Wer soll neuer Rapid-Kapitän werden?

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Beim SK Rapid ist eine neue Zeitrechnung angebrochen.

Der am Ende doch ein wenig überraschende Wechsel von Stefan Schwab zu PAOK Saloniki hat eine große Lücke in das Mannschaftsgefüge der Hütteldorfer gerissen. Viele Fans vermissten zumindest in der Außendarstellung den unbändigen Willen, den Kapitän an Bord zu halten.

So kam es, wie es nun gekommen ist. Schwab ist nicht mehr da und die Wiener müssen nicht nur einen Ersatz finden, der als Führungsspieler und Assistkönig in seine Fußstapfen tritt, sondern auch die Kapitänsrolle annähernd so ausfüllen kann, wie es der Saalfeldner getan hat.

Einige Kandidaten liegen auf der Hand. Doch wenn man genauer hinsieht, sprechen auch unterschiedlichen Gründe dagegen. Andere wiederum stehen nicht so im Rampenlicht, könnten jedoch vielleicht besser geeignet sein.

LAOLA1 nennt Kandidaten für die Kapitäns-Nachfolge von Schwab und will auch eure Meinung wissen:

CHRISTOPHER DIBON:

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Der logische Kandidat für die Nachfolge von Schwab! Dibon ist seit sieben Jahren beim Verein, gehörte in den vergangenen Jahren dem Mannschaftsrat an, war Schwabs Stellvertreter und seine Meinung hat innerhalb der Mannschaft Gewicht. Auch die Trainer lobten immer wieder neben Schwab auch Dibons Führungsqualitäten. Das große Fragezeichen: Wie oft kommt Dibon wirklich als Kapitän in Frage? Die Verletzungsanfälligkeit des 29-jährigen Innenverteidigers ist enorm. Erstmals seit langem konnte der Schwechater diese Saison fast durchspielen, ehe ihn der Kreuzbandriss abermals aus der Bahn warf. Damit ist er auch frühestens 2021 wieder ein Thema und kommt somit auf jeden Fall im Herbst nicht als Kapitän in Frage.

MAXIMILIAN HOFMANN:

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Auch der 26-jährige Innenverteidiger trug schon die Schleife und war immer eine der Optionen, wenn der Stammkapitän ausfällt. Kein Wunder, seit 17 Jahren hat sich der Ur-Rapidler den Hütteldorfern verschrieben und war lange Zeit einer der wenigen waschechten Wiener im Kader. Hofmann kennt den Verein in- und auswendig, vertritt in der Öffentlichkeit gerne seine Meinung und ist aufgrund seiner Vereinstreue angesehen. Allerdings reichte es zuletzt zu selten zum Stammspieler, auch kleinere Verletzungen durchkreuzen immer wieder die Pläne des Defensivspielers. Diese Saison reichte es zu 18 Bundesliga-Einsätzen, vergangenes Jahr nur zu 14. Um wirklich einen Kapitän aufzubauen, der in jedem Spiel die Schleife trägt und gesetzt ist, ist das zu wenig. Vielleicht vor Dibons Rückkehr aber zumindest im Herbst? Im ersten Test gegen Draßburg durfte er die zweite Halbzeit Captain sein.

MARIO SONNLEITNER:

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Der Routinier im Kader ist ein Stehauf-Männchen, kämpfte zwischenzeitlich bereits gegen seine Ausbootung in Zeiten von Mike Büskens, aber hält sich mittlerweile als Steirer seit zehn Jahren beim Verein. Sonnleitner ist angesehen - als Führungsspieler, als erfahrener Akteur im Abwehrverbund - und trug bereits die Kapitänsbinde bei Rapid. Die Wiener werden allerdings beabsichtigen, einen Kapitän möglichst auf längere Zeit zu installieren. "Sonni" besitzt noch einen Vertrag bis 2021, ist mittlerweile schon 33 Jahre alt und auch er kämpft immer wieder gegen kleine Blessuren, die ihm den Stammplatz rauben. So wird es schwierig.

RICHARD STREBINGER:

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Hinter den Top-3-Kandidaten - welche die logische Nachfolge von Schwab antreten könnten, jedoch allesamt nicht dauerhaft Stammspieler sind - ist Richard Strebinger zu nennen. Am Nummer-1-Status des 27-Jährigen ist nicht zu rütteln - schon gar nicht nach dem Abschied von Tobias Knoflach. Paul Gartler und Niklas Hedl müssen da erst einmal hinschnuppern. Nach eigenen Angaben machen ihm auch die zuletzt aufgetretenen Rückenschmerzen keine Sorgen. Strebinger ist mittlerweile fünf Jahre im Verein, gilt als intelligenter Charakter, der in der Mannschaft gut ankommt, jedoch vielleicht nicht jener Lautsprecher wie ein Dibon, Hofmann oder Sonnleitner ist. Wechsel-Gerüchte gab es, doch Strebinger hielt Rapid die Treue. Allerdings ist ein Torhüter nicht für jeden Trainer ein geeigneter Kapitän. Trotzdem hätte der Keeper das Potenzial, Rapid als Kapitän anzuführen.

DEJAN LJUBICIC:

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Möglicherweise für einige überraschend, doch warum sollte man nicht den Namen von Dejan Ljubicic ins Rennen schicken? Der erst 22-jährige defensive Mittelfeldspieler ist, nur unterbrochen durch eine einjährige Leihe nach Wr. Neustadt, seit 2006 bei den Wienern und hat sich stets - bevorzugt in Derby-Wochen - als Rapidler durch und durch gegeben. Sein Potenzial hat er längst bewiesen, auch wenn er mit der verpatzten Transfer-Posse um einen Wechsel in die USA sicher ein wenig an Kredit verspielt hat. Um das gut zu machen, trumpfte er im Frühjahr aber stärker als zuvor auf. Ljubicic nimmt bei Rapid eine zentrale Rolle ein, lernte direkt an der Seite von Schwab und bezeichnete diesen als seinen "großen Bruder". Transfer-Gerüchte gibt es auch diesen Sommer, möglicherweise ist Ljubicic nach der Transfer-Causa mit der MLS vorsichtiger geworden und die Kapitänsschleife wäre ein Anreiz, bei Rapid zu bleiben und in große Fußstapfen zu treten. Im ersten Testspiel gegen ASV Draßburg durfte er 45 Minuten die Schleife tragen - und bekam etwa den Vorzug vor Thomas Murg.

THOMAS MURG:

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Der 25-jährige Steirer ist nämlich durchaus zum Kreis der Anwärter zu zählen. Viereinhalb Jahre trägt er das grün-weiße Dress, widerstand bisher Angeboten aus dem Ausland und ist ein Mann der offenen Worte, der nicht davor zurückscheut, auch mal lautstark seine Meinung kundzutun. Trotzdem ist es kein großes Geheimnis, dass auch Murg irgendwann noch - sofern möglich - den nächsten Schritt in seiner Karriere machen will, aber das trifft auf mehrere zu. Nach starken Leistungen war 2019/20 nicht ganz seine Parade-Saison, in der er auch aufgrund einer Verletzung im Finish nur auf 20 Bundesliga-Einsätze kam. Dass er bei Rapid eine führende, zentrale Rolle einnehmen kann, hat er jedoch mehrfach bewiesen. Was eigentlich kein Thema sein sollte, jedoch in Fan-Kreisen mitspielt, ist seine kurze Austria-Vergangenheit, die gegen ein Kapitäns-Amt bei Rapid spricht. Murg hat sich aber seit Jahren mit Leib und Seele Rapid verschrieben und sich aufgrund der Leistungen und seiner Wichtigkeit im Team eine Chance verdient.

THORSTEN SCHICK:

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Abschließend ein weiterer Außenseiter-Tipp! Schick hat in seiner Karriere schon viel gesehen, bringt mit 30 Jahren viel Erfahrung mit und genießt das Vertrauen von Trainer Didi Kühbauer, der ihn noch von der Admira kennt und nicht umsonst wieder in sein Team geholt hat. Nach gutem Start wurde die erste Saison getrübt durch eine Meniskus-, Sehnen-, Seitenbandverletzung im Knie. Erst im Frühjahr feierte der Ex-YB-Bern-Meisterkicker sein Comeback, den Stammplatz greift er jedoch wohl erst in der neuen Spielzeit an. Schick bringt noch nicht die jahrelange Rapid-DNA mit, hat sich aber schnell eingelebt und Führungsqualitäten mitgebracht. Ob das reicht, um möglicherweise eine ganz neue Zeitrechnung bei Rapid einzuläuten, bleibt abzuwarten.

Textquelle: © LAOLA1.at

Das sagt Rapid-Keeper Richard Strebinger zu Verletzungs-Gerüchten

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