Ilzer: "Hätte alle tauschen können"

 

Sturm Graz musste am Sonntag erstmals seit dem Auftakt-Spieltag, als man sich Red Bull Salzburg 1:3 beugen musste, wieder eine Bundesliga-Niederlage hinnehmen. Auswärts im Steirer Derby gegen den TSV Hartberg setzt es eine 2:3-Pleite (Spielbericht >>>).

Wenn man die 1:4-Schlappe in der Europa League gegen PSV Eindhoven dazu nimmt, ist es sogar die zweite Niederlage für Sturm Graz in Folge. Eine Situation, mit der sich die "Blackies" in dieser Saison überhaupt noch nie auseinandersetzen mussten.

Dementsprechend sieht auch die Stimmung bei Sturm-Cheftrainer Christian Ilzer aus. "Es ist extrem ärgerlich", erklärt der Steirer im "Sky"-Interview. "Ich lasse auch keinen Donnerstag als Ausrede zu."

"Unser großes Thema ist die mentale Frische. Wenn man sich das zweite Gegentor anschaut, wenn man sich die Offensive anschaut, wie wir Chancen verklopfen oder im Mittelfeld in den Duellen überhaupt nicht dagegengehalten haben", hat Ilzer nach der Pleite in Hartberg einiges zu monieren.

Ilzer: "Das darf nicht unser Gesicht sein"

Vor allem die erste Halbzeit schmeckte dem Sturm-Coach überhaupt nicht. Das machte er auch zur Pause mit einem Vierfach-Wechsel deutlich. "In der Pause hätte ich jeden einzelnen austauschen können. Ich habe dann vier gewählt, aber im Prinzip hätte ich alle tauschen können, weil das einfach ein Zeichen war, dass ich mit so einem Auftreten ganz und gar nicht zufrieden war", so Ilzer.

"Das müssen wir knallhart analysieren. Da brauchen wir jetzt auch nicht beschönigen. So einen Auftritt gibt es nicht wie in der ersten Halbzeit", versucht Ilzer sein Team wieder auf Schiene zu bringen.

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

"Zweite Halbzeit war okay, aber wenn ich mir nur anschaue, erste Halbzeit keine Ecke, keinen Freistoß, nix. Zweite Halbzeit war ein anderes Gesicht, das war so, wie man in Hartberg auftritt. Das habe ich erste Halbzeit nicht gesehen. Das darf nicht unser Gesicht sein", fügt der Steirer an.

Am Ende des Tages gibt sich Ilzer aber als fairer Verlierer: "Hartberg hat sich den Sieg aufgrund der ersten Halbzeit absolut verdient, aber es war extrem unnötig. Wir brauchen einfach einen anderen Zugang zu dem Spiel, müssen wissen, was uns da erwartet und ganz anders auftreten."

Russ: "Das war unsere Trumpfkarte"

Auf Seiten des TSV Hartberg freut man sich natürlich, dass man ausgerechnet im Derby einen so wichtigen Sieg einfahren konnte. "Man sieht es im Gesicht, dass es mit sehr gut, wenn man 3:2 gewinnt gegen Sturm Graz. Derby gewonnen, es gibt nichts Schöneres", erklärt ein überglücklicher Kurt Russ.

"Ich bin riesig stolz. Wir haben genau das umgesetzt, was wir diese Woche traininert haben. Ich glaube, es ist voll aufgegangen. Ich hoffe, dass wir das beibehalten", schwärmt der Hartberg-Cheftrainer vom Auftritt seines Teams.

Matija Horvat streicht vor allem den Einsatz seiner Kollegen heraus: "Man hat gesehen, jeder hat für jeden gefightet heute. Wenn wir das jedes Mal am Platz bringen, können wir eigentlich nur als Gewinner vom Platz gehen."

Trotzdem muss auch erwähnt bleiben, dass Sturm in Halbzeit zwei nochmal gefährlich nahe kam, Hartberger Eigenfehler brachten den Rivalen zurück ins Spiel.

"Das ist leider bei uns so. Ich glaube, da spielen viele Emotionen mit", sagt Russ. "Das fehlt noch ein bisschen dieser Mannschaft, aber man sieht wieder, wie sie leidenschaftlich kämpft, nie aufgibt. Ich glaube, das war unsere Trumpfkarte."


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