So geht Rapid gegen Derby-Übeltäter vor

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Mit knapp 24-stündiger Verspätung gab es sie dann doch – die Stellungnahme von Rapid-Präsident Michael Krammer zum Skandal im 325. Wiener Derby.

Der Klub-Boss kündigt klare Schritte an, die nun gegen die Verursacher der Probleme ergriffen werden sollen.

„Wir verurteilen diese Vorkommnisse und das Werfen von Gegenständen auf das Spielfeld auf das Allerschärfste. Ich erinnere an den August 2017, wo das zum ersten Mal im Wiener Derby vorgekommen ist, wo wir der Öffentlichkeit aber auch der gesamten Rapid-Community gegenüber klar gemacht haben, dass das Werfen von Gegenständen ab sofort eine rote Linie ist, die sanktioniert wird, wenn sie überschritten wird.“

Identifizieren, sanktionieren und regressieren heißen die drei Punkte, die nun mit sofortiger Wirkung umgesetzt werden sollen.


„Ausforschen, um vor Pauschalverurteilung zu schützen“

Das heißt im Klartext:

„Wir wollen das deswegen ganz klar auswerten und individuell sanktionieren, weil es uns wichtig ist, dass so etwas – wenn es irgendwie geht - nicht mehr vorkommt. Und auch weil es uns wichtig ist, um die gesamte Rapid-Community, egal wo, vor Pauschalverurteilungen zu schützen. Denn es werden dann immer DIE Rapid-Fans verurteilt.“

Bis zu diesem Zeitpunkt haben die Recherchen laut dem Mobilfunk-Experten folgende Ergebnisse zutage gebracht:

„Anhand von Video-Aufzeichnungen konnten bis jetzt elf Personen einwandfrei festgestellt werden, die Gegenstände auf das Spielfeld geworfen haben. Wir haben die Bilder, jetzt läuft die Identifizierung, die Feststellung der Personalien. Das passiert auf zwei verschiedene Arten: Man recherchiert oder kennt die Personen aufgrund der Bilder, aber es gibt auch technische Möglichkeiten, um das rückzuverfolgen - nämlich mit Video-Aufzeichnungen bis hin zum Eintritt und Kartenverkauf. Alle diese Möglichkeiten werden wir natürlich ausschöpfen, um möglichst lückenlos die Identität aller Personen festzustellen.“

Erstmals Regressforderungen von Seiten Rapids

Weiters erörtert Krammer, was auf die ausgeforschten Personen im Falle der Identifizierung zukommt.

„Sie werden mindestens ein zweijähriges Stadionverbot bekommen. Wir werden uns da noch mit der Bundesliga absprechen, wie das Strafmaß sonst in solchen Fällen aussieht. Wir von uns aus werden jedenfalls zwei Jahre veranschlagen."

In weiterer Folge kommt es zu einer Premiere. „Wir werden erstmals jene Strafen, die wir von der Bundesliga erhalten, gegen die Ursacher regressieren. Wir haben zu dem Thema recherchiert. In Deutschland gibt es schon einige Präzedenzfälle, wo dasfunktioniert hat, der letzte Fall ist aus dem Jahr 2016. Aber auch im Vorfeld - Köln, Düsseldorf, Rostock – wurde erfolgreich regressiert. Diesen Weg werden wir diesmal auf jeden Fall bestreiten.“

Für den Präsidenten wurde die immer wieder betonte „rote Linie“ diesmal überschritten. „Wir werden alles tun, um jene zu identifizieren und Stadionverbote mit Regress durchzusetzen.“

Was passiert den Flitzern?

Doch es war nicht nur der Wurfangriff auf Raphael Holzhauser und Co., sondern auch der Platzsturm zweier Flitzer in der Schlussphase, der für negative Schlagzeilen sorgte.

Auch in diesem Fall will Rapid konkrete Schritte einleiten. „Die Identität der zwei Flitzer ist festgestellt, die werden ebenfalls ein mindestens zweijähriges Stadionverbot erhalten und auch jenen gegenüber werden wir Regress für jene Strafen fordern, die wir von der Bundesliga dafür ausgesprochen bekommen.“

Diese konnten sich längere Zeit ohne Eingreifen der Ordner auf dem Spielfeld aufhalten und auf die Spieler zulaufen. Wie das passieren kann?

„Wir haben Rücksprache gehalten: In der Endphase eines Spiels werden die Sicherheitskräfte immer in jene Bereiche zusammengezogen, wo das größte Gefahrenpotenzial droht. Und das war laut Sicherheitsdienst ehe aus der Ecke der Gäste-Fans zu erwarten. Auf der anderen Seite auch, aber nicht auf der Familientribüne.“

„Definitiv eine Fehlleistung des Sicherheitsdienstes“

Dass in dieser Situation einiges schiefgelaufen ist, will Krammer aber nicht verhehlen. In diesem Fall hätte man energischer einschreiten können.

„Daher war es möglich, dass diese zwei Personen runtergesprungen und aufs Spielfeld gelaufen sind. Warum nicht unverzüglich die Verfolgung aufgenommen wurde, ist zu klären. Das war definitiv eine Fehlleistung des Sicherheitsdienstes, dem werden wir nachgehen und auch dieser ist sicher interessiert daran, aus den Fehlern zu lernen und es in Zukunft zu verhindern. Ich möchte in dem Zusammenhang nur erinnern, dass wir Flitzer schon bei CL-Finali gesehen haben. Trotzdem ist es unser Anspruch, dass hier im Allianz Stadion in Zukunft nicht mehr zu sehen.“

Bei allen Vorfällen wird der Klub-Chef nicht müde, immer wieder darauf hinzuweisen, dass sich nur ein paar wenige Rapid-Fans schuldig gemacht haben.

„Ich bitte Sie, nicht die Rapid-Fans pauschal zu verurteilen. Es ist der absolut überwiegende Teil, 99 Prozent sind daran interessiert, dass Rapid erfolgreich Fußball spielt und dass wir hier eine einzigartige Fußball-Stimmung im Stadion haben. Umso wichtiger ist es, konsequent bei der Sanktionierung vorzugehen – und das werden wir tun.“


Textquelle: © LAOLA1.at

Kommentar Derby: Rapids Konflikt-Lösungspotenzial=Null!

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