Pacult würde "Ja" zu Rapid sagen

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Peter Pacult ist auch zehn Jahre danach noch immer Rapids letzter Meistertrainer.

Aktuell ist er nach dem Aus bei FK Kukesi vereinslos, auf der Suche und wieder bereit für eine neue Aufgabe.

Bei "Talk & Tore" bei "Sky" will er gar nichts ausschließen, nicht einmal eine zweite Ära bei den Grün-Weißen.

"Dazu gibt es ein klares 'Ja'. Warum sollte ich mir das nicht vorstellen können?", gibt sich Pacult gewohnt selbstsicher. Hätte Sturm Graz Franco Foda nicht ein zweites Mal zurückgeholt, wäre dieser heute womöglich nicht ÖFB-Teamchef.

Oder: "Hätte Rapid 1986 Otto Baric nicht zurückgeholt, hätte man zwei Titel weniger. Die Bayern hätten ohne Jupp Heynckes kein Triple. Es spricht nichts dagegen, erfolgreiche Trainer zurückzuholen." Trotzdem stellt er klar: "Das soll kein Eigeninserat sein, ich schätze Gogo."

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Fan-Macht: "Dieser Zug ist bei Rapid abgefahren"

Das eigentliche Haupt-Thema der Diskussion waren jedoch die Fan-Probleme beim SK Rapid, an denen sich seit Pacults erster Amtszeit nicht viel geändert hat.

Vom sportlich tollen Derby am Wochenende blieb der fade Beigeschmack des Fan-Platzsturms nach dem Schlusspfiff. Zum wiederholten Mal wird ein Durchgreifen der Verantwortlichen gefordert, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu vermeiden.

"Es ist halt schade, für viele die ins Stadion gehen. Woher das kommt? Die Enttäuschung war groß, viel Unruhe war schon davor dabei. Die Derby-Niederlage tut doppelt weh im eigenen Stadion. Aber es sind immer wieder Typen dabei, die sowas riskieren. Szenen, die man am Fußballfeld nicht braucht", spricht der Ex-Profi klare Worte.

Verfehlungen wurden schon seit vielen Jahren gemacht, deshalb wurde die Problematik und der Einfluss der grün-weißen Fan-Gruppierungen immer größer, weshalb Pacult meint: "Dieser Zug ist bei Rapid abgefahren, das ist zu spät. Macht ist das falsche Wort, aber mit Rapids Politik konnten die Fans immer im Verein ihre Meinung abgeben."

"Das Fan-Problem muss Rapid selber in die Hand nehmen"

Wie kann jedoch in Zukunft garantiert werden, dass nicht nur bei den Duellen Rapid gegen Austria Ruhe bewahrt wird? "Ich hoffe für Rapid, für die Vereinsführung, dass man sich mit den Fans zusammensetzt und eine Lösung findet, damit das nicht weiter passiert, es kostet auch enorm viel Geld. Da sind in den letzten Wochen viele Dinge hochgekommen. Das gehört nicht auf den Platz."

Die Bereitschaft, etwas zu ändern, müsse vom Verein aus kommen. Bundesliga-Strafen alleine würden hingegen ihren Zweck verfehlen. "Was ändert sich durch eine Sektorensperre? Das muss Rapid selber in die Hand nehmen, die Lösung wäre, sich zusammenzusetzen und zu sagen: Es geht um den Verein und sehr viel Kapital, um in Zukunft die richtigen Schlüsse zu ziehen."

Auf der anderen Seite nimmt er Rapid auch ein bisschen in Schutz, spielt auf die laut Statistik eine Millionen Sympathisanten in Österreich an, womit sich die Hütteldorfer als populärster Klub Österreichs und mit dem größten Stellenwert klar abheben.

"Das zeigt, welche Lawine das auslöst", so Pacult, der auf die Größenverhältnisse anspielt. Gleichzeitig nennt er internationale Beispiele, wo es immer wieder zu Fan-Unruhen kommt, wie etwa in den Nachbarländern bei Slovan Bratislava, Ferencvaros oder auch in Deutschland bei Köln oder Frankfurt. "Man muss das in den Griff bekommen, damit solche Ausschreitungen nicht mehr passieren. Man muss an diese Leute appellieren."

Schmid: "Radikal aussortieren, um diesen Sport nicht zu zerstören"

Denn die Gefahr, dass viele Besucher ihre Tickets zurückgeben oder mit Kindern nicht mehr ins Stadion gehen wollen, besteht aus seiner Sicht.

Auch Studiogast Manfred Schmid, der nach seinen Erfolgen als Austria-Profi als Co-Trainer unter Peter Stöger bei den Favoritnern und beim 1. FC Köln für Furore sorgte, vertritt eine klare Meinung zu den Fan-Vorfällen der letzten Jahre.

"Da fehlen mir wirklich die Worte, dafür habe ich kein Verständnis, da muss man extrem durchgreifen. Ordner angreifen", so der 47-Jährige. "Die Situation ist traurig! Es war ein interessantes Spiel, toll zum Anschauen."

Doch dann sorgten Krawallbrüder für ein negatives Ende: "Es waren nicht viele Personen, die gehören aber radikal aussortiert, um diesen Sport nicht zu zerstören." Die Austria habe es nach großen Problemen vorgemacht und einen führenden Fanklub komplett aus dem Stadion ausgeschlossen. "Das wurde rigoros durchgezogen und funktioniert aktuell besser."

Ob sich Rapid daran ein Beispiel nimmt? Den großen Schnitt haben die Wiener seit vielen Jahren verpasst, die Probleme und Strafgelder sind immer größer geworden. Nach dem Derby bedauerten die Hütteldorfer in einer Stellungnahme die Vorfälle, die Ermittlungen laufen. Ob danach wirklich durchgegriffen wird,

Textquelle: © LAOLA1.at

So denkt Steffen Hofmann nach Rapids Derby-Niederlage

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