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Kühbauer: "Hält das stärkste Herz nicht aus"

Rapid-Coach nach aufreibender Woche und strapaziösem Spiel endgültig am Ende.

Eine aufreibende Rapid-Woche, dem eine kuriose Bundesliga-Niederlage gegen Hartberg und eine Pleite im Cup-Finale gegen Salzburg vorhergingen, endet mit dem nächsten Aufreger - einem spektakulären Sieg gegen die Admira (Spielbericht >>>).

Was zunächst nach einem klaren Sieg für die Hütteldorfer aussah, wirkte zwischenzeitlich sogar schon wie der große Einbruch des Rekormeisters. Dieser gab sich jedoch nicht auf und schlug noch einmal zurück, sicherte sich letzten Endes mit einem 4:3-Sieg den verdienten Dreier.

Niemand anderen hat dieses Spiel wohl so sehr mitgenommen wie das Personal an der Seitenlinie. Insbesondere bei Dietmar Kühbauer, Trainer von Rapid Wien, hat die Partie seine Spuren hinterlassen.

"Dieses Spiel kann man einfach nicht überleben auf lange Dauer. Ich muss mir sicher irgendwann mal bald etwas einwerfen. Jetzt hat man letzte Woche dieses Spiel gehabt, das, wie ich vor dem Spiel schon gesagt habe, sehr mysteriös war, und dann dieses Spiel – ich glaube das hält das stärkste Herz nicht aus", meint Kühbauer gegenüber "Sky".

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Ausgleich? "Keiner weiß wieso!"

Eigentlich lief für Rapid alles nach Plan. Eine souveräne erste Halbzeit mit einer 3:0-Führung gab eigentlich nie den Anlass zu glauben, dass der Sieg noch in Gefahr geraten könnte.

Kühbauer sah die Sache ziemlich ähnlich: "Grundsätzlich war es in der ersten Halbzeit ein unglaublich gutes Spiel, da haben wir die Admira zu Statisten degradiert. Zur Pause haben wir eigentlich gesagt, dass wir unsere Basics weiter verfolgen müssen, aber auf einmal steht es 3:3 und keiner weiß wieso."

"Dann ist es natürlich so, dass beide Mannschaften an ihre Chance glauben. Wir haben uns das dann natürlich extrem schwer gemacht, ist mir auch unerklärlich wie man das machen kann."

Rapid-Stimmung im Eimer

Dennoch gehörten die Minuten nach dem schockierenden Ausgleich den Hütteldorfern. Die schnelle erneute Führung, erzielt von Christopher Dibon, schien das Kräfteverhälntis aber wieder in die Richtung zu rücken, wie es sich bereits über weite Strecken des Spiels abgezeichnet hatte.

Der Goldtorschütze ließ seinen Frust nach dem unglücklichen Spielverlauf freien Lauf. "Ich war richtig angefressen. Ich habe mir gedacht, dass es das eigentlich nicht geben darf, dass wir das Spiel in zehn Minuten, in denen wir mit dem Hirn noch in der Halbzeit waren, verspielen. Da ist einfach sehr viel von den letzten Wochen rausgekommen, das habe ich dann auch in den Torjubel verpackt", meint Dibon.

Irgendwie herrschte nach dem Spiel eine komische Stimmung in der Rapid-Kabine. Dibon will dies nicht bestreiten: "Ich habe zu den Jungs gesagt, wir brauchen nicht traurig schauen, wir haben zum Schluss ja noch gewonnen. Das nehmen wir natürlich so mit."



Rapid braucht kein Glück

Dietmar Kühbauer ist allerdings klar, dass man sich den Sieg hart erarbeitet hat und alles andere als drei Punkte heute auch einfach nicht gerecht gewesen wären. "Wir dürfen jetzt nicht damit anfangen zu sagen, dass es ein glücklicher Sieg war."

"Ich glaube schon, dass es so war, dass die Admira eigentlich zwei Tore aus einem Standardbereich gemacht hat, haben ansonsten eigentlich relativ wenig bis gar nix an Chancen gehabt, natürlich bis auf den einen Kopfball am Schluss, den Strebinger gut gehalten hat."

Zum Schluss war dann eben die Moral ausschlaggebend, dass man am Ende doch noch triumphieren konnte, dennoch kann man den faden Beigeschmack dieses Sieges nur schwer verleugnen. "Es freut mich für die Mannschaft, dass wir zurückgekommen sind, aber es freut mich nicht wie wir zweite Halbzeit gespielt haben. Wenn wir heute den Sieg hergeschenkt hätten, wäre ich schon sehr sauer gewesen."

Eine Sache kann Kühbauer aus dem Spiel auf alle Fälle lernen: "Diese Spiele sind für Zuschauer ja sehr, sehr lieb, aber für ein Trainerteam oder die Spieler ist das bestimmt nicht gut auf Dauer."

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