Rapids Mateo Barac: "Habe 2. Chance verdient"

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Der SK Rapid ist immer für Überraschungen gut!

Auch bei den Personalien gibt es oft Geschichten, die sich kaum einer erklären kann. Abgeschrieben und plötzlich wieder brandheiß - das trifft aktuell auf Innenverteidiger Mateo Barac zu.

Im Sommer 2016 hätte der bullige Kroate bei Ajax Amsterdam landen sollen, ungewöhnliche Herzwerte ließen die Niederländer beim Medizincheck jedoch einen Rückzieher machen, da der Klub nach dem tragischen Fall von Abdelhak Nouri kein Risiko eingehen wollten.

Fredy Bickel holte daraufhin Barac nach Wien, doch die vermeintliche Top-Verpflichtung fiel nach anfänglichen Einsätzen in ein Tief. Mit einer starken Reaktion nach katastrophalem Patzer beim Derby-Sieg und seinem ersten Rapid-Tor beim 5:0 gegen die Admira (Spielbericht>>>) meldet er sich nun eindrucksvoll zurück.

Im Gespräch mit LAOLA1 strahlt der 25-Jährige über beide Ohren: "Ich denke, ich habe eine zweite Chance verdient, wieder zu spielen. Nach diesen Spielen glaube ich, dass ich es verdiene."

Barac blickt zurück: "Das war der Beginn, der mich ruiniert hat"

Barac kam damals noch unter Goran Djuricin zu Rapid - und spielte anfangs meist in der Stammformation. Als bestes Spiel bezeichnet er jenes gegen die Glasgow Rangers in der Europa-League-Gruppenphase.

"Aber danach ging alles bergab", erinnert sich der einfache kroatische Teamspieler ungern zurück. "Ich habe dann zehn Tage nicht trainiert, kam dann zurück gegen Villarreal und das war "scheiße". Und dann war alles kaputt! Das war der Beginn, der mich ruiniert hat."

Vom Stammverteidiger rutschte er zum Ersatz ab, nach dem Trainerwechsel auf Didi Kühbauer stand er längere Zeit meist gar nicht mehr im Kader. Ein Abschied wurde ihm nahegelegt, keine zufriedenstellende Zukunft bei Rapid wurde ihm bescheinigt - trotz eines Vertrags bis 2021.

Im Sommer stand Barac vor der Entscheidung: Durchbeißen bei Rapid oder das Kapitel frühzeitig abhaken. Der Defensivspieler entschied sich für einen Verbleib: "Natürlich war es eine harte Entscheidung für mich. Man weiß nicht, ob man spielen wird oder nicht. Der Trainer hat mir gesagt, dass ich ein guter Spieler bin, aber im Moment besser spielen und weiterkämpfen muss. Ich habe nicht wirklich an einen Transfer gedacht. Wenn natürlich ein gutes Angebot gekommen wäre und der Klub damit zufrieden gewesen wäre, dann vielleicht. Aber ich wollte bleiben, weil ich mich endlich adaptiert habe hier."

Nicht gut genug? "Natürlich war es hart, der Druck bei Rapid ist groß"

Die Eingewöhnung beim Wiener Klub fiel am Anfang nicht leicht. Eben erst gekommen, wurde er ins kalte Wasser geworfen und sollte die Kohlen aus dem Feuer holen.

"Natürlich war es hart! Das ist Fußball. Du musst gut trainieren und dein Bestes geben. In den ersten sechs Monaten war ich – man würde sagen – 'nicht gut genug'. Aber jetzt lerne ich deutsch und spreche schon viel besser und verstehe es auch besser. Ich habe mich eingewöhnt und bin nun endlich angekommen. Ich denke, ich werde auch noch mehrere bessere Spiele absolvieren."

Auch auf die Frage, warum ihm der Start beim neuen Klub doch schwer fiel, hat er eine klare Antwort. "In diesem Klub ist der Druck sehr groß. Du hast keine besten Freunde und die Medien und alle erwarten, dass du von Anfang an super spielst und geben dir keine Zeit. Aber man muss diese harte Zeit überstehen – aber jetzt kommt meine Zeit!", kündigt Barac an.

Nur im Cup gegen Allerheiligen stand der Defensiv-Abräumer auf dem Platz, auswärts bei Sturm Graz wurde er für den angeschlagenen Christopher Dibon eingewechselt, um gegen den LASK wieder auf der Bank zu schmorren.

Die beste Reaktion auf den "Scheißpass"

Im Derby war er plötzlich ein gefragter Mann. Mert Müldürs Wechsel war besiegelt, Mario Sonnleitner erst am Weg zurück und Max Hofmann mit einem Nasenbeinbruch noch nicht einsatzfähig.

Erstmals seit 6. April - 2:0 gegen Wacker Innsbruck - stand er wieder in der Startelf und leistete sich mit einem katastrophalen Rückpass, der zum zwischenzeitlichen 1:1 führte, einen Albtraum-Einstand.

"Derby ist Derby – wir mussten beweisen, dass wir die Nummer 1 in der Stadt sind - was wir nun sind. Ich hatte diesen Scheißpass – das ist leider passiert, aber danach habe ich gut gespielt. Das sage ich nur, weil das viele andere Leute gesagt haben. Aber ich denke, es war ein sehr wichtiges Spiel, das hat uns Selbstvertrauen gegeben. Mir natürlich auch, weil ich den Fehler gemacht habe, wir aber trotzdem das Spiel gewonnen haben. Das war gut und noch besser für das Team."

Auf dem seiner Meinung nach schlechten Rasen in der Generali Arena wurde ihm zugerufen, auf Tobias Knoflach zurückzuspielen - darauf war er nicht vorbereitet. Der Fehler ist passiert, doch Barac gab daraufhin die richtige Antwort.

"Danach musst du stark im Kopf sein und weiter machen. In meiner Situation hatte ich nach sechs Monaten endlich die Chance erhalten, von der ersten Minute an zu spielen. Ich denke, ich habe meinen Charakter gezeigt. Ich denke, ich brauche schon fünf, sechs Spiele um in den normalen Spielrhythmus zu kommen. Ich denke, es wird jetzt noch viel besser, das Selbstvertrauen ist zurück."

Kühbauers "Dankeschön" an Barac

Noch mehr Auftrieb wird ihm der Startplatz gegen die Admira geben. Den 5:0-Kanterheimsieg so wie sein erstes Bundesliga-Tor überhaupt im Rapid-Dress (Anm.: Im ÖFB-Cup traf er bereits beim 9:1 gegen Allerheiligen) kann er noch gar nicht richtig fassen.

"Wir haben fünf Tore gemacht und ich habe auch getroffen – das ist mein erstes Tor. Ein großartiges Gefühl! Noch dazu war es auf der Seite unserer Fans und ich hätte mir nichts Besseres wünschen können. Es ist ein unglaubliches Gefühl und ein super Tor", jubelte der Torschütze zum wichtigen 2:0 kurz nach der Pause (54.).

Auch Trainer Didi Kühbauer freute die starke Reaktion des von vielen schon abgeschriebenen Kroaten: "Bei Mateo ist es sicher die Sache, dass er sehr wohl seine Chance gekriegt hat - das hat schon mit dem Cup begonnen. Da hat auch das Spiel gegen die Austria dazu beigetragen, wo er den Fehler gemacht hat, aber dann war er sehr stabil und ich wollte ihm das als Dankeschön - das ist jetzt übertrieben - zurückgeben. Aber er hat gute Trainingsleistungen erbracht in den letzten Wochen und das ist oftmals entscheidend. Bei Mateo gefällt mir, dass er nicht aufgegeben hat und sich nicht fallen hat lassen. Deshalb freut mich das ungemein. Aber anders wird es im heutigen Profi-Fußball nicht gehen."

Die besten Bilder der 7. Bundesliga-Runde 2019/20

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Wolfsberger AC - FK Austria Wien 3:0

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SK Rapid - Admira 5:0

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SK Sturm - LASK 0:2

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SCR Altach - SKN St. Pölten 6:0

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SV Mattersburg - WSG Tirol 0:2

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Red Bull Salzburg - TSV Hartberg 7:2

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Barac bietet mit seiner Zweikampfstärke, oftmals auch mit vielleicht übermotivierten Tacklings, seinem Kopfballspiel und seinem guten Spielaufbau jedoch einige Argumente, die für ihn sprechen.

Schwab: "Barac hat eine Waffe, hat sich das hart erarbeitet"

Auch Kapitän Schwab gefällt, wie sich Barac zurückgemeldet hat und lobt eben diese Eigenschaften.

"Mateo hat ja eine Waffe mit dem Kopfballspiel und einem super linken Fuß. Jetzt kommt er immer mehr zur Geltung, er hat sich das hart erarbeitet. Es war für ihn persönlich eine sehr schwierige letzte Saison und er hat sich jetzt zurückgekämpft und belohnt sich heute mit dem Tor. Man muss sagen, dass er auch mental jetzt viel stärker ist, wenn man an den Fehler im Derby zurückdenkt, wie er sich dann in die Partie reingekämpft hat. Das war richtig gut und man sieht bei ihm jetzt auch, dass einfach Selbstvertrauen da ist im Gegensatz zur letzten Saison."

Auch die gegen die Admira oftmals erfolgreichen Diagonalpässe zählt Schwab zu Barac' Stärken. "Er hat eben eine Waffe mit seinem linken Fuß, er ist groß, auf lange Sicht sehr schnell. Er bringt vieles mit, was ein Verteidiger braucht. Er muss es vom Kopf her nur auf den Platz bringen."

"Wenn wir als Team spielen, haben die anderen keine Chance"

Ein Startplatz ist Barac nach zwei starken Spielen trotz allem nicht sicher, auch wenn er Werbung in eigener Sache machen konnte. Sonnleitner und Hofmann stehen beide kurz vor der Rückkehr, dadurch wird der Konkurrenzkampf neu entfacht.

"Ich bin auf jeden Fall bereit. Jedes Spiel ist eine neue Challenge, ein neuer Fight. Es wird hart, aber ich glaube an mich und denke, ich kann dem Team viel geben", so der "Comebacker" bei Rapid. Der nach seinem Weg zurück ganz genau weiß: "Es ist ein schwieriger Weg, man muss diesen einfach gehen – aber es gibt keinen anderen Weg. Jetzt bin ich happy."

Im Vordergrund steht jedoch die Teamleistung. Platz vier beweist, dass es nach oben geht. Barac ist zuversichtlich und lässt mit einer Kampfansage nach dem 5:0 gegen die Admira aufhorchen.

"Wenn wir wie als Team und mit 200 Prozent spielen – dann haben die anderen keine Chance! Wenn wir als Team spielen, sind wir die Besten. Genau so müssen wir weitermachen. Natürlich werden wir auch Fehler machen, aber wir sind füreinander da. Wenn ich einen Fehler mache, wird ihn ein anderer wieder gut machen – der Torhüter oder wer anderer. Das ist Fußball so müssen wir weitermachen, wir fühlen uns gut."

Textquelle: © LAOLA1.at

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