Pastoor: "Reise nach Vorarlberg harte Partie"

 

Drei Tage nach einer enttäuschenden 1:3-Niederlage bei der Admira, die den SCR Altach kurzzeitig ans Tabellenende spülte, sieht die Vorarlberger Welt am Samstag-Abend wieder ganz anders aus.

Der SCR Altach konnte sich durch eine beherzte Defensivleistung ein 0:0-Remis gegen den SK Rapid erarbeiten, trotz Unterzahl ab der 22. Minute nach Gelb-Rot für Schreiner (Spielbericht >>>).

Kein Wunder, dass Altach-Trainer Alex Pastoor zufriedener mit seiner Mannschaft war, als noch vor wenigen Tagen. Vor allem zwei Punkte freuen den 54-jährigen Niederländer besonders. "Was mir sehr gut gefällt, ist die mentale Aufstellung, weil der Körper müde war", sagt Pastoor, der die Belastung durch die englische Woche anspricht, unmittelbar nach dem Spiel bei "Sky".

"Das zweite, was mir sehr gut gefällt: Wir haben zweimal hintereinander gezeigt, dass eine Reise nach Vorarlberg eine harte Partie wird. So soll es bleiben", spricht Pastoor den 2:1-Sieg gegen den SK Sturm in der 15. Runde an.

Konstanz gefragt

Bei den Vorarlbergern wechseln sich in den letzten Wochen Genie und Wahnsinn regelmäßig ab. Auf eine 1:3-Niederlage in Tirol folgte der Sieg gegen Sturm Graz, der nach einer schlechten Leistung gegen die Admira schnell vergessen war. Nun zwar kein Sieg gegen Rapid, dafür eine fantastische Abwehrleistung unter starkem Druck der Hütteldorfer.

"Einmal gut spielen, ob es Eislaufen, Tennis oder Fußball ist, das kann jeder. Jeder Spieler kann einmal auf Bundesliganiveau spielen, aber immer bestätigen und über diese Bestätigung hinauszugehen, ist nur für die besten Sportler möglich. Dass wir das Potenzial in diese Richtung haben, ist schon klar, aber das jedes mal abzurufen, das gehört zu den Allerbesten. So gut sind wir noch nicht", bilanziert Pastoor.

Zwar ist die Qualifikation für die Meisterrunde immer noch möglich, wahrscheinlicher ist aber, dass sich die Altacher auf den Abstiegskampf besinnen müssen. In den nächsten fünf Runden sind weiter gute Leistungen gefordert, um sich für die Punkteteilung in eine aussichtsreiche Position zu begeben.

Der Punkt gegen Rapid hat die Vorarlberger immerhin vom Tabellenende gebracht, die punktgleiche Admira ist durch das schlechtere Torverhältnis neues Schlusslicht. Doch vor allem nach dem Platzverweis für Schreiner sah es nicht gut aus für Pastoors Team, der den Ausschluss auch als Auftrag an seine Person verstand.

"Ich habe gedacht, vor allem nach der Roten Karte, dass ich sehr anwesend sein sollte, um die Mannschaft zu unterstützen", erklärt der Niederländer, der gewusst hat, dass eine bereits knackige Aufgabe nun um einiges schwerer wurde.

"Mit elf Spielern ist es gegen Rapid schon schwer, weil sie eine sehr gut Fußball spielende Mannschaft haben, finde ich. Mit zehn ist es einfach noch schwieriger", so Pastoor, der die Organisation seiner Mannschaft auf dem Platz lobt. Altach habe zwar "nach vorne nicht nicht so viel gebracht, aber wir haben ziemlich gut verteidigt", analysiert der Niederländer, der ein Extralob verteilt.

Matchwinner Kobras

"Ich muss auch sagen, dass Kobras uns zweimal, dreimal gerettet hat", weiß Pastoor, der den Punktgewinn als Belohnung für die Mannschaftsleistung sehen will.

Der angesproche Torhüter Martin Kobras ist in dieser Saison nicht zu beneiden - in 13 Spielen kassierte er 24 Gegentreffer. Da ist ein Spiel zu Null - das zweite in dieser Saison - Balsam auf die Seele des 34-Jährigen.

"Wir sind froh, dass wir zu Null gespielt haben, das haben wir in dieser Saison auch noch nicht so oft geschafft", sagt Kobras direkt nach dem Spiel.

"Es war einfach ein immenser Fight über 90 Minuten. Wenn du so lange in Unterzahl bist gegen eine, wenn nicht sogar die beste Mannschaft momentan in Österreich, brauchst du natürlich auch etwas Glück", so der 34-Jährige.

Druck standgehalten

Kobras sieht ebenfalls eine sehr starke Abwehrleistung seiner Mannschaft, vor allem in der ersten Halbzeit. In der zweiten Spielhälfte hätten die Hütteldorfer den Druck zwar erhöht, "im Großen und Ganzen haben wir es gut verteidigt", resümiert Kobras zufrieden.

Auch der gebürtige Bregenzer bemängelt wie Cheftrainer Pastoor die Konstanz der Vorarlberger. "Ich denke, wir haben vor ein paar Tagen eine bittere Niederlage einstecken müssen. Davor war ein gutes Spiel. Es ist von den Leistungen momentan ein Wechselspiel. Wir müssen schauen, dass wir Konstanz reinbringen", sagt Kobras.

In den letzten fünf Spielen des Grunddurchgangs geht es dreimal gegen Mannschaften, die sich aktuell in der unteren Tabellenhälfte wiederfinden. Nach dem Gastspiel bei der Wiener Austria muss Altach beim WAC und gegen den LASK bestehen. Zum Abschluss geht die Reise nach St. Pölten, ehe der Aufsteiger aus Ried im Ländle antanzt.

Wenn die Altacher am kommenden Samstag gegen die Austria an die Leistung gegen Rapid anknüpfen können, wird es in der Qualifikationsgruppe möglicherweise nicht nur gegen den Abstieg gehen.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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