Rapid: "Wir konnten es schon nicht mehr hören"

 

Hätte der SK Rapid - wie in den vergangenen Jahren üblich - auch dieses Mal gegen RB Salzburg verloren, wäre mit ziemlicher Sicherheit wieder die alte Statistik ausgegraben worden.

Fünf Jahre ohne Heimsieg, seit vier Jahren überhaupt ohne vollen Erfolg - nach dem überraschenden 2:0-Heimsieg der Grün-Weißen gegen den Liga-Dominator war die Erleichterung sichtlich groß, dass man nicht mehr darauf eingehen musste.

"Ganz ehrlich: Wir haben das alles schon nicht mehr hören können. Fünf Jahre sind eine richtig lange Zeit, jetzt haben wir es endlich geschafft, Salzburg wieder zu besiegen", war Kapitän Stefan Schwab überglücklich.

Für den Saalfeldner war es ein Lebenszeichen - und eine Warnung zugleich, dass man die Hütteldorfer im Kampf um das obere Playoff noch auf dem Zettel haben muss.

Für viele Rapidler das erste Mal

Nur um die Tragweite dieser langen Durststrecke gegen die Mozartstädter deutlich zu machen, sei veranschaulicht, dass viele Kaderspieler zum ersten Mal gegen Salzburg jubeln durften.

Auch Richard Strebinger, der zumindest noch beim letzten Auswärtssieg im Kader stand, bei dem jedoch Jan Novota die Nummer 1 war.

"Super! Es war auch mein erster Sieg auf dem Platz gegen Salzburg – dem habe ich schon lange entgegengefiebert. Ich habe mir gedacht: Es kann doch nicht sein, dass ich immer nur unentschieden spiele oder gegen sie verliere. In unserer Situation war das ganz wichtig", freute sich der Schlussmann, der mit starken Paraden großen Anteil am Erfolg hatte.

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Trainer Didi Kühbauer wirkte sehr gefasst und schien sich mehr nach innen zu freuen. Er wollte den Spielern scheinbar nicht das Gefühl geben, dass der Sieg gegen Salzburg die Welt bedeutet.

"Man hat gesehen, dass Salzburg eine riesige Qualität hat. Deshalb freut es mich für meine Mannschaft noch mehr, weil keiner auf uns gesetzt hat", erklärt der Chefbetreuer. "Es war enorm wichtig, dass wir eine richtig gute Mannschaft schlagen konnten. Das sollte uns viel Kraft geben für die nächsten Spiele."

Etwas Besonderes war der volle Erfolg aber auch deshalb, weil man Salzburg die erste Saisonniederlage überhaupt zufügen konnte.

"Salzburg ist die Mannschaft im Moment, das Non-Plus-Ultra in Österreich. Sie haben jetzt in der Europa League wieder sensationell gespielt und jede Mannschaft versucht sie zu schlagen. Das ist noch keiner Mannschaft gelungen. Umso schöner, dass es jetzt uns, vor unseren Zuschauern gelungen ist", jubelte Schwab.

Alle am Leistungsniveau: "Dann sieht man, was möglich ist"

Die Hütteldorfer hielten gut dagegen, waren jedoch im Nachhinein so ehrlich, dass Salzburg bis zum Ausschluss von Andre Ramalho nach seiner "Vogel"-Geste gegenüber Schiedsrichter Robert Schörgenhofer die bessere Mannschaft war.



Mit mannschaftlich geschlossener Aggressivität hielt die Kühbauer-Truppe aber beherzt dagegen und ließ sogar gute Konterchancen liegen, um schon früher in Führung zu gehen.

"Wir waren sehr aggressiv in den Zweikämpfen, hätten aber vielleicht wieder ruhiger am Ball sein müssen – das hat an die erste Hälfte daheim gegen Inter erinnert. Nach der Roten Karte haben wir dann das Spiel auf unsere Seite bringen können", bestätigte Strebinger.

Abwehrchef Mario Sonnleitner gab zu: "Die Rote Karte hat uns natürlich geholfen. Aber wir haben mal alle annähernd am Leistungsniveau gespielt, dann sieht man, was möglich ist, wenn jeder einzelne fürs Team kämpft und an seiner Leistungsgrenze ist. Dann sind wir eine sehr gute Mannschaft."

Der "Eisbrecher" ebnete den Weg für Rapid

Der steirische Haudegen war es auch, der mit einem energischen Ballgewinn im Mittelkreis das 1:0 einleitete. Ein wichtiges Tor zu einem ganz wichtigen Zeitpunkt zu Beginn der zweiten Halbzeit.

"Vielleicht gehört das Tor zu einem ganz kleinen Teil auch mir. Ich habe den Ball erobert und Schwab die Chance gegeben, dass er ihn rausspielt. Aber Boli hat eine grandiose Flanke gemacht und Veton auch einen super Kopfball. Das war eine super Aktion!" strahlte Sonnleitner und ergänzte:

"Ich bin froh! Diesen Eisbrecher haben wir gebraucht. Danach war es ein bisschen leichter. So richtig gefährlich ist Salzburg, bis kurz vor Schluss, dann nicht mehr geworden. Das haben wir dann gut über die Bühne gebracht."

Mit dem 2:0 machte Rapid endgültig den Deckel drauf. Gegen zehn Salzburger war dann auch den größten Pessimisten klar, dass nichts mehr anbrennen kann.

"Emotions-Explosion" bei Schwab nach dem 2:0

Und dieser zweite Treffer war ebenfalls sehenswert herausgespielt. Berisha verlagerte das Spiel auf die linke Seite, Ivan dribbelte die Abwehr an und nahm Bolingoli mit. Dessen Hereingabe zur Mitte legte Knasmüllner überlegt ab - alles andere war Chefsache, "a captain's goal".

"Da waren natürlich viele Emotionen dabei! Aber nicht nur wegen mir persönlich. Mit dem 2:0 war der Weg dann geebnet für den Sieg. Wenn man dann nach fünf Jahren endlich wieder daheim gegen Salzburg gewinnt, bei so einer Stimmung und man dann vor der eigenen Kurve das 2:0 erzielt, dann sind damit einfach viele Emotionen verbunden", brüllte Schwab seine Erleichterung vor der vollgepackten Südtribüne heraus.

Mit dem Schlusspfiff brachen endgültig alle Dämme - aber wohl nur für wenige Stunden. Denn trotz aller Euphorie blieben alle Beteiligten sehr ruhig und am Boden. Denn der Sieg gegen Salzburg kann im Endeffekt weniger wert sein als einem lieb ist, wenn das Saisonziel oberes Playoff nicht erreicht wird.

Die besten Bilder der 19. Bundesliga-Runde:

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Rapid - Salzburg 2:0

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SV Mattersburg - SK Sturm Graz 1:1

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TSV Hartberg - SKN St. Pölten 1:1

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Admira - FC Wacker Innsbruck 3:0

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WAC - Altach 0:0

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LASK - Austria Wien 2:0

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Deshalb brachte es Kühbauer auf den Punkt: "Das war ein sehr wichtiger Sieg für uns. Wir haben gewusst, was auf dem Spiel steht. Wenn wir verloren hätten - jeder kann die Tabelle lesen -, wäre für uns der Kampf ums obere Playoff zu Ende gewesen."

"Es war sicher ein Lebenszeichen von uns"

In diesem Zusammenhang brachte Kapitän Schwab auch sein "Lebenszeichen" an. Es war ein Signal und gleichzeitig erst der Anfang von schweißtreibenden Wochen, um das für viele unmöglich Erscheinende noch möglich zu machen.

"Es war sicher ein Lebenszeichen von uns, dass man noch mit uns rechnen muss und dass sich die Gegner nicht auf den paar Punkten Vorsprung ausruhen können. Wir versuchen aus den drei Spielen noch das Punkte-Maximum mitzunehmen und dann schauen wir, was drin ist."

Alleine an diesem Spieltag ließen Konkurrenten aus. Austria verlor beim LASK, Sturm spielte nur 1:1 in Mattersburg und auch für Hartberg, den WAC und St. Pölten reichte es nicht zu Siegen. Rapid konnte aufholen, ist aber noch immer nur Achter mit vier Punkten Rückstand auf Rang sechs, den derzeit der FAK inne hat.

"Es war für uns alle sehr wichtig. Wir haben noch drei Endspiele und können nur unsere Dinge beeinflussen. Was die anderen machen, wissen wir nicht. Aber wir versuchen von hinten Druck auszuüben, vielleicht gehen sich dann die Top 6 noch aus", gibt Sonnleitner die Hoffnung nicht auf.

Und Teamkollege Schwab gab abschließend noch die Marschroute vor: "Wir hoffen natürlich, dass uns das jetzt einen Aufschwung gibt. Wir müssen trotzdem ganz am Boden bleiben. Wir haben nach fünf Jahren Salzburg wieder daheim geschlagen – das ist schön, aber nicht mehr. Wir müssen jetzt dran bleiben – genauso diszipliniert und mit der Leidenschaft, die wir diesmal auf den Platz gebracht haben. Dann können wir auch die drei Spiele gewinnen."




Textquelle: © LAOLA1.at

Rot nach "Vogel-Geste"! Ramalho wusste es nicht

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