Fix: Kraetschmer verlässt die Austria

Fix: Kraetschmer verlässt die Austria Foto: © GEPA
 

Was sich bereits angebahnt hat, ist nun offiziell: Die Ära von Markus Kraetschmer bei der Wiener Austria geht zu Ende.

Der Vorstandsvorsitzende verlässt die Veilchen nach über 23 Jahren, wie der Klub am Montag bekanntgibt. Präsident Frank Hensel und Kraetschmer haben sich darauf geeinigt, die Zusammenarbeit mit 30. Juni 2021 einvernehmlich zu beenden, heißt es in einer Aussendung. Mit Saisonende verlässt Kraetschmer damit den Klub, für den er seit 1. November 1997 in verschiedensten Funktionen tätig war.

"Ich bin ein Kind der Austria und seit mehr als 40 Jahren mit Leib und Seele Austrianer. Daran wird auch diese Entscheidung nichts ändern. Ich habe der Austria viel zu verdanken und werde meinem Herzensverein immer die Daumen drücken. Ich wünsche mir, dass alle zusammenhalten und wir bald wieder vorne mitspielen", wird Kraetschmer zitiert.

Frank Hensel erklärt: "Ich danke Markus Kraetschmer für seine aufopfernde Arbeit und seine großen Verdienste für die Austria. In den letzten zwei Jahrzehnten hat Kraetschmer unseren Verein wie kein Zweiter geprägt. Zusammen mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat Kraetschmer ausgezeichnete Arbeit geleistet und dafür gesorgt, dass der Klub trotz des aktuell schwierigen Umfelds für die Zukunft gut aufgestellt ist. Dafür möchte ich ihm im Namen unserer Austria danken."

Kraetschmers Aufgaben werden von Vorstand Gerhard Krisch übernommen.

Eine Ära endet - Abschied deutete sich an

Der 49-jährige Markus Kraetschmer war seit 23 Jahren bei FK Austria Wien engagiert. Nach diversen Aufgaben in unterschiedlichen leitenden Positionen wurde der gelernte Betriebswirt 2008 zum Vorstandsvorsitzenden der FK Austria Wien AG befördert und war für den wirtschaftlichen und organisatorischen Bereich verantwortlich.

Kraetschmer stand spätestens seit Ausbleiben der Lizenz in erster Instanz in diesem Frühjahr stark unter Druck. Die Austria häufte in den vergangenen Jahren auch bedingt durch den Stadionausbau Verbindlichkeiten in der Höhe von 78 Millionen Euro an. Alleine in der Saison 2019/20 schrieben die "Veilchen" ein Minus von 18,8 Mio. Euro.

Dass Kraetschmers mit 30. Juni auslaufender Vertrag als AG-Vorstand nicht verlängert werden würde, war bereits nach einer Aufsichtsratssitzung im Mai durchgesickert. Offen war zuletzt, ob Kraetschmer seine Position in der neugegründeten Marketing-GmbH behalten würde, in der die Wiener mit dem strategischen Partner Insignia Sponsorensuche betreiben.

Noch im April hatte Kraetschmer gegenüber Medien davon gesprochen, "an Bord" zu bleiben. Stimmen im Verein, die gegen eine weitere Zusammenarbeit mit dem 49-Jährigen waren, haben sich nun offenbar durchgesetzt. Die Finanzmisere der Austria mündet damit auch in personellen Konsequenzen.

Mit Kraetschmers Abgang endet eine Ära am Verteilerkreis. Er war schon als Manager dabei, als Frank Stronach mit großen Visionen bei der Austria einstieg und Jahre später viel Aufzuarbeitendes hinterließ. In Kraetschmers Zeiten wurden die Favoritner drei Mal Meister, zuletzt 2013 mit anschließender Champions-League-Teilnahme.

Kraetschmer war auch Austrias höchster Repräsentant in den nationalen (ÖFB, Bundesliga) und internationalen Gremien (European Club Association). Bei der Bundesliga ging man am Montag davon aus, dass Kraetschmer seine Agenden zurücklegen wird. Ein Nachfolger muss bei einer Klubkonferenz der Oberhaus-Klubs bestimmt werden.

Kraetschmer will sich laut dem Verein "neuen Aufgaben" widmen. Als nunmehr alleiniger Vorstand der FK Austria Wien AG fungiert Gerhard Krisch. Der 55-Jährige war über 30 Jahre für die Bank Austria - dem derzeitigen Kreditgeber der Austria - tätig. Im Frühjahr 2017 stieg er als Clubchef der Vienna ins Fußballgeschäft ein und führte die Döblinger durch die Insolvenz. Zwei Jahre später war Krisch beim Regionalligisten FC Mauerwerk tätig. Im Spätherbst 2019 übernahm er die Funktion des Generalsekretärs beim Wiener Eislaufverein.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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