Rapid-Debüt: Feldhofers katastrophaler Derby-Fluch

Rapid-Debüt: Feldhofers katastrophaler Derby-Fluch Foto: © GEPA
 

Es gibt wahrlich einfachere Aufgaben, als sein Debüt in einem Wiener Derby zu geben.

Ferdinand Feldhofer wird am Sonntag (ab 17 Uhr im LIVE-Ticker) erstmals als Cheftrainer auf der Bank des SK Rapid Platz nehmen. Der Vorteil: Extra-Motivation benötigt vor dem Duell um die Nummer 1 in Wien keiner, zu aufgeheizt, emotional und prestigeträchtig ist die Stimmung vor dem Aufeinandertreffen von Grün-Weiß und Violett. Noch dazu jagen die Hütteldorfer noch immer den ersten Derby-Sieg im Allianz Stadion, das mittlerweile über fünf Jahre steht.

Eines sollte Feldhofer bei seiner Ansprache ohnehin im Verborgenen halten - seine eigene Derby-Statistik. Denn zwischen Jänner 2002 und Juli 2005 trug der Defensivspieler selber das Rapid-Dress. In Erinnerung blieb nicht nur sein Kopf-Schulter-Tor zum Meisterschaftsgewinn 2005, sondern auch sein katastrophaler Fluch gegen die Austria.

Insgesamt traf er elf Mal als SCR-Spieler auf den Erzrivalen aus Favoriten. Die magere Ausbeute: Sieben Unentschieden, vier Niederlagen - inklusive der bitteren 1:3-Pleite im ÖFB-Cup-Finale 2005. Generell sind ihm wohl Spiele gegen die Austria nicht in allzu guter Erinnerung, denn in insgesamt 34 Spielen mit Sturm Graz, Rapid und Wacker Tirol gelangen lediglich 4 Siege bei 16 Remis und 14 Niederlagen. Immerhin konnte er das einzige Duell als Trainer mit dem FAK für sich entscheiden: 3:2 (h) mit dem WAC.

Diese Bilanz ist auf jeden Fall ausbaufähig, umso glücklicher wird Feldhofer sein, dass ihm diese Chance gegeben wird. Ein Sieg am Sonntag wäre gleichbedeutend mit seinem ersten Sieg in einem Wiener Derby überhaupt.

FELDHOFERS DERBY-BILANZ:

Saison Datum Ergebnis
2001/02 6.3.2002 1:1 (h)
2001/02 24.4.2002 1:1 (a)
2002/03 7.8.2002 1:1 (a)
2003/04 17.8.2003 2:2 (h)
2003/04 29.10.2003 0:2 (a)
2003/04 7.3.2004 1:1 (a)
2004/05 1.8.2004 1:1 (a)
2004/05 24.10.2004 1:1 (h)
2004/05 13.3.2005 0:1 (a)
2004/05 26.5.2005 0:1 (h)
2004/05 1.6.2005 1:3 (Cup-Finale, Happel-Stadion)

Feldhofers Trainer-Debüts bisher erfolgreich

Es handelt sich aber nicht nur um das Derby, sondern prinzipiell um das Trainer-Debüt Feldhofers bei Rapid. Und in dieser Hinsicht hat der 42-jährige Steirer gute Erinnerungen.

Als er im Oktober 2015 beim SV Lafnitz anheuerte, spielte dieser noch gegen den Abstieg in der Regionalliga Mitte. Beim Debüt am 20. Oktober 2015 stellte sich Feldhofer mit einem 4:2 gegen Annabichl vor. Die Erfolgsgeschichte danach ist bekannt. Durchmarsch in der RLM, Aufstieg und Festigung in der 2. Liga, ehe er vom Wolfsberger AC abgeworben wurde.

Auch beim WAC fügte sich der Ex-Verteidiger mit einem Sieg ein. Am 15. Februar 2020 konnte bei seinem Bundesliga-Debüt ein 3:0 gegen den TSV Hartberg bejubelt werden.

Titelhamster mit durchwachsenen Debüts

Als aktiver Spieler absolvierte Feldhofer in seiner Karriere insgesamt 337 Pflichtspiele, in denen ihm 19 Tore und 1 Assist gelangen. Auf nationaler Ebene waren es mit Bundesliga und ÖFB-Cup 299 bei 15 Toren und 1 Assist.

Der beinharte Abwehrspieler wurde insgesamt drei Mal Meister: 1998/99 mit dem SK Sturm Graz, 2004/05 mit dem SK Rapid und 2010/11 in seiner zweiten Ära bei den "Blackies". Mit diesen gelang ihm 2009/10 auch der Cup-Sieg.

Ob das erste Mal auch als Spieler weh tat? Sein Debüt in einem der zwei großen nationalen Bewerbe ging beim SK Sturm Graz mit den Sturm Amateuren am 21. August 1998 mit einem 0:3 gegen Braunau ordentlich in die Hose. In der Kampfmannschaft angekommen, schaute beim Bundesliga-Debüt, dem ersten Auflaufen auf Profi-Ebene, am 4. Dezember 1998 immerhin ein 2:0-Erfolg gegen den LASK heraus.

Besser lief es bei Rapid, wo er am 24. Februar 2002 über einen 1:0-Sieg gegen Austria Salzburg jubeln durfte. Die Mozartstädter waren es aber auch, die ihm das Cup-Debüt in Grün-Weiß im Achtelfinal-Heimspiel am 19. März 2002 mit einem 1:2 verpatzten.

Beim ersten Auftritt für Wacker Tirol schaute am 13. Juli 2005 ein 0:0 gegen Ried heraus, im Cup stand am 27. September 2005 ein 3:0 gegen Sattledt zu Buche. Bei seiner Rückkehr zu Sturm stellte er sich am 5. Juli 2008 im UI-Cup mit einem 2:0 gegen Soligorsk vor, ehe am 8. Juli 2008 in der Bundesliga ein 3:1-Heimsieg gegen Rapid eingefahren wurde. Gegen SV Neuhofen/Ried II verlief auch das Cup-Debüt am 12. September 2008 erfolgreich - 5:0.

Der Start ist bekanntlich immens wichtig und richtungsweisend - durch den vorherrschenden Druck beim SK Rapid vielleicht sogar noch ein bisschen mehr. Deshalb kann Feldhofers Mission nur "Derbysieg" heißen.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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