Mujiri adelt Kiteishvili: "Ein Ausnahmemensch"

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Der Dienstag war für David Mujiri ein langer Arbeitstag mit vielen Meetings, der mit einer für ihn persönlich besonders erfreulichen Transfer-Meldung geendet hat.

Otar Kiteishvili setzt die Tradition der Georgier beim SK Sturm Graz fort, die der inzwischen 40-Jährige im Sommer 2001 begründet hat.

Das Engagement des offensiven Mittelfeldspielers kündigte sich seit Tagen an. Mujiri ist im Gespräch mit LAOLA1 froh, dass der Deal geklappt hat:

"Es freut mich sehr - nicht nur für Otar, sondern auch für Sturm, weil sie wirklich einen guten Spieler verpflichtet haben. Ich hoffe, dass sich Otar bei Sturm und in der österreichischen Liga noch besser entwickeln wird. Sie wissen vermutlich, was mir Sturm bedeutet. Sturm ist eine meiner Lieblingsmannschaften, ich war ein paar Jahre dort. Meiner Meinung nach haben sie einen wirklich guten Einkauf gemacht."

Mujiri: "Ein Ausnahmemensch"

Genau gesagt kickte Mujiri viereinhalb Jahre für die "Blackies" und kam in 106 Bundesliga-Spielen auf 20 Tore und 25 Assists.

Inzwischen ist er Generalsekretär des georgischen Fußballverbandes, weshalb dieser Transfer für ihn auch aus beruflicher Hinsicht ein sehr interessanter sei.

Wichtiger sei ihm jedoch der menschliche Aspekt: "Zuallererst ist Otar ein sehr guter Kollege und mein Freund und erst danach ist er ein Nationalmannschafts-Kandidat, denn er ist wirklich ein sehr, sehr besonderer Mensch. Für mich ist er ein Ausnahmemensch. Ich habe einst auch diesen Weg nach Graz gemacht. Ich hoffe, er kann noch besser als ich spielen. Er kann eine bessere Karriere als ich hinlegen. Das Potenzial dazu hat er."

Erst den Titel gekostet, dann ein "Traumspieler"

"Er hat in letzter Sekunde einen Elfmeter verschossen, der seiner Mannschaft den Titel gekostet hat. Das war eine schwierige Situation für ihn. Aber: Er hat das schnell hinter sich gelassen, er hat gekämpft. In diesem Jahr war er sehr gut, er war wirklich ein Traumspieler auf dem Platz."

David Mujiri

Mujiri lehnt es ab, die Stärken und Schwächen des 22-Jährigen zu beurteilen ("Das wäre nicht fair, das kann ein Trainer besser"), streicht aber nicht von ungefähr die menschlichen Qualitäten von Kiteishvili hervor.

Der frühere Mittelfeldspieler untermauert dies mit dem Umgang mit einem Negativerlebnis. Kiteishvili avancierte bereits in jungen Jahren zum Kapitän von Dinamo Tiflis. Als solcher übernahm er in der letzten Runde der vergangenen Saison gegen Torpedo Kutaisi im entscheidenden Spiel um die Meisterschaft in der Nachspielzeit Verantwortung.

"Er hat in letzter Sekunde einen Elfmeter verschossen, der seiner Mannschaft den Titel gekostet hat. Das war eine schwierige Situation für ihn. Aber: Er hat das schnell hinter sich gelassen, er hat gekämpft. In diesem Jahr war er sehr gut, er war wirklich ein Traumspieler auf dem Platz. Darum sage ich: Er ist ein Ausnahmemensch, er hat einen sehr guten Charakter. Er ist sportlich und privat ein sehr guter Mensch. Das Ende der letzten Saison war wirklich schwer für ihn und ich wünsche ihm, dass er das so schnell wie möglich vergisst."

Leadertyp und bester Spieler der Liga

Elf Tore und zehn Assists in den ersten 18 Liga-Spielen dieser Saison sind zumindest eine gute Antwort auf den unglücklichen Ausklang der vergangenen Spielzeit.

"Wir spielen in Georgien wie bis vor kurzem in Österreich mit zehn Mannschaften. Wir haben jetzt zwei Viertel hinter uns. Nach jedem Viertel wählt der georgische Verband den besten Spieler und nach beiden Vierteln ging die Auszeichnung an Otar. In diesen 18 Spielen war er der Beste der Liga. Er hat als offensiver Mittelfeldspieler nicht nur Tore geschossen und vorbereitet, sondern war auch ein Leader auf dem Platz. Dinamo hat eine ganz junge Mannschaft. In diesem Kader war er bereits einer der Erfahreneren und hat der Mannschaft geholfen, dass sie wieder um den Meistertitel kämpft."

Diese Leistungen fielen natürlich auf, weshalb sich Sturm auch nicht bei Ex-Spieler Mujiri erkundigen musste. "Ich habe noch Kontakt zu einer paar meiner früheren Mannschaftskollegen in Graz, aber über Otar hat sich niemand bei mir erkundigt. Er hat in den letzten Spielen in der Nationalmannschaft, der georgischen Liga und in der Europa League gegen Dunajska Streda so gut gespielt, dass Sturm wahrscheinlich nach diesen Leistungen die Entscheidung getroffen hat."

Sturm nicht als Zwischenschritt betrachten

Im georgischen Nationalteam ist Kiteishvili noch nicht etabliert. Seit Anfang 2017 kam er fünf Mal in Freundschaftsspielen zum Zug. Beim 1:1 im WM-Quali-Duell mit Österreich vergangenen September stand er nicht im Kader.

Mujiri blickt jedoch auch aus beruflicher Sicht nun umso aufmerksamer nach Graz: "Im September beginnt die Nations League, für den georgischen Verband ist das ein sehr wichtiges Turnier. Jeder Spieler, der sich entwickeln kann, ist sehr wichtig für uns. Er hat das Potenzial, nicht nur Sturm zu helfen, sondern auch der georgischen Nationalmannschaft - jetzt und in Zukunft."

Auch für Georgien gilt natürlich: Je mehr und vor allem je höherklassig engagierte Legionäre, desto besser. Mujiri rät Kiteishvili jedoch, Sturm nicht als Zwischenschritt zu betrachten, sondern sich voll auf diese Station einzulassen:

"Er muss sich darauf konzentrieren, mit Sturm Erfolg zu haben, sich zu entwickeln und dem Verein zu helfen - und dann nach dem Verein auch der Nationalmannschaft. Er kann sowohl mit der Nationalmannschaft als auch mit Sturm viel schaffen und um Titel kämpfen. Erst danach kann er an die Zukunft denken. Jetzt darf er sich nur auf seine Leistungen bei Sturm konzentrieren, denn es ist wirklich eine gute Stadt mit sehr guten Leuten und sehr guten Zuschauern."

Bester Georgier der Sturm-Geschichte?

"Ich war vielleicht der Erste, nach Mujiri sind jedoch viele weitere gekommen. Ich wünsche mir aber eines, und zwar dass Kiteishvili der beste Georgier der Sturm-Geschichte wird!"

David Mujiri

Nach Mujiri, Giorgi Shashiashvili, Giorgi Popkhadze und Ilia Kandelaki ist Kiteishvili bereits der fünfte Georgier, der das Sturm-Trikot trägt. "Ich habe echt keine Ahnung", lacht Mujiri darauf angesprochen, warum seine Landsleute bei den "Blackies" immer wieder in Mode sind.

"Aber ich kann nur eines sagen: An meine Zeiten habe ich nur gute Erinnerungen. Ich war vielleicht der Erste, nach Mujiri sind jedoch viele weitere gekommen. Ich wünsche mir aber eines, und zwar dass Kiteishvili der beste Georgier der Sturm-Geschichte wird! Das hoffe ich wirklich, weil er so viel Potenzial hat und ein so guter Mensch ist. Er ist so ein guter Spieler!"

Und einmal so richtig im Schwärmen bittet Mujiri auch eindringlich darum, folgendes auszurichten: "Liebe Grüße von meiner Seite an alle bei Sturm, an alle Grazer Einwohner und an alle Österreicher! Denn das sind mein Lieblingsverein, meine Lieblingsstadt und mein Lieblingsland!"

Ist hiermit ausgerichtet. Und beim Lieblingsverein, in der Lieblingsstadt und womöglich auch im Lieblingsland darf man nun gespannt sein, ob Kiteishvili hält, was Mujiri verspricht.

Textquelle: © LAOLA1.at

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