Endstand
1:1
1:0 , 0:1
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Ein Derby-Punkt, der einen großen Unterschied macht

Nicht, weil er für Rapid in der Tabelle so wertvoll wäre. Sondern als Minimalertrag für viel Aufwand. Und um den nächsten Kapitalschnitzer ertragen zu können.

Ein Derby-Punkt, der einen großen Unterschied macht Foto: © GEPA

Ein Wiener Derby, das locker mit der dritten Enttäuschung in dieser Saison für den SK Rapid hätte enden können.

Weil schon zum dritten Mal in Folge ein kapitaler Eigenfehler zu einem Gegentreffer führte, dem die Gäste in der Generali-Arena lange ideenlos nachdackelten (Spielbericht>>>).

Bis zum perfekten Pass von Bendegúz Bolla auf Ercan Kara, dessen Kopfball auch nicht einfach zu verwerten war.

Die Welt blieb kurz stehen

"Das passiert in einer Millisekunde, dass du reagierst. In der einen Sekunde, in der er drübergeflogen ist, ist die Welt kurz stehengeblieben", grinste der Joker, der seine persönliche Torsperre wieder in Favoriten ablegte. Dort, wo er schon im letzten Frühjahr einen ganz wichtigen Treffer machte.

Ein Tor, das einen Punkt ermöglichte, der sich schon nach Erleichterung anfühlte. Weniger wegen seines tatsächlichen Werts in einer engen Tabelle. Nach der Sturm-Niederlage schon wieder als Verlierer vom Platz zu müssen, überhaupt im Derby, hätte aber Schmerzen bereitet.

"So einen hab ich von Romeo noch nie gesehen"

Zumal sich Spieler und Trainer in der Anfangsphase schon am längeren Ast sahen. Nicht in drückender Überlegenheit sichtbar, aber der eigene Zugriff auf das Spiel sorgte bis zum Blackout von Romeo Amane für Zufriedenheit.

"Wir hatten bis zum Tor alles im Griff, das Spiel gemacht, der letzte Pass ist vielleicht nicht angekommen. Aber die Austria hatte Probleme mit unserem System", war Rückkehrer Jannes Horn überzeugt.

"Da ist jetzt deutlich mehr Positivität, die wir in die nächste Woche mitnehmen können.

Johannes Hoff Thorup

Auch Johannes Hoff Thorup befand: "Wir haben das Spiel kontrolliert. Vielleicht nicht die großen Chancen gehabt, aber ihren Druck gut in der Hand gehabt und damit ein Spiel gesehen, das wir so wollten."

Aber dann kam eben der erneute Lapsus. "So einen hab ich von Romeo noch nie gesehen, auch nicht im Training", wunderte sich Horn über den Pass, dem gar nicht anzusehen war, wem er wirklich galt - so perfekt kam er für Kelvin Boateng.

"Diese zehn Minuten haben an uns genagt, das hat man gemerkt."

Hollywood produziert keinen Kassenschlager

Lange Zeit der zweiten Hälfte wirkte es dann nicht so, als könnte Rapid noch Zählbares mitnehmen. Das änderte sich auch nicht, als Hoff Thorup mit Kara, Janis Antiste und Yusuf Demir auf "Hollywood" umstellte. Das hätte der Austria allerdings wieder mehr Räume gegeben, statt für mehr Gefahr zu sorgen.

"Wir waren nicht mehr gut in den Zweikämpfen, hatten viele leichte Ballverluste und haben uns anstecken lassen", monierte Horn.

Weil die Austria den Deckel aber nicht draufmachte, war der Lucky Punch zum 1:1 doch möglich.

Verdient? Unverdient?

Auch das Derby wird genug Stoff zur Aufarbeitung bei Rapid bieten, nicht ganz so kritisch wie nach dem 0:2 gegen Sturm.

"Es gab in der ersten Hälfte viel Positives, mit Ausnahme der wenigen Chancen. Da sollten wir angesichts der Pässe und des Ballbesitzes mehr haben", befand Hoff Thorup.

Dass die Eigenfehler abgestellt gehören, sowieso: "Es braucht nur eine Situation, um dieses Momentum und das Selbstvertrauen zu verlieren. Und das kann dann das ganze Spiel verändern."

Über "verdient" und "unverdient" wolle der Däne im Fußball prinzipiell nicht sprechen, aber die Gesamtabrechnung des Spiels hätte einen "Nuller" sehr schmerzhaft gemacht. "Und das macht einen großen Unterschied, denn da ist jetzt deutlich mehr Positivität, die wir in die nächste Woche mitnehmen können."

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