Jesse Marsch wird neuer Salzburg-Trainer

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Der FC Red Bull Salzburg startet in eine Zukunft ohne Marco Rose. Der Nachfolger für den zu Borussia Mönchengladbach abwandernden Trainer wird Jesse Marsch.

Der 45-jährige US-Amerikaner unterschreibt bei den Bullen einen Vertrag über drei Jahre und übernimmt das Amt ab Sommer. Aktuell ist der Ex-MLS-Profi Assistenztrainer von Ralf Rangnick bei RB Leipzig.

Als Cheftrainer sammelte Marsch schon Erfahrung bei den MLS-Klubs Montreal Impact und New York Red Bulls.

Christoph Freund erklärt die Entscheidng für den ehemaligen "Trainer des Jahres" in der MLS so: "Wir freuen uns, dass wir sehr rasch einen Nachfolger für Marco Rose gefunden und damit frühzeitig Klarheit für die kommende Saison geschaffen haben."

Weiters meint Salzburgs Sportdirektor: "Jesse Marsch ist ein Trainer, mit dem wir unseren eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen werden. Seinen Werdegang und seine Entwicklung haben wir in den letzten Jahren intensiv verfolgt und waren immer wieder im Austausch. Wir sind sowohl fachlich als auch menschlich restlos von ihm überzeugt. Er kennt unsere Philosophie sowie unsere Art, Fußball zu spielen, sehr gut."

Jesse Marsch fühlt sich geehrt, RB Salzburg zu übernehmen

Auch Marsch (im Bild links), der erste nach dem Ende der Saison offiziell vorgestellt wird, freut sich auf die Herausforderung: "Ich freue mich sehr und fühle mich auch geehrt, dass ich als nächster Trainer für diesen tollen Klub arbeiten darf."

Der 45-jährige US-Amerikaner meint weiter: "Ich werde alles dafür tun, die äußerst erfolgreiche Arbeit in Salzburg weiter fortzusetzen. Das ist eine neue Herausforderung für mich und ich bin bereits voller Vorfreude auf diese Aufgabe. Aber bis es so weit ist, habe ich mit RB Leipzig noch viel zu tun, um die Saison bestmöglich abzuschließen. Darauf konzentriere ich mich voll und ganz, bevor dann mein neues Kapitel beim FC Red Bull Salzburg beginnt."

Marsch-Verpflichtung macht für beide Seiten Sinn

Der von Anfang an als Top-Favorit gehandelte ehemalige US-Teamspieler (zwei Länderspiel-Einsätze) hat die Verantwortlichen in Salzburg überzeugt.

Die Konstellation macht aus verschiedenen Blickwinkeln auch Sinn. Der Ex-Coach der Red Bulls in New York (2015 bis 2018) hat den Red-Bull-Weg verinnerlicht.

Seit 2015 arbeitet er für den Energy-Drink-Konzern, seit 2018 ist er der engste Vertraute von Ralf Rangnick als Assistent bei RB Leipzig - und das sehr erfolgreich.

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Weiterer Fakt: Marsch musste sich ab Sommer ohnehin einen neuen Job suchen, trotz Vertrag bis 2020. Denn mit Julian Nagelsmann steht der zukünftige Leipzig-Trainer bereits fest, und dieser soll darauf bestehen, sein eigenes Trainerteam mitzubringen.

Deshalb ist die Situation sowohl für Salzburg, als auch für Marsch eine Win-Win-Situation.

Marsch trotz Ablehnung der Fans die beste Wahl?

Zudem drängte Marsch auf einen Posten als Cheftrainer, da er selbst zitiert wurde, dass dies sein Karriereplan vorsieht: "Das ist der Plan, das muss der Plan sein."

Allerdings wird seine Nähe zu Ex-Salzburg-Sportchef Ralf Rangnick kritisch beäugt. Die Verbindungen zwischen den Vereinen werden immer dementiert, trotzdem ist es neben den vielen Transfers auch auf dem Trainersektor ein neuerlicher Austausch.

Das waren alle Salzburg-Trainer in der Ära Red Bull. LAOLA1 stellt die illustre Runde und ihre Bilanz vor:

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Kurt Jara (AUT) - 1. Juli 2005 bis 31. Mai 2006 - 38 Spiele, Punkteschnitt: 1,74, Titel: 0

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Der Tiroler musste nach nur einer (titellosen) Saison gehen - wegen angeblichen "Ungereimtheiten bei Spielertransfers". Drei Jahre später einigte man sich außergerichtlich.

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Giovanni Trapattoni (ITA) - 1. Juni 2006 bis 30. April 2008 - 87 Spiele, Punkteschnitt: 1,87, Titel: 1

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Der schillerndste Trainer der Red-Bull-Ära wurde auf Anhieb Meister, scheiterte in Donetsk knapp an der CL, musste aber auch das 0:7 gegen Rapid einstecken.

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Co Adriaanse (NED) - 1. Juli 2008 bis 15. Juni 2009 - 45 Spiele, Punkteschnitt: 1,98, Titel: 1

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Der Niederländer kam, sah, gewann die Meisterschaft - sein Vertrag wurde dennoch nicht verlängert. Marc Janko erzielte in dieser Saison 39 Bundesliga-Tore.

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Huub Stevens (NED) - 15. Juni 2009 bis 8. April 2011 - 94 Spiele, Punkteschnitt: 1,77, Titel: 1

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2010 gelang ihm und seiner Mannschaft mit Ach und Krach die erstmalige Titelverteidigung in der Red-Bull-Ära. Stevens war ein Jahr später der erste RB-Coach, der vor Saisonende gehen musste.

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Ricardo Moniz (NED) - 8. April 2011 bis 12. Juni 2012 - 65 Spiele, Punkteschnitt: 1,97, Titel: 2

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Nach dem verpassten Meistertitel 2011 holte er 2012 erstmals in der Red-Bull-Ära das Double - um wenig später zurückzutreten. Grund waren enorme Meinungsverschiedenheiten, die es mit der neuen medizinischen Abteilung gegeben hat.

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Roger Schmidt (GER) - 1. Juli 2012 bis 30. Juni 2014 - 99 Spiele, Punkteschnitt: 2,24, Titel: 2

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Nach zwei Blamagen (Düdelingen und Pasching) sowie einer titellosen Saison, schlug Salzburg unter Schmidt zurück: Double, Meisterschaft im März fixiert (Rekord), Achtelfinale in der Europa League. Dank Ausstiegsklausel ging es für den beliebten Trainer dann nach Leverkusen. 

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Adi Hütter (AUT) - 1. Juni 2014 bis 15. Juni 2015 - 54 Spiele, Punkteschnitt: 2,09, Titel: 2

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Holte wie seine beiden Vorgänger das Double, das allerdings bereits im ersten Jahr, verabschiedete sich dann freiwillig mit dem Satz: "Ich bin kein Ausbildungstrainer."

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Peter Zeidler (GER) - 22. Juni 2015 bis 3. Dezember 2015 - 25 Spiele, Punkteschnitt: 1,80, Titel: 0

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Der erste Trainer, der von der zweiten Mannschaft zur ersten aufrückte - ein Fehler. Nie wurde ein Chefbetreuer in der Red-Bull-Ära früher verabschiedet - nach der Hinrunde.

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Thomas Letsch (GER) - 3. Dezember 2015 bis 14. Dezember 2015 - 2 Spiele, Punkteschnitt: 2,00, Titel: 0 (interimistisch im Amt)

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Der Feuerwehrmann erledigte seinen Job mit einem 0:0 in Mattersburg und einem 2:0  zu Hause gegen Rapid.

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Oscar Garcia (ESP) - 28. Dezember 2015 bis 14. Juni 2017 - 73 Spiele, Punkteschnitt: 2,26, Titel: 4

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An den Titeln gemessen der erfolgreichste Trainer der Red-Bull-Ära: Vier Titel, Punkteschnitt 2,26 und die zweitbeste Red-Bull-Saison in der Bundesliga (81 Punkte) stehen zu Buche. Er folgte im Juni 2017 dem Ruf von St. Etienne.

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Marco Rose (GER) - 1. Juli 2017 bis 26. Mai 2019

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Nach dem Triumph mit der Salzburger U19 in der UEFA Youth League stieg er zum Cheftrainer auf und eilte von Erfolg zu Erfolg. In der ersten Saison wurde er mit dem Punkterekord von 83 Zählern Meister und führte das Team bis ins Halbfinale der Europa League, in seiner zweiten Saison ist gar das Double möglich.

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Eine Tatsache, die auch den sonst zurückhaltenden Fans der Bullen scheinbar Sorgen bereitet. Im Spiel gegen Sturm Graz (Endstand: 3:1) protestierten sie, indem sie ein Transparent mit der Aufschrift "Nein zu Marsch" über die Tribüne spannten.

Bist ist der jetzige sportliche Leiter Christoph Freund aber mit seinen Trainerentscheidungen immer gut gefahren. Bis auf Peter Zeidler als Nachfolger von Adi Hütter schlugen alle Coaches mit Erfolg und vor allem Titeln ein.

RBS-Sportchef Freund gut vorbereitet

Freund hielt sich am Sonntag vor dem Spiel gegen Sturm bei "Sky" noch bedeckt: "Ich möchte mich zu Namen nicht äußern bzw. Spekulationen anheizen. Sobald alles klar ist, machen wir klar Schiff. Die Latte liegt hoch, es ist nicht so einfach, einen richtigen Trainer zu finden, der diesen jetzigen Weg so weiterführen kann."

Dass Leipzig-Boss Ralf Rangnick seinen aktuellen Co-Trainer bei Salzburg unterbringen könnte, kostete Freund nur ein Schmunzeln: "Rangnick hat mit Salzburg nichts zu tun. Darüber kann ich nur schmunzeln." Nun kam es doch so.

Allerdings ließ er schon durchblicken, dass man vorbereitet sei und die Entscheidung nicht mehr lange dauern würde. "Es gibt schon einige Kandidaten - wir sind schon sehr weit. Uns hat es nicht völlig überrascht, dass Marco Rose wechselt. Wir werden sehr zeitnah eine Lösung präsentieren."

Was ebenfalls feststeht, ist, dass Tormanntrainer Herbert Ilsanker und Co-Trainer Rene Aufhauser ihre Posten auch unter dem neuen Trainer behalten sollen - das wurde schon beschlossen, bevor Marsch zum Nachfolger auserkoren wurde.

Einige Kandidaten, doch Marsch macht das Rennen

Marschs Erfahrung und das klare Denken in Red-Bull-Strukturen dürfte den Ausschlag gegeben haben. Obwohl doch einige andere Kandidaten im Gespräch waren. Lange Zeit als logischer Nachfolger galt Oliver Glasner, doch der LASK-Coach pocht auf seinen Vertrag bei den Linzern und scheint sich eher ins Ausland zu orientieren. Der VfL Wolfsburg soll den Ex-Kicker unter den letzten zwei Kandidaten haben, neben Andre Villas-Boas.

Oscar Garcia schloss selbst ein Comeback bei den Bullen nicht aus. Namen wie Tim Walter (Holstein Kiel, der schon bei Hoffenheim Kandidat war), Rene Aufhauser (der bisher nur Assistent von Zeidler, Oscar und Rose war), Christian Ilzer (WAC-Trainer, der schon Rapid und Sturm abgesagt haben soll) oder Achim Beierlorzer (Regensburg, mit Leipzig-Vergangenheit) kursierten in den Medien.

Steckbrief Jesse Marsch (45 Jahre)

Geburtsdatum: 8. November 1973 in Racine, Wisconsin (USA)
Größe: 1,80 m
Nationalität: USA

Karriere als Profispieler:
Position: Mittelfeld
Stationen: D.C. United (1996/97), Chicago Fire (1998 bis 2005), CD
Chivas USA (2006 bis 2009)
Zwei Länderspiele für die USA

Karriere als Trainer:
Co-Trainer US-Nationalmannschaft (2010 bis 2011), Cheftrainer
Montreal Impact (2012), Co-Trainer beim College-Team der Princeton
Tigers (2013 bis 2014), Cheftrainer New York Red Bulls (2015 bis
2018), Co-Trainer RB Leipzig (2018/19), Cheftrainer Red Bull Salzburg
(ab Sommer 2019)


Textquelle: © LAOLA1.at

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