Ich kann nicht verstehen, dass sich da der VAR einschaltet. Wenn das ein Elfer ist, dann ist jede Berührung ein Foul.
Nachdem die erste Hälfte mit einzelnen Großchancen schon auf ihr Ende zugegangen war, traf Diakite in der Nachspielzeit zum 1:0.
Kurz nach der Pause stand der Sturm-Stürmer erneut im Mittelpunkt, diesmal zunächst für eine vermeintliche Schwalbe. Erst nach VAR-Check revidierte Schiedsrichter Altmann seine Entscheidung. Es gab nämlich einen Kontakt von Ranftl gegen Diakite, der in den Augen des Unparteiischen auch für einen Elferpfiff genügte.
Diakite verwandelte, bei der Austria sorgte der Elfmeterpfiff im Nachgang für Unverständnis. "Ich kann nicht verstehen, dass sich da der VAR einschaltet. Wenn das ein Elfer ist, dann ist jede Berührung ein Foul", sagte Chefcoach Stephan Helm am "Sky"-Mikro.
Sowohl Helm als auch Ranftl waren sich einig, dass Altmann mit seiner ersten Entscheidung - also auf Schwalbe von Diakite zu entscheiden - richtig lag. "Der Schiedsrichter steht ganz klar daneben. Das schaut am Video immer anders aus, als es sich im live anfühlt", so der Verteidiger.
Ranftl: Elfmeter verschuldet, Großchance vergeben
Ranftl meinte zudem: "Sehr gut gemacht vom Sturm-Stürmer. Es wird ja mir immer vorgeworfen, dass ich leicht falle. Bin gespannt, was da die Herrschaften sagen – wie leicht er fällt." Sich selbst nahm er dabei nicht aus der Verantwortung. Es wäre eine "blöde Aktion" gewesen, "weil ich weiß, wie das in der Bundesliga gehandhabt wird."
Es war nicht die einzige unglückliche Aktion des 34-Jährigen in dieser Partie.
20 Minuten später verfehlte Ranftl aus wenigen Metern nach Zuspiel von Johannes Eggestein - auch, weil er vor dem Schuss durch einen Schubser von JP Hödl aus der Balance gerissen wurde.
"Muss man vielleicht nicht geben. Aber der leichte Stoß hat gereicht, dass er mich aus dem Konzept gebracht hat. Ich will keine Ausrede suchen und muss den trotzdem reinmachen", erzählte Ranftl, der sich enttäuscht zeigte: "Es tut mir extrem leid, was da heute passiert ist. Ich bin richtig niedergeschlagen, werde mir meine Gedanken machen."
"Auf Augenhöhe"
Trotz der letztlich im Ergebnis glatten Niederlage sah Helm allerdings einige Dinge, die Mut für die Zukunft machen.
Die Austria sei Sturm Graz "auf Augenhöhe begegnet". Man hatte eine "richtig gute Energie am Platz und schon klare Abläufe - und daran müssen wir einfach weiterarbeiten. Dann kann man den Bock umstoßen."
Fischer dazu: "Jeder hat gesehen, dass wir unsere Chancen hatten. Durch Kleinigkeiten und Elfersituationen verlierst du das Spiel."
Das gelang seit über einem Jahr nicht mehr
Gerade mit der Leistung nach der Pause waren die Akteure auf und neben dem Platz zufrieden. Das Problem? Die Austria lief einem 0:2-Rückstand hinterher. Ein 0:2 aufzuholen, gelang seit über einem Jahr (3:2 am 20.9. gegen Ried) nicht mehr.
"Ein 0:2 ist nicht einfach zu drehen. Unser Thema muss aber eher sein, wie wir es schaffen länger die Null zu halten oder selbst mal in Führung zu gehen", sagte Helm.
Wie der Übungsleiter betonte, hatte man auch gegen Sturm die Möglichkeiten, selbst in Führung zu gehen. Was fehlt, sei die Kaltschnäuzigkeit.
Krise?
Am nächsten Samstag in Ried - dort, wo zuletzt ein 0:2 aufgeholt werden konnte - hat die Austria die nächste Chance, es besser zu machen.
"Es heißt punkten, denn im Fußball geht's ums Gewinnen", sagte Ranftl und folgte darauf mit einem kleinen Mutmacher: "Die Saison geht noch lange. Und es bringt nichts, die Köpfe unten zu haben. Es war heute ein guter Kampf - nicht mehr und nicht weniger."
Danach gefragt, ob die Austria denn akzeptiere, dass sie in einer Krise stecke, überlegt Fischer zunächst etwas - und antwortet dann: "Weiß ich nicht. Die Situation muss man aber sowieso akzeptieren. Die Frage ist nur: Was macht man draus? 'In der Krise stecken', das könnt ihr schreiben, wie ihr wollt."