So sollen Geisterspiele möglich sein

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Bis wieder Zuschauer in die Stadien gelassen werden, wird einige Zeit vergehen. Das heißt aber nicht, dass der Sport komplett stillstehen muss.

Norbert Nowotny von der Veterinärmedizinischen Universität Wien sieht Geisterspiele unter bestimmten Voraussetzungen als unproblematisch an: "Wenn man wüsste, dass alle Beteiligten Virus-frei sind, dann könnte man das machen."

Bei Leistungssportlern würden sich Corona-Symptome oft nicht wirklich zeigen. Auch hier würde demnach gelten: Testen, testen, testen. Virus-Schnelltests könnten Abhilfe und Sicherheit für alle Beteiligten schaffen.

Diese könnten völlig unkompliziert, zum Beispiel vor den Spielen, durchgeführt werden und würden nach fünf bis zehn Minuten ein Ergebnis bringen. Laut Nowotny sei mit solchen verlässlichen und kostengünstigen Tests in naher Zukunft - innerhalb weniger Monate - zu rechnen.

(Text wird unter dem VIDEO fortgesetzt)

Die derzeit im Umlauf befindlichen Covid-19-Schnelltests - sowohl Virus-, als auch Antikörpertests - sind jedoch noch mit einer hohen Unsicherheit behaftet. Wie vor wenigen Tagen auch die Ärztekammer moniert hat, sind sie daher nicht zu empfehlen.

Problem: Der Allgemeinheit kein falsches Bild vermitteln

Auch Hans-Peter Hutter, Public-Health-Experte von der Medizinischen Universität Wien, sieht die Möglichkeit von Geisterspielen: "Trainer, Journalisten, Ballkinder etc. sind nicht das Problem, da findet man mit den klassischen Regeln - Abstand plus Maske - das Auskommen."

Die Spieler selbst müssten sich zeitnahen Tests unterziehen, wobei man dies als Signalwirkung an die Bevölkerung klar kommunizieren müsse.

Hutter: "Für mich als Public-Health-Experten ist wichtig, dass die allgemein geltenden Maßnahmen nicht konterkariert werden und dass die Bevölkerung ihre Einstellung zu den Maßnahmen nicht aufgibt. Wenn man Geisterspiele zulässt, muss man sofort mit Begleitmaßnahmen kommunikativer Art anfangen."

Auch nach dem Sommer noch keine Massenveranstaltungen?

Spiele mit Tausenden von Zuschauern seien hingegen nicht nur aktuell, sondern auch in naher Zukunft nicht anzuraten. "Damit wäre der ganze Erfolg der strikten Maßnahmen mit einem Schlag zunichte gemacht", betont Virologe Nowotny.

Der Prozentsatz der Durchseuchung der Gesellschaft werde in Österreich im Vergleich mit anderen Ländern wie dem schwer betroffenen Italien relativ gering sein. In Zukunft müsse man deshalb noch mehr aufpassen, dass die Epidemie nicht wieder aufflammt.

"Großveranstaltungen werden deshalb wohl länger nicht erlaubt werden", meint Nowotny. Eine genaue zeitliche Prognose sei schwierig. Möglicherweise bis in den Herbst hinein seien sportliche Events mit sich dicht aneinanderdrängenden Fans nicht ratsam.

"Bei Sportarten, die stark von der Zuschauerbeteiligung leben, wird 2020 kein Jubeljahr. Denn Zuschauer sind bis in den Sommer derzeit einfach nicht denkbar, und es kann gut sein, dass Massenveranstaltungen auch darüber hinaus nicht abgehalten werden können", stimmt Hutter zu.

Der Public-Health-Experte führt Fußball und Eishockey an, aber auch Ski-Rennen. Der Alpin-Weltcup soll Ende Oktober in Sölden starten.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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