Endstand
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Einer wie Verinac im Derby - das gehört dazu

Lustenaus Angreifer wird gegen Altach zum Matchwinner. Der 21-Jährige trifft, legt vor, provoziert und wird gelobt.

Einer wie Verinac im Derby - das gehört dazu Foto: © GEPA

Er drehte ab, wirbelte per Kampfsport-Kick durch die Luft, kam vor dem Gästesektor zu stehen und präsentierte sich den Auswärtsfans. Da kam es schon geflogen, das Bier, und auch die Pyrotechnik.

In seinem ersten Ländle-Derby sorgte Antonio Verinac direkt dafür, in Erinnerung zu bleiben. Nicht nur mit seinem provokanten Jubel.

Beim 2:0-Sieg der Lustenauer Austria gegen den SCR Altach (zum Spielbericht >>>) brachte der 21-Jährige die Grün-Weißen mit einem stark gesetzten Kopfball erst in Führung, und legte dann den Treffer von Dominik Weixelbraun vor (45+1). Für Weixelbraun war es Saisontreffer Nummer fünf, Verinac traf bereits zum vierten Mal.

Allerdings: 745 Spielminuten stand Weixelbraun am Platz, 497 waren es bei Verinac. Die beiden Leihspieler funktionieren beim Aufsteiger bis dato wunschgemäß.

"Er ist ein Mentalitätsmonster"

Vor allem Verinac entpuppte sich als genau der richtige Typ für das brisante Spiel gegen den Lokalrivalen. "Das hat man heute gesehen", sagte sein Trainer Markus Mader. Ein wunderschönes Tor habe er erzielt, und ein Mentalitätsmonster sei Verinac ohnehin.

"Der ist mit Leib und Seele Mittelstürmer, er opfert sich auf." In manchen Bereichen habe er sicher noch Verbesserungsbedarf. "Aber wenn der so weitermacht, holt ihn St. Gallen noch im Winter zurück."

Ähnlich sah es Dieter Alge. "Er hat die Mentalität, der ist ein Winnertyp. Das merkst du, wenn er auf den Platz geht: Der ist hungrig, der will Tore machen", sagte Lustenaus Sportdirektor.

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Kaum zu stoppen: Verinac krönte seinen Saisonbeginn gegen Altach
Foto: ©GEPA

Oft übertreibe es Verinac da schon ein bisschen, dann müsse man ihn einfangen. "Er ist jung, muss noch viel lernen - aber in dem Spiel war er enorm wichtig, weil er auch die Abwehr beschäftigt hat", so Alge.

Und auch die gegnerischen Fans. Auf die Beschimpfungen aus dem Gästesektor in der Folge reagierte Verinac mit einem breiten Lachen.

"Wussten, was hier ansteht"

Verinac selbst wirkte fast schon euphorisiert nach dem Spiel. "Es ist ein Derby, man hat gesehen, wie die Fanlager rivalisieren und uns Spielern war bewusst, was hier ansteht", sagte er.

Dementsprechend hatte sich Lustenau auch eingeschworen. "Wir haben in der Mannschaft gesagt: Sollte einer von uns angegangen werden, stehen wir als Mannschaft hinter ihm." Der Beweis dafür wurde direkt geliefert, als das Spiel noch kaum im Gange war, gab es schon die erste Rudelbildung. Es blieb nicht die letzte.

Unfair habe man nie sein wollen, nach dem Spiel habe man mit den Altachern abgeklatscht, so Verinac. "Am Ende ist es Fußball, ein bisschen rivalisieren gehört dazu." Der Satz fiel noch öfters.

Bei Verinac selbst zum Beispiel. Wenn man sich seine Spielweise anschaue, sagt er, sei er eben ein wuchtiger, schneller Stürmer, der auch dreckig sein könne. "Das gehört ein bisschen dazu."

Umstrittene Torjubel

Dass Verinac - wie später auch Weixelbraun beim zweiten Tor - ausgerechnet vor dem Altacher Fanblock feierte, kam dort klarerweise nicht gut an. Das sei einfach die nächste Ecke gewesen, die sich zum Jubeln angeboten hätte, meinte Verinac. Und schob nach: "Vielleicht gehört es auch ein bisschen zu meiner Spielweise dazu, ein bisschen dazu, zu provozieren." Sollte das passiert sein, entschuldige er sich.

"Vielleicht gehört es auch ein bisschen zu meiner Spielweise dazu, ein bisschen dazu, zu provozieren."

Antonio Verinac

"Das ist ein bisschen seine Art - das gehört auch zum Fußball dazu", fand Alge. Mader hingegen nahm seine beiden Spieler in Schutz: "Ein Spieler dreht immer ab. Wir hätten auch lieber vor unseren Fans vor der Nord gefeiert." Eine Gelbe Karte wegen Unsportlichkeit sahen beide Spieler nicht.

Mit dem Derbysieg in der Tasche geht es für Verinac jetzt zum U21-Team seiner Heimat. Mit Kroatien trifft er auf Ungarn, die Ukraine und Litauen.

"Da komme ich in Kroatien auf jeden Fall mit einer breiten Brust an", sagte Verinac.

Und Selbstvertrauen, das gehört dazu.

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