Kühbauer: "Schaub würde uns gut stehen, aber..."

 

Der SK Rapid ist am Dienstag in die Frühjahrs-Vorbereitung eingestiegen.

Beim Auftakt beim Happel-Stadion fehlten nur die Langzeit-Verletzten wie etwa Philipp Schobesberger und Tamas Szanto sowie Filip Stojkovic, der aufgrund des orthodoxen Weihnachtsfestes noch länger frei hat, und der zum Bundesheer eingerückte Kelvin Arase.

Letzterer soll aber - so hofft Rapid - zumindest im Trainingslager mit dabei sein. Thorsten Schick ist ebenso wie Koya Kitagawa retour, Dalibor Velimirovic ist im Lauftraining und auch Stephan Auer ist schon weiter als gedacht.

Das Haupt-Thema war jedoch ein alter Bekannter, der aber (noch) nicht anwesend war: Louis Schaub. Die Aussortierung des 25-jährigen Ex-Rapidlers beim 1. FC Köln hat die Hoffnung vieler Fans, einiger Medien und der kühnsten Optimisten genährt, den verlorenen Sohn bald wieder in Hütteldorf zu sehen.

Nehmen würde man ihn laut Rapid-Trainer Didi Kühbauer mit Handkuss, wie er LAOLA1 verrät. "Schaub würde uns gut stehen", grinst Kühbauer, schießt aber nach: "Wenn so renommierte Klubs aus Deutschland hinter ihm her sind, dann ist das doch eher unwahrscheinlich."

Kühbauer: "Louis wäre ein super Spieler für uns"

Vor allem der Hamburger SV und der VfB Stuttgart werden mit Schaub in Verbindung gebracht, der mit starken Leistungen maßgeblichen Anteil am Aufstieg der Geißböcke in die Bundesliga hatte, in dieser jedoch nicht mehr so berücksichtigt wurde.

Nun zogen Neo-Trainer Markus Gisdol und Sportdirektor Horst Heldt überraschend einen Schlussstrich, weshalb sich der Mittelfeld-Akteur nach einem neuen Arbeitgeber umsieht.

"Louis wäre ein super Spieler für uns. Ich würde ihn nehmen, aber das Paket muss passen", hätte Kühbauer schon Verwendung für den variablen Offensivakteur. "Aber er sieht seinen Weg wohl noch weiter im Ausland. So schlau sind wir alle, dass der finanzielle Aspekt eine große Rolle spielt. Ich glaube nicht, dass wir da mithalten können, das werden wir auch nicht tun."

Gab es denn prinzipiell Kontakt? "Ich muss da nicht mit ihm reden, aber natürlich haben wir über ihn geredet. Aber die Realität ist anders, ich weiß, was es im Ausland zu verdienen gibt, da können wir nicht mit."

Schaub-Förderer Barisic bestätigt Telefonat

Mit Sportdirektor Zoran Barisic hat Rapid jedoch ein Ass im Ärmel, schließlich gilt der Ex-Profi als großer Förderer Schaubs während dessen Zeit als Trainer der Kampfmannschaft.

Wie dieser bestätigt, gab es auch ein Telefonat mit Schaub während der Winterpause. "Es hat natürlich ein Telefonat gegeben, weil Louis am 29. Dezember Geburtstag gehabt hat. Er ist 25 Jahre alt geworden. Ich habe gefragt, wie es seiner Familie geht und wir haben uns natürlich über viele Dinge unterhalten - privat."

Dabei lässt der sportliche Leiter nicht unbetont, dass er seinen Ex-Schützling am liebsten im Rapid-Dress sehen würde. Allerdings erscheint dies in Zeiten wie diesen nicht sehr realistisch und ist somit auch für "Zoki" kein Thema.

"Louis Schaub wäre immer was für Rapid, aber wir sollten die Kirche im Dorf lassen. Was das Gesamtpaket betrifft, werden wir ihn uns einfach nicht leisten können. Was ich so vernommen habe, hat er sehr viele Angebote. Das ist ja erst frisch herausgekommen und er wird das eine oder andere Angebot aus Deutschland haben."

Martic-Abgang wahrscheinlich, keine aktiven Transferbemühungen

Der große Drang, Veränderungen herbeizuführen, herrscht bei Rapid ohnedies nicht. Die Entwicklung im Herbst bewertet man als durchaus positiv, eine große Kader-Umstellung ist nicht geplant.

Barisic bestätigt, dass sich nicht viel tun wird, sollte es nicht zu ungeplanten Abgängen kommen. Der eine oder andere Abschied in der Winterpause sei aber durchaus möglich.

Als wohl größter Kandidat für einen Wechsel gilt Manuel Martic. Der 24-jährige defensive Mittelfeldspieler kam im Herbst auf lediglich 23 Bundesliga-Minuten und stand zumeist nicht einmal im Kader.

Kühbauer bestätigt, schon im Herbst ein Gespräch mit dem Spieler geführt zu haben, dass er es sehr schwer haben wird.

"Er weiß, wie es um ihn steht und dass die Aufgabe für ihn sehr schwierig ist. Ich mag ihn sehr gerne, weil ich ihn schon bei St. Pölten gehabt habe. Aber ich glaube nicht, dass es ihm was hilft, wenn er hier sechs Monate nur ein Trainingsgast ist bzw. wenig spielen wird. Ich will schon, dass er wieder zu Spielen kommt, das wird bei uns aber sehr schwierig für ihn. Ich würde es ihm wirklich wünschen, wenn er einen Klub findet, weil er ist für mich nach wie vor ein guter Spieler."

Kader-Situation zufriedenstellend, Junge drängen nach

Prinzipiell ist der Kader in der Breite größer geworden. Hauptgrund dafür ist die Vielzahl an jungen Spielern, die unter dem Führungs-Duo Kühbauer/Barisic eine Chance bei den Profis bekamen und auch weiterhin im Training und Trainingslager dabei sein sollen.

Der Trainer ist mit der Kader-Situation durchaus zufrieden. "Ein Trainer hätte immer gerne etwas Neues, aber wir kriegen jetzt mal Schick und andere Spieler, die lange verletzt waren, zurück. Ich glaube, dass wir gut aufgestellt sind und in Wahrheit jetzt eine gute Mannschaft haben. Wenn irgendetwas passieren würde, was ich nicht hoffe, dann müssten wir reagieren."

Ähnlicher Ansicht ist auch der Sportdirektor: "Wir haben eine tolle Mannschaft. Was Zugänge betrifft, ist im Moment nichts geplant. Ich würde die von Verletzungen zurückgekehrten Spieler und die Sommer-Neuzugänge, die jetzt voll integriert sind, als Neuzugänge bezeichnen."

Der Konkurrenzkampf ist gestiegen, aber Barisic stellt klar: "Wir sind nicht dazu da, alle zufriedenzustellen. Die, die da sind, müssen mit Leistungen versuchen, ihren Platz zu behalten. Wir sind glücklich über die jetzige Situation und auch darüber, junge Spieler schnellstmöglich zu integrieren."

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Textquelle: © LAOLA1.at

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