trainer, Anm.) machen wir gemeinsam als Abwehrreihe sehr viel", erzählt Jannes Horn.

Kritik erlaubt

Nach elf Runden steht Rapid also an der Tabellenspitze, hat eben das Derby gewonnen, stellt die zweitbeste Defensive und beste Offensive der Bundesliga.

Hoff Thorup freut sich über eine andere Sache aber mehr: "Dass es uns gelungen ist, ein Spiel zu entwickeln, wo jeder beim Zusehen Erwartungen hat - die Journalisten, die Fans und alle Zuschauer", meint der Rapid-Trainer.

Deshalb dürfe es laut dem Dänen trotz guter Ergebnisse zu "etwas kritischeren Kommentaren" über die Leistung kommen. "Denn das war nicht zu 100 Prozent das, was die Leute erwartet hatten", ergänzt er und sieht diese Entwicklung als positiv, denn dieser neue Anspruch entsteht aufgrund der Entwicklung der Rapid-Mannschaft. Dabei seien die Erwartungen, die das Team intern an sich hat, noch größer.

"Deshalb sage ich, dass ich mich im Namen dieser Gruppe freue, denn genau das sehe ich jeden Tag: Dass sich niemand zurücklehnt und sich nicht einfach mit irgendeiner Leistung zufriedengibt. Wir wollen immer besser werden", so Hoff Thorup.

"Wahrscheinlich ein bisschen besser und mehr, als ich erwartet habe."

Johannes Hoff Thorup über die Entwicklung von Rapid

Immer besser werden - das erwartet wohl jeder Fußballtrainer von seiner Mannschaft, auch Hoff Thorup.

Wie groß der Leistungsanstieg von der letzten Saison zu dieser war bzw. ist, konnte aber auch er nicht absehen: "Wenn ich mir die Arbeit anschaue, die wir geleistet haben, ist das Ergebnis wahrscheinlich ein bisschen besser und mehr, als ich erwartet habe."

So werde der 37-Jährige aber auch dann denken, wenn Rapid ein Spiel verliert. Hoff Thorup sagt stolz: "Das Ergebnis sind zwar die 90 Minuten Sonntag, das spiegelt aber nicht die ganze Anstrengung und harte Arbeit während der Woche wider. Und es ist diese Woche, die mich stolz auf diese Mannschaft macht."

Kommentare