Goiginger: Brauchen uns vor niemandem verstecken

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18 Liga-Spiele, drei Tore und neun Assists, dazu drei Tore in vier Europa-League-Qualipartien. Das sind die starken Herbst-Statistiken von LASK-Profi Thomas Goiginger.

Der 25-Jährige hat nie eine Akademie eines Bundesligaklubs durchlaufen, er hat sich einfach immer weiter nach oben gekämpft. So weit, dass er es im November zu einer Einberufung ins ÖFB-Team gebracht hat.

"Ich habe immer diesen Antrieb, meine Leistungen zu bestätigen. Ich war jetzt einmal dabei, da möchte ich natürlich gerne wieder dabei sein. Aber ich setze mir nie Ziele, ich will mich immer verbessern", sagt Goiginger im Gespräch mit LAOLA1.

Die Bedeutung von Zwischenzielen

Mit seiner persönlichen Einstellung vertritt der Flügelstürmer auch den Mannschaftsgeist des LASK. Auch die Glasner-Elf will sich nicht in die Karten schauen lassen und vermeidet die öffentliche Kommunikation von Zielen.

"Da geht nur der Fokus verloren", so der Salzburger. Das Team sei sehr bescheiden und das würde sehr gut funktionieren.

Goiginger eiskalt vor dem Tor
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Dennoch, kleine Etappen setzen sich auch die Oberösterreicher. "Wir setzen uns Zwischenziele, Aufstieg in die nächste Cup-Runde oder Qualifikation für das obere Playoff beispielsweise. Solche Zwischenziele sind, glaube ich, auch sehr wichtig, weil man sich immer wieder vor Augen führen kann, ob man auf dem richtigen Weg ist", erklärt Goiginger.

Mit dieser unaufgeregten Herangehensweise bewertet der 25-Jährige auch seine eigenen Leistungen.

Sportlich gesehen sei es wohl das beste Jahr seiner Karriere gewesen, bestätigt er. Für Goiginger aber nur ein Grund, um noch mehr Gas zu geben.

"Ich bin kein Mensch, der sich auf etwas Erreichtem ausruht. Ich weiß, dass es noch besser geht."

Es sei eine große Herausforderung diese Leistungen nun zu bestätigen und weiter an den eigenen Schwächen zu arbeiten.

Um welche Schwächen es sich dabei handelt, will der ehrgeizige Angreifer nicht preisgeben. "Es geht in jedem Bereich noch besser. Ich bewerte mich nicht gern selbst, das sollen andere machen."

"Das hat sehr, sehr wehgetan"

Bei den Einschätzungen der Experten kommt die Nummer 27 des LASK durchgehend gut weg. Es läuft in dieser Saison einfach bei den Oberösterreichern und der laufstarke Salzburger ist einer der Erfolgsgaranten.

Dabei beginnt die Saison der Athletiker mit einem bitteren Nackenschlag, dem unglücklichen Aus gegen den türkischen Spitzenklub Besiktas in der 3. Runde der Europa-League-Quali.

Europacup-Abende in Pasching
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"Das war schon hart für uns als Mannschaft. Das hat sehr, sehr wehgetan", gibt der Blondschopf zu.

Aber, das Ausscheiden hat für den LASK auch eine positive Wirkung: "Wir haben gesehen, dass wir uns vor niemandem verstecken müssen."

Es gelingt, den Ärger über das Aus in positive Energie umzusetzen. Die Glasner-Elf startet einen Erfolgslauf in der Liga. Bereits zum zweiten Mal in dieser Saison bleiben Goiginger, Pogatetz und Co. seit acht Matches ungeschlagen.

"Für uns als Team ist das gar nicht so überraschend. Wir wissen, dass wenn wir unser Spiel durchbringen, sich sehr viele Teams gegen uns schwer tun. Aber natürlich hat man nie eine Garantie dafür, dass es so gut läuft. Wir sind einfach nur glücklich und stolz, dass es so rennt", so der Rechtsfuß.

Und natürlich hat auch Trainer Oliver Glasner einen entscheidenden Anteil am Erfolg. Er schafft es, sein Team Woche für Woche zu motivieren und impft seinen Jungs das Selbstverständnis eines Spitzenteams ein.

"Wir wissen was wir können und versuchen einfach in jedem Spiel alles zu geben. Dann wird es, wie gesagt, sehr schwer uns zu schlagen", gibt Goiginger ein Beispiel des LASK-Selbstbewusstseins.

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Unbemerkter Aufstieg

Ein weiterer großer Vorteil für den LASK ist die Ruhe, mit der in und um den Verein gearbeitet wird. Den Oberösterreichern kommt trotz des Erfolgslaufes noch immer etwas wenig Beachtung zu, die Krisen bei Rapid, Austria oder Sturm werden großflächiger besprochen.

"Das stört mich nicht", sagt Goiginger, "es ist natürlich so, dass über Rapid beispielsweise viel mehr berichtet wird als über uns, aber das ist schon okay. So können wir uns noch besser auf uns konzentrieren."

Die ständigen Journalisten-Fragen, ob der LASK schon zu den großen Teams der Liga gehört, nerven den Salzburger hingegen. "Sportlich gesehen entscheidet eh die Liga jedes Jahr wer die Top-Vier sind, da spricht die Tabelle eine deutliche Sprache und wenn das die Kriterien sind, dann gehören wir aktuell zu den besten Vier."

Auf die Frühjahrsrunde bereiten sich die Glasner-Mannen in Spanien vor. Dort habe man Top-Bedingungen wie Goiginger meint.

Auch von den Neuzugängen Stefan Haudum (von Blau-Weiß Linz) und Klauss (von Hoffenheim II) hat der Dauerbrenner eine klare Meinung: "Stefan Haudum kenne ich ja bereits aus der gemeinsamen Zeit von Blau-Weiß. Er ist ein unglaublich ballsicherer Spieler, Klauss ist ein ganz anderer Stürmertyp im Vergleich zu denen, die wir bisher haben. Wir haben definitiv Qualität dazugewonnen."

Spätes Glück

Bei einem Thema kommt Thomas Goiginger aber ganz besonders ins Schwärmen: Seine erstmalige Einberufung in das ÖFB-Team.

"Das war natürlich das absolute Highlight, das steht über allem. Besonders, weil es meine erste Einberufung überhaupt war, ich habe nie in irgendeinem Nachwuchs-Nationalteam gespielt. Dass ich es ausgerechnet ins A-Team schaffe, ist schon unglaublich."

Mittendrin bei den ÖFB-Stars
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Auch wenn es bei den Nations-League-Partien gegen Bosnien und in Nordirland nicht für einen Einsatz im rot-weiß-roten Dress reicht, Goiginger ist unheimlich stolz auf die Nominierung.

"Ich glaube es ist für jeden Fußballer ein Traum einmal für sein Land zu spielen. Plötzlich ist man mittendrin und nicht nur vor dem Fernseher."

Das Training beim Nationalteam sei auf einem unheimlich hohen Niveau: "Wir haben im Nationalteam so viele Spieler, die Woche für Woche in Top-Ligen absolute Spitzenleistungen abliefern. Mit denen stehst du dann auf dem Trainingsplatz, da bist du schon wirklich immer an deinen Grenzen. Aber ich mag solche Herausforderungen."

Für Goiginger soll das erst der Anfang gewesen sein. Er will auch künftig zum Kreis des ÖFB-Teams gehören. Das sei sein Antrieb, wie er sagt.

"Wenn ich für mich persönlich weiß, dass ich alles gegeben habe und alles für mein Team getan habe, dann bin ich zufrieden."

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