Klare Rapid-Tendenz für neues Trainingszentrum

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Ein eigenes Trainingszentrum ist für den SK Rapid schon seit längerer Zeit das große Zukunftsprojekt.

Die Suche nach einer geeigneten Sportstätte gestaltete sich jedoch trotz Zusammenarbeit mit der Stadt Wien schwierig.

Nun stehen die Grün-Weißen jedoch kurz davor, Nägel mit Köpfen zu machen und so die Basis für eine gute Nachwuchsarbeit zu legen.

Zwei Projekte stehen nun in der Endauswahl, zudem gibt es einen klaren Favoriten, wenn man den Worten der Rapid-Führung Glauben schenkt.

Zwei Projekte in Endausscheidung, Entscheidung bis Mitte 2018

„Das wichtigste Infrastrukturprojekt nach der Stadioneröffnung ist unser Trainingszentrum. Eine Projektgruppe hat einen Anforderungskatalog mit Kriterien erstellt und sich zwei vorbildhafte Trainingszentren beim HSV und Ajax angesehen“, verrät Rapid-Präsident Michael Krammer im Zuge der Ordentlichen Hauptversammlung.

Insgesamt wurden vier Standorte im Großraum Wien analysiert, zwei Projekte sind im Endeffekt übrig geblieben.

Eine finale Entscheidung soll planmäßig bis spätestens Mitte 2018 fallen, die Umsetzung ist für das Jahr 2019 geplant.

Momentan läuft noch die Baukörperstudie. Aber für die Rapid-Führung kristallisiert sich bereits jetzt ein klarer Favorit heraus – sofern die Fragezeichen noch geklärt werden können.

Projekt 1: Wien-Energie-Zentrum plus Trainingsplätze Happel-Stadion

Rapid tendiert zu einer Lösung im 2. Wiener Gemeindebezirk.

Das Wien-Energie-Zentrum, wo der Stadtligist ASK Elektra seine Heimspiele austrägt, soll jene Fläche und Infrastruktur bieten, um Rapids Trainingszentrum ins Leben zu rufen.

Durch die örtliche Nähe zum Ernst-Happel-Stadion sollen zusätzlich weiterhin Trainingsplätze vor dem Nationalstadion genützt werden, wo bereits seit Beginn des Baus des Allianz Stadions im Sommer 2014 die Kleinsten bis hin zu den Profis trainieren – ausgenommen waren die Akademie-Mannschaften, die in Hütteldorf blieben.

Insgesamt sollen - beide Standorte einbezogen - acht bis neun Fußballplätze zur Verfügung stehen. „Im Wien-Energie-Zentrum ist ein wunderschönes Gebäude vorhanden, es bietet alle Voraussetzungen und ist unser bevorzugtes Projekt."

Zwei offene Punkte im Wiener Prater

Allerdings gibt es noch zwei offene Punkte: Für ASK Elektra muss eine Lösung gefunden werden, im besten Fall im Bezirk, mit dem Verein gibt es intensive Gespräche.

Laut Geschäftsführer Wirtschaft Christoph Peschek wird auch angedacht, eine Kooperation von Rapid und Elektra hinsichtlich Nachwuchsarbeit herbeizuführen, von der beide Seiten profitieren. Peschek ist zuversichtlich, dass eine Einigung erzielt werden kann.

Der zweite offene Punkt betrifft die Trainingsplätze beim Happel-Oval: Nur wenn Rapid langfristig, mindestens 30 Jahre, die Möglichkeit hat die Plätze zu pachten oder zu mieten, zahlen sich Investitionen an diesem Standort aus. Miteinbezogen muss in dieser Hinsicht etwa auch ein möglicher Neubau eines Nationalstadions, der diese Pläne über den Haufen werfen würde.

Schließlich sieht der Plan vor, ein Funktionsgebäude zu errichten, das den modernsten Ansprüchen genügt. Beide Punkte erachten sowohl Krammer als auch Peschek für durchaus lösbar.

Projekt 2: Trainingszentrum im Tullnerfeld

Wie vor kurzem an die Öffentlichkeit drang, denkt Rapid tatsächlich über eine Ansiedlung des Trainingszentrums außerhalb von Wien nach.

Genauer gesagt im Tullnerfeld in nächster Nähe und direktem Anschluss zum Bahnhof, wo eine direkte Verbindung in die Hauptstadt möglich gemacht wird.

„Wir haben dort die Möglichkeit, auf 100.000 Quadratmetern ein Trainingszentrum hinzustellen“, offenbart Krammer.

Auf die berechtigte Frage, ob es sich Rapid erlauben kann, aus Wien „auszuwandern“, hat Krammer folgende Antwort parat: „Wir kennen und stehen zu unseren Wurzeln und unserer Herkunft, das spielt in der Beurteilung natürlich eine Rolle. Aber es müssen auch die Kriterien erfüllt sein.“

Kosten knapp nicht im zweistelligen Millionenbereich

Die Finanzierung könnte ein entscheidender Punkt sein. Dass das Tullnerfeld billiger kommen würde, will Krammer nicht bestätigen.

„Wir sind mit der Baukörperstudie noch nicht ganz fertig. Aber für den Umbau eines vorhandenen Areals im Wien-Energie-Zentrum würde man wohl weniger investieren müssen als in ein komplett neues Gebiet.“

Es handelt sich nach dem Allianz Stadion um ein Millionenprojekt, das knapp nicht in den zweistelligen Bereich kommen sollte.

In puncto Finanzierung schließt Klub-Boss Krammer nichts aus: „Da ist alles möglich. Wenn wir den Finanzierungsbedarf wissen, ist alles denkbar von Bausteinsystem über Partnerschaft, Crowdfunding bis hin zur Finanzierung.“

Kein eigenes Internat, aber angestrebte Lösung

Ein eigenes Internat wie beim Beispiel RB Salzburg ist jedoch nicht umsetzbar. Viel mehr werden Kooperationen mit vorhandenen Institutionen angestrebt.

„Wir arbeiten an Internat-Lösungen und Schulkooperationen für Unter- und Oberstufe im 2. Bezirk ab Sommer 2018 oder 2019“, so Peschek. Auch ein Internat im 3. Bezirk soll mitbenützt werden können.

Sichergestellt werden sollen vor allem kurze Anfahrtswege im Herzen Wiens, um den Spielern laut Peschek „keine Weltreisen“ zuzumuten.

Dies würde sich im Tullnerfeld schon schwieriger gestalten. Die lange Suche dürfte jedoch endlich ein Ende haben. Bis Mitte 2018 soll feststehen, wo Rapid mit seinem Trainingszentrum sesshaft wird.


Textquelle: © LAOLA1.at

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