Kühbauer vs. Mählich: Duelle und Berührungspunkte

 

Wenn am Sonntag (ab 17 Uhr im LIVE-Ticker) der SK Rapid auf Sturm Graz trifft, steht nicht nur die prekäre Situation der beiden Klubs im Blickpunkt.

Es kommt auch zum Duell zweier Klub-Ikonen und Identifikationsfiguren der 90er Jahre, die nun das Zepter bei ihrem jeweiligen Herzensklub in Händen halten.

Als Profis waren sie als "Kampfsäue" bekannt, die mit Einsatz, Wille, purer Entschlossenheit und auch spielerischer Finesse punkteten. Als Trainer müssen sie sich bei Klubs dieser Größenordnung erst beweisen.

Duelle und Berührungspunkte gab es zwischen Didi Kühbauer und Roman Mählich schon in der Vergangenheit einige. Einige interessante Parallelen und gemeinsame Wege gehörten ebenfalls dazu.

SPIELER-DEBÜT bei den Profis:

Rund eineinhalb Jahre lagen zwischen den Debüts der beiden Mittelfeld-Rackerer. Kühbauer schnupperte damals in der 1. Division am 12. März 1988 erstmals Erstliga-Luft. Im Trikot von Admira Wacker wurde er beim 0:1 gegen den FC Tirol in den Schlussminuten eingewechselt.

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Noch spezieller war das Debüt von Mählich. Sein erster Einsatz auf höchstem Niveau für den Wiener Sportclub ging am 2. August 1989 beim 1:5 gegen Admira Wacker in die Hose. Das Besondere daran: Schon im allerersten Spiel gab es das erste Duell mit Kühbauer im Admira-Dress. Der erste Punkt ging also an den Burgenländer.

SPIELER-BILANZ:

Beide Persönlichkeiten waren als Spieler wahre Dauerläufer. Kühbauer sticht seinen Kontrahenten aber auch in dieser Hinsicht aus. Insgesamt bestritt er 622 Spiele, Mählich kam aber auf ählich beachtliche 568. Bei Bundesliga-Spielen hat Kühbauer mit 421:326 die Nase vorne.

Foto: © GEPA

Auch in puncto Tore führt Kühbauer die Wertung an, dies ist aber auch der offensiveren Ausrichtung des Zehners bzw. Achters gegenüber dem defensiveren Mittelfeldspieler Mählich geschuldet. Insgesamt erzielte Kühbauer 80 Tore, 62 davon in der Bundesliga bzw. höchsten Spielklasse. Der jetzige Sturm-Trainer kommt auf insgesamt 30 Treffer, 19 davon in der Bundesliga bzw. höchsten Spielklasse.

DIREKTE SPIELER-DUELLE:

Und wie oft standen sich Kühbauer und Mählich tatsächlich auf dem Platz gegenüber? Immerhin 20 Mal kreuzten die Mittelfeld-Spieler die Klingen. 11 Mal ging Kühbauer als Sieger vom Feld, 5 Mal war Mählich erfolgreich, 4 Mal wurden die Punkte brüderlich geteilt. Nur 5 Duelle davon fanden jedoch zwischen Rapid und Sturm statt. 4 Mal hieß es Admira gegen Wr. Sportclub, 7 Mal Rapid gegen WSC und 3 Mal Rapid gegen FC Tirol. Das letzte Duell der beiden Haudegen fand in der Saison 2004/05 statt. In der 1. ÖFB-Cup-Runde unterlag Mählich im Dress der Austria Amateure dem Kühbauer-Team Mattersburg mit 0:1.

TITELHAMSTER:

Kühbauer war noch in erfolgreicheren Rapid-Zeiten aktiv, als sie die Hütteldorfer aktuell erleben. Mit den Grün-Weißen wurder er 1996 Meister, 1995 Cupsieger (der letzte Cup-Sieg Rapids bis heute) und stand 1996 im Finale des Cups der Cupsieger gegen Paris St. Germain (0:1). Zu seiner WM-Teilnahme mit Österreich 1998 gesellen sich 6 Siege bei der "Krone"-Fußballerwahl, zudem ist er Teil der Rapid-Elf des Jahrhunderts.

Mählich hat bei den Titeln die Nase sogar klar vorne. Mit Sturm Graz wurde er nämlich 1998 und 1999 gleich zwei Mal Meister, drei Mal krönte er sich zum Cupsieger (1996, 1997, 1999). Ebenfalls drei Mal landete der Supercupsieg auf seinem Konto, einer davon im direkten Duell mit Kühbauer im heiß umkämpften Finale 1997 (1:0). Wie in weiterer Folge noch näher erläutert, war auch er Bestandteil der WM-Mannschaft von 1998.

GEMEINSAME ÖFB-TEAM-KARRIERE startete unter Ernst Happel:

Foto: © GEPA

Sowohl Kühbauer als auch Mählich kamen im Jahr 1992 erstmals zu Nationalteam-Ehren. "Don Didis" drittes Länderspiel war zugleich Mählichs erstes. Kühbauer debütierte am 19. Mai 1992 beim 2:4 im Heimspiel gegen Polen. Mählich kam am 2. September 1992 beim 1:1 daheim gegen Portugal erstmals zum Zug. Beiden Spielern verhalf somit die Trainer-Legende Ernst Happel zum Team-Debüt. Insgesamt 11 Mal standen die beiden gemeinsam für Rot-Weiß-Rot auf dem Platz, erstmals zusammen in der Startelf durften sie am 20. August 1997 ran. Das größte Highlight für beide: Die gemeinsame WM-Teilnahme 1998 in Frankreich! Kühbauer kam insgesamt auf 55 Nationalteameinsätze, in denen er 5 Tore erzielte. Mählich spielte 20 Mal für Österreich, allerdings ohne Torerfolg.

TRAINER-DEBÜTS:

Auch beim Zeitpunkt des Trainer-Debüts liegen die Mittelfeld-Spieler vergangener Tage nahe beieinander. Kühbauer startete nach den Anfängen in der Mattersburg-Jugend und Admiras U19 seine Karriere danach am 10. März 2009 als Coach der Admira Amateure in der Regionalliga Ost. Der Ex-Admiraner war seit 1. Dezember 2008 im Amt und verlor sein Debüt mit 1:3 gegen den SV Horn.

Mählich war auch hier ein paar Monate später dran. Die Sturm-Legende heuerte am 1. Juli 2009 auch in der Ostliga bei Parndorf an. Zum Auftakt am 7. August 2009 feierte er einen 5:1-Kantersieg gegen das FAC Team für Wien. Ein Auftakt nach Maß!

TRAINER-BILANZ:

Die Wege der beiden Führungsspieler anno dazumal hätten unterschiedlicher nicht sein können. Auch als Trainer schlugen sie verschiedene Wege ein. Kühbauer arbeitete sich über die Admira Amateure (12/2008-4/2010) zu den Profis (4/2010-6/2013) hoch, coachte dann den WAC (9/2013-11/2015) und nach zweieinhalbjähriger Pause St. Pölten (4/2018-10/2018). Nach dem Erfolgslauf mit den Niederösterreichern schlug Rapid zu, wo er Goran Djuricin nachfolgte.

Kühbauers bisherige Trainer-Bilanz: 293 Spiele/136 Siege, 51 Remis, 106 Niederlagen, insgesamt setzte er 206 Spieler ein.

Foto: © GEPA

Mählich startete bei Parndorf durch, allerdings nur drei Monate (7/2009-11/2009). Nach Lehrjahren bei Lassee (1/2010-5/2012), Mannsdorf (9/2012-10/2013) und St. Margarethen (7/2014-3/2015) coachte er wieder nur drei Monate lang die Austria Amateure (3/2015-6/2015). Der SC Wiener Neustadt gab ihm im Sommer 2017 die Chance, sich auf höherer Ebene zu beweisen. Nach einer eindrucksvollen Saison verspielte sein Team jedoch in der Relegation gegen Kühbauer den Aufstieg. Nach Monaten des Wartens schlug dann der SK Sturm zu - und für Mählich ging ein Traum in Erfüllung.

Mählichs bisherige Trainer-Bilanz: 173 Spiele, 77 Siege, 45 Remis, 51 Niederlagen, insgesamt setzte er 179 Spieler ein.

DIREKTE TRAINER-DUELLE:

Am Sonntag wird es zum vierten Mal der Fall sein, dass sich Kühbauer und Mählich als Trainer gegenüber stehen. Im Duell zwischen Rapid und Sturm kann Mählich vor allem versuchen, seine Statistik aufzubessern. Das erste Duell gewann Kühbauer als Admira-Amateure-Trainer am 9. Oktober 2009 gegen Mählichs Parndorf mit 2:1. Die letzten beiden Aufeinandertreffen liegen noch nicht lange zurück. Am 31. Mai gewann Kühbauer das Relegations-Hinspiel mit St. Pölten gegen Wr. Neustadt mit 2:0, im Rückspiel am 3. Juni trennte man sich mit 1:1. Kühbauer hielt St. Pölten in der Bundesliga, Mählich beendete seine Neustadt-Zeit nach dem verpassten Aufstieg und dem Verbleib der Blau-Weißen in der Ersten Liga bzw. nunmehrigen 2. Liga.

TV-Experten-Bilanz:

Roman Mählich zählt mittlerweile trotz seiner noch jungen 47 Jahre als Urgestein unter den TV-Experten. Bereits ab 2010 war er für den ORF tätig und etablierte sich dort mit Herbert Prohaska und Rainer Pariasek als eingespieltes Trio. Ob Bundesliga, WM oder Champions League - der Ex-Kicker gab zu allem gekonnt seinen Senf dazu und lockerte das Programm mit seiner natürlichen Art auf. Nun wird Ersatz gesucht. Während Mählich sogar Trainerjobs wegen seinem TV-Engagement sausen ließ und neben seinem Job als Wiener-Neustadt-Trainer zusätzlich beim Rundfunk tätig war, ist dies als Sturm-Trainer nicht mehr nebenbei möglich.

Foto: © GEPA

Auch Dietmar Kühbauer lernte den anderen Blickwinkel als TV-Experte kennen, was ihm durchaus auch im Umgang mit der Öffentlichkeit nützte, wie er selbst zugibt. Er kam im November 2016 ebenfalls zum ORF, wo sich erneut die Wege mit Mählich kreuzten. Als Nachfolger von Helge Payer sollte er seine Expertisen einbringen. Sein Debüt gab er am 20. November bei Salzburg gegen Rapid, sein bis dato letztes Spiel als Experte absolvierte er bei Mattersburg gegen Rapid am 1. April 2018, ehe ihn St. Pölten zurück ins Trainergeschäft holte.

Textquelle: © LAOLA1.at

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