Pacult: "Das ist die heißeste Rapid-Aktie"

 

Die Geschehnisse beim SK Rapid haben Peter Pacult nie losgelassen.

Der bis dato letzte Meistertrainer der Grün-Weißen im Jahr 2008 blickt noch immer gespannt nach Hütteldorf. Das stellt er einmal mehr "Am Stammtisch bei Andy Ogris" unter Beweis, wo er von Gastgeber Andreas Ogris als erster Gast begrüßt wurde.

Sowohl die Austria-Legende als auch Pacult, der sich für beide Wiener Großklubs die Fußballschuhe schnürte, haben Respekt vor der Entscheidung von Sportdirektor Zoran Barisic, der aus moralischen Gründen keine weiteren Spieler verpflichten möchte, während ein Teil des Vereins weiter in Kurzarbeit ist.

"Ich verstehe Zoki, wenn er das so handhabt. Von der sozialen Seite her ist das super in Ordnung und okay. Aber ich weiß nicht, ob man dann hinten noch so nachfassen kann", hegt Ogris Zweifel an der richtigen Vorgehensweise, sollten Rapid noch Spieler abhanden kommen.

Pacult ist ähnlicher Ansicht: "Ich finde es ganz in Ordnung, was er sagt. Er denkt dabei nicht kurz- sondern mittelfristig. Man weiß, dass Rapid vom Budget ganz anders aufgestellt ist als viele andere Vereine. Aber Corona und die Zuschauer-Reduzierung – das ist für Rapid ein Riesen-Ausfall."

Die Wechsel-Gerüchte um Taxiarchis Fountas und Thomas Murg sind derzeit in aller Munde, doch Pacult ist der Meinung, dass ein anderer Leistungsträger bei Rapid noch schwerer zu ersetzen wäre. "Ich glaube, die heißeste Aktie ist Dejan Ljubicic. Ich kenne ihn jetzt auch schon länger, habe ihn in den vergangenen Spielen noch näher beobachtet. Er hat eine super Dynamik, ein gutes Passspiel", schwärmt Pacult. "Bei Rapid ist es eher die Gefahr mit Ljubicic, weil ihn zu ersetzen, da gibt es Probleme."


Was Pacult und Ogris über die Rapid-Aktien denken, siehst du HIER:
(Text wird unter dem Video fortgesetzt)


Murgs Fußballkarriere bei Saudi-Arabien-Wechsel "beendet"?

Ogris pflichtet ihm bei, konzentiert sich bei seinen Ausführungen aber vor allem auf Fountas und Murg.

"Die Situation für Rapid ist extrem schwierig, mit dem Geld hauszuhalten, aber trotzdem die wichtigen Spieler mit Fountas vorne in der Spitze oder Murg, der jetzt in der Kreativabteilung das Heft in die Hand nehmen soll, zu halten", weiß der "Dancing Star".

Vor allem das Interesse aus der Wüste an Murg ist ein heißes Diskussionsthema. Soll der 25-jährige Mittelfeldmotor dem Lockruf aus Saudi-Arabien folgen, wo er ein Mega-Gehalt kassieren würde?

"Aus sportlicher Sicht würde ich Murg nach Saudi-Arabien nicht ganz verstehen", prescht Pacult nach vorne. "Da muss für ihn so viel Geld im Spiel sein, um zu sagen, meine Fußballkarriere ist – nicht falsch verstehen – 'beendet'. Weil wenn ich dort hingehe, kann es nur wegen dem Geld sein."

"Das muss er machen, wenn das Angebot da ist"

Dass sich auch Marko Arnautovic mit Shanghai SIPG in China für eine weniger ruhmreiche Station, dafür ein königliches Gehalt entschieden hat, sei durchaus zu vergleichen - allerdings war der ÖFB-Teamspieler zum Zeitpunkt des Wechsels bereits 30 Jahre alt.

"Man weiß bei Arnautovic, dass man so ein Angebot nicht ablehnen kann. Und so schlecht ist der chinesische Fußball auch nicht. Aber nichtsdestotrotz muss Murg das machen, wenn das Angebot für ihn da ist – außer er entscheidet sich für den sportlichen Weg", würde Pacult Murgs-Abschied in die Wüste verstehen.

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)


Am Stammtisch mit Andy Ogris gibt es auch im Podcast:

Auch Ogris hat eine klare Meinung zu Rapid, auch wenn ihn dieser Verein in der Vergangenheit nicht allzu sehr interessiert hat. "Die Wahrheit ist trotzdem, dass es für Rapid keine einfache Situation ist. Es ist ja noch nicht gesagt, ob Murg bleibt, bei Fountas wissen wir auch noch nicht, ob da noch irgendwas eintrudelt. Rapid kann es sich auch eigentlich gar nicht leisten, dass sie diese Spieler mit aller Gewalt behalten. Und wenn dir dann zwei solche Spieler verloren gehen, dann ist es schon extrem schwierig, nicht nur in der Meisterschaft, sondern auch in der Europa-League-Gruppenphase die nötigen Punkte einzufahren."

Laut SCR-Sportchef Barisic sei man für den Fall der Fälle vorbereitet. Trotzdem wird der Zeitrahmen immer enger, da das Transferfenster am 5. Oktober schließt. Verstärkungen aus den eigenen Reihen hat man im vergangenen Jahr im Überdruss bei den Profis debütieren lassen.

Was ist eigentlich mit Deni Alar?

Bei 2. Liga-Neuling Rapid II sind noch weitere Kandidaten, die oben anklopfen könnten, jedoch noch Zeit benötigen. Deshalb erinnert Pacult an einen Spieler, der noch einen Zweijahresvertrag hat, dessen Dienste aber scheinbar nicht mehr wirklich erwünscht sind.

"Ich schätze Fountas, er ist ein Stürmer mit einem super Auge, er weiß, wie er Tore macht. Aber sollte man Fountas verlieren: Man hat im Hintergrund Alar, der noch einen Zweijahresvertrag hat. Ich weiß nicht, was da intern abläuft. Aber er ist kein billiger Spieler."

Der 30-jährige Angreifer wurde 2018 als Notnagel geholt, 2019 an Levski Sofia verliehen und weiterhin kann er Trainer Didi Kühbauer nicht von einem Comeback überzeugen. "Ich weiß, dass er charakterlich top in Ordnung ist. Aber auf einen Spieler verzichten, der noch einen Zweijahresvertrag hat?", versteht Pacult die Welt nicht mehr.

Zusammengefasst kommt er jedoch zum Schluss, dass die Grün-Weißen sich in der Offensivabteilung nicht so viele Gedanken machen müssen. Ein Abgang von Dejan Ljubicic würde da schon mehr ins Gewicht fallen.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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