Endstand
1:0
0:0, 1:0
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Lustenauer schockiert: "Einstandsgeschenk... nicht von uns"

Elfmeter-Szene stellt LASK-Party zum Arena-Einstand völlig in den Schatten. Selbst Kühbauer schickt wieder "Grüße" an das Konzept VAR.

Lustenauer schockiert: Foto: © GEPA

Über das erste Spiel in der Linzer Raiffeisen Arena wird viel gesprochen!

Grund ist aber vorerst leider nicht die tolle neue Spielstätte, die Österreichs Fußball ab sofort bereichert und den LASK infrastrukturell auf die nächste Ebene hievt. Sondern die Art und Weise, wie das 1:0 im ersten Pflichtspiel der Athletiker über Austria Lustenau zustande kam (Spielbericht>>>).

Tief in der Nachspielzeit ertönte ein Pfiff, Harald Lechner zeigte auf den Punkt. Das vermeintliche Vergehen: Ein Foul von Cem Türkmen an Florian Flecker. Gesehen von lediglich zwei Personen: Dem Schiedsrichter und seinem als Video Assistant Referee tätigen Kollegen Christian-Petru Ciochirca in Wien-Meidling.

Flecker rutschte auf dem regennassen Gras klar vor jeder möglichen Berührung durch seinen Gegenspieler weg, ferner eine solche überhaupt da war. Doch der VAR ließ die Entscheidung stehen, Lechner sah auch keine Notwendigkeit, selbst zum Bildschirm zu schreiten.

Marin Ljubicic trat zum Elfmeter an und schoss den LASK in Panenka-Manier in allerletzter Sekunde zum ersten "Dreier" in der neuen Heimstätte.

Nicht nur in den sozialen Medien gehen die Wogen über die Entscheidung hoch - sondern naturgemäß auch bei den Vorarlbergern, die mit leeren Händen die Heimreise antreten mussten.

Mader schäumt: "Das ist lächerlich"

"Ehrlich gesagt muss ich nichts dazu sagen, die Bilder sprechen für sich. Ich gehe zum Ball, stoppe vorher ab, er liegt gefühlt vor mir am Boden, tritt in mich rein und fordert Elfmeter. Ich brauche dazu nichts zu sagen", blieb der vermeintliche "Übeltäter" Cem Türkmen im "Sky"-Interview äußerlich cool, doch innerlich brodelte es.

"Ich kann mir persönlich nichts vorwerfen, außer dass ich vielleicht komplett weggehe. Aber wer weiß, was dann passiert."

Auch sein Trainer war bemüht, nach außen die Contenance zu bewahren, doch die Kritik war dennoch herb.

"Da muss man nicht reden. Wenn man sich so etwas anschaut, ist es eigentlich peinlich, dass es zwei Leute nicht beurteilen können. Da frage ich mich schon, warum die Vereine so viel Geld in einen VAR investieren und dann sowas gepfiffen wird. Das ist lächerlich", schäumte der Lustenauer Betreuer.

Um angriffig nachzulegen: "Ich sehe es als Einstandsgeschenk. Aber nicht von uns, sondern von jemand anderem."

Selbst Kühbauer kritisiert - und leistet sich Fehde mit "Viertem"

Auch Didi Kühbauer musste um diplomatische Worte kämpfen. Der LASK-Trainer ist der Schiedsrichter-Kritik bekanntlich nicht abgeneigt und stimmte trotz des Last-Minute-Sieges durch die Fehlentscheidung in die Stimmungslage ein, ohne die Szene selbst näher zu kommentieren.

"Letzte Woche war es so, diese Woche ist es anders. Es soll nicht sein, dass prinzipiell immer wieder zugegeben werden muss, dass die Entscheidung falsch war. Klar, es stehen Menschen dahinter. Aber ich denke schon, dass noch Potenzial da wäre", beließ es Kühbauer bei einem allgemein gehaltenen Statement.

Auch das erste Spiel in der Raiffeisen Arena blieb nicht ohne kleine Fehde zwischen dem LASK-Coach und den Offiziellen. Als Philipp Wiesinger in der ersten Hälfte unterlaufen wurde und mit dem Rücken hart auf dem Boden aufschlug, ging Kühbauer auf den vierten Offiziellen zu und sah prompt Gelb - als erster Akteur überhaupt im neuen Stadion.

"Der vierte Offizielle hat geglaubt, ich darf mich als Trainer bei ihm nicht erkundigen, das stehe mir nicht zu. Das ist wieder typisch. Ich schlage vor, dass sie mir die Gelbe gleich vor dem Spiel geben, denn es ändert nichts. Wenn ich einen vierten Offiziellen nichts fragen darf und er so tut wie ein kleiner Bub - da muss er noch viel erreichen. Ich habe schon Fußball gespielt, da war er noch eine Idee."

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