Rapid-Sportchef Barisic gibt Versprechen ab

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Zoran Barisic ist in seiner neuen Funktion angekommen.

Der Rapid-Sportchef hat mit dem Transfer von Maximilian Ullmann das erste Ausrufezeichen gesetzt und präsentiert sich auch sonst bisher souverän.

Dazu gehört auch, dass er sich bei diversen Gerüchten nicht zu Namen äußert, so wie es sein Vorgänger Fredy Bickel im Nachhinein bereut hat.

Wichtig ist ihm jedoch, die Abstimmung mit Trainer Didi Kühbauer und die Rückkehr in ruhigere Fahrwasser ohne neuerliche Turbulenzen.

Dazu würde auch ein friktionsfreies Verhältnis zum harten Kern der Fans gehören. "Auch mit Drucksituationen, was Fans betrifft, muss man lernen umzugehen", erläutert Barisic. "Wir haben sie eh zur Genüge gehabt in der jüngsten Vergangenheit." Skeptiker werde man nur mit Leistung überzeugen können, das werde gelingen. "Wir werden eine Einheit bilden und sein", verspricht Barisic.

"Unsere Philosophien sind deckungsgleich"

Fast exakt drei Jahre nach seinem Abgang will der neue Sport-Geschäftsführer beim Rekordmeister die Offensive forcieren und will allgemein die Harmonie im Verein fördern. Will Rapid erfolgreich sein, wird viel von der Zusammenarbeit mit Trainer Dietmar Kühbauer abhängen. "Unsere Philosophien sind definitiv deckungsgleich", sagte Barisic.

Er habe sich einer "riesengroßen Herausforderung" gestellt, gestand der Wiener, der erstmals in führender Funktion im Klub-Management tätig ist. Barisic folgte auf Fredy Bickel und wurde am 17. Mai im Allianz Stadion als Nachfolger des Schweizers präsentiert. Seitdem analysierten die Rapid-Verantwortlichen, "was in der Vergangenheit möglicherweise schiefgelaufen oder nicht gut gelaufen ist". Details dazu werden nicht öffentlich kundgetan.

Genau so wenig, wie Barisic Namen von möglichen Neuzugängen oder Zeitpläne kommentieren will. "Wichtig ist, dass wir wissen, was wir tun. Wir versuchen, das so unspektakulär wie möglich zu machen", sagte er. Im Fall Maximilian Ullmann, den Barisic aus seinem Vertrag mit dem LASK herausboxte, hat man das schon einmal erfolgreich durchexerziert. Ein Stürmer soll noch folgen, um den angepeilten Top-3-Platz mit genug Offensivpower in Angriff nehmen zu können.

Davon ist Barisic ein Fan

Als Rapid-Trainer stand Barisic zumindest über weite Strecken für Dominanz auf dem Platz, wenngleich er widerspricht. "Ich werde zwar in Verbindung gebracht mit Ballbesitz-Fußball, aber das war bei uns nur ein kleiner Punkt unserer Gesamtphilosophie", erklärte der 49-Jährige der APA. Prinzipiell ist Barisic "ein Fan von Offensivfußball. Ich bin ein Fan davon, die Leute zu begeistern". Das soll idealerweise auch die Mannschaft verinnerlichen.

"Natürlich wollen wir offensiv agieren. Wir wollen angriffslustig sein. Wir wollen mit Herz, Wille und Leidenschaft spielen. Und wir wollen eine zweikampfstarke Mannschaft sein", zählte Barisic auf. In Sachen Spielphilosophie gebe es keine Diskrepanz zwischen seinen Vorstellungen und jenen von Kühbauer. "Der Didi will auch sehr offensiv spielen. Er will immer gewinnen, will auch immer den Ball haben." Der kleine Unterschied? "Er will schneller nach vorne spielen, will schneller vertikal spielen."

In den ersten knapp zwei Monaten sei die Zusammenarbeit mit Kühbauer "sehr gut" gewesen. "Ungeachtet dessen, dass wir Freunde sind, sind wir in erster Linie Profis. Wir wissen, um was es geht." Der Schmäh dürfte trotzdem noch immer rennen. Zu Rapid-Zeiten galten die beiden im Verbund mit Sergej Mandreko und Stefan Marasek in Anlehnung an die Lucky-Luke-Comics als "Daltons", die für jeden Spaß zu haben waren. "Ehrlicherweise ist es so, dass wir immer wieder zwischendurch über alte Zeiten reden", sagte Barisic. "Es ist eh alles zu ernst."

Strategie-Workshop und Co.: Barisic offen für neue Ideen

In seinem neuen Job will der Ex-ÖFB-Teamspieler auch Ideen von im Ausland erfolgreichen Clubs implementieren. "Ich bin lange genug dabei, um sagen zu können, welcher Verein über eine gewisse Dauer super Leistungen erbracht hat. Das waren immer die Vereine, wo es eine Kontinuität gegeben hat, eine Konstanz gegeben hat", betonte Barisic und verwies etwa auf die deutschen Clubs Bayern München, Borussia Dortmund und Mönchengladbach.

In der Vorwoche nahm er mit dem zweiten Geschäftsführer Christoph Peschek an einem Strategie-Workshop teil. In Wien zu Gast: Bernhard Heusler, Ex-Präsident des FC Basel, und Georg Heitz, ehemals dort Sportdirektor. Seit die beiden vor zwei Jahren abgetreten sind, war der langjährige Schweizer Dauer-Champion nicht mehr Meister. Wie der Austausch gefruchtet hat, wird man vielleicht in Zukunft sehen können. Die "riesengroße Herausforderung" von Barisic beginnt jetzt erst so richtig. Sein Vertrag läuft vorerst bis Sommer 2022.


Textquelle: © LAOLA1.at

Fix! LASK-Eigenbauspieler Maximilian Ullmann ist ein Rapidler

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