Oft übertreibe es Verinac da schon ein bisschen, dann müsse man ihn einfangen. "Er ist jung, muss noch viel lernen - aber in dem Spiel war er enorm wichtig, weil er auch die Abwehr beschäftigt hat", so Alge.
Und auch die gegnerischen Fans. Auf die Beschimpfungen aus dem Gästesektor in der Folge reagierte Verinac mit einem breiten Lachen.
"Wussten, was hier ansteht"
Verinac selbst wirkte fast schon euphorisiert nach dem Spiel. "Es ist ein Derby, man hat gesehen, wie die Fanlager rivalisieren und uns Spielern war bewusst, was hier ansteht", sagte er.
Dementsprechend hatte sich Lustenau auch eingeschworen. "Wir haben in der Mannschaft gesagt: Sollte einer von uns angegangen werden, stehen wir als Mannschaft hinter ihm." Der Beweis dafür wurde direkt geliefert, als das Spiel noch kaum im Gange war, gab es schon die erste Rudelbildung. Es blieb nicht die letzte.
Unfair habe man nie sein wollen, nach dem Spiel habe man mit den Altachern abgeklatscht, so Verinac. "Am Ende ist es Fußball, ein bisschen rivalisieren gehört dazu." Der Satz fiel noch öfters.
Bei Verinac selbst zum Beispiel. Wenn man sich seine Spielweise anschaue, sagt er, sei er eben ein wuchtiger, schneller Stürmer, der auch dreckig sein könne. "Das gehört ein bisschen dazu."
Umstrittene Torjubel
Dass Verinac - wie später auch Weixelbraun beim zweiten Tor - ausgerechnet vor dem Altacher Fanblock feierte, kam dort klarerweise nicht gut an. Das sei einfach die nächste Ecke gewesen, die sich zum Jubeln angeboten hätte, meinte Verinac. Und schob nach: "Vielleicht gehört es auch ein bisschen zu meiner Spielweise dazu, ein bisschen dazu, zu provozieren." Sollte das passiert sein, entschuldige er sich.
"Vielleicht gehört es auch ein bisschen zu meiner Spielweise dazu, ein bisschen dazu, zu provozieren."
"Das ist ein bisschen seine Art - das gehört auch zum Fußball dazu", fand Alge. Mader hingegen nahm seine beiden Spieler in Schutz: "Ein Spieler dreht immer ab. Wir hätten auch lieber vor unseren Fans vor der Nord gefeiert." Eine Gelbe Karte wegen Unsportlichkeit sahen beide Spieler nicht.
Mit dem Derbysieg in der Tasche geht es für Verinac jetzt zum U21-Team seiner Heimat. Mit Kroatien trifft er auf Ungarn, die Ukraine und Litauen.
"Da komme ich in Kroatien auf jeden Fall mit einer breiten Brust an", sagte Verinac.
Und Selbstvertrauen, das gehört dazu.