Zlatko Dedic: Hartberg-Schock statt Cannavaro

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Im Juli 2017 hatte Wacker Innsbrucks General Manager Ali Hörtnagl eine schwierige Aufgabe zu erfüllen.

Der Torschützenkönig der Vorsaison, Patrik Eler, hatte den Verein Richtung AS Nancy verlassen, die Innsbrucker brauchten also einen neuen, treffsicheren Stürmer, um das Ziel Aufstieg zu erfüllen. Hörtnagl zauberte überraschend Zlatko Dedic aus dem Hut.

Eineinhalb Jahre später hat der 34-jährige Slowene 24 Tore und 14 Assists am Konto, zudem feierten die Tiroler den Meistertitel in der 2. Liga und Dedic wurde zum besten Spieler der Saison gewählt.

„Natürlich hatte ich auch sehr erfolgreiche Jahre bei anderen Vereinen oder auch in der Nationalmannschaft. Aber das, was war, zählt leider heute nicht mehr. Natürlich werden sehr schöne Erinnerungen für mich und meine Familie bleiben. An die werde ich aber später denken, jetzt bin ich voll konzentriert auf das Hier und Jetzt“, so der Stürmer im Gespräch mit LAOLA1.

Bei den meisten Spielern würde man wohl auf falsche Bescheidenheit tippen. Betrachtet man jedoch die Karriere von Dedic, glaubt man ihm jedes Wort.

Teamkollege von Cannavaro und Co.

Bereits als 16-Jährigen schnappt sich der AC Parma im Jahr 2001 den talentierten Goalgetter. Zum damaligen Zeitpunkt ein Team gespickt mit absoluten Weltstars.

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Dedic zu seiner Zeit in Parma
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Welcher Mitspieler ihm am meisten in Erinnerung geblieben ist? „Da gibt es einige. Wenn ich es mir auf die Schnelle überlege, natürlich Fabio Cannavaro oder Adriano, Adrian Mutu oder Alberto Gilardino. Das waren zu diesen Zeiten richtig große Namen. Natürlich gibt es noch andere, wo ich nicht alle aufzählen will“, so die beachtliche Liste an ehemaligen Teamkollegen.

Nach Parma folgten die Stationen Empoli, Cremonese, Frosinone und Piacenza, ehe es nach Deutschland zum VfL Bochum, Dynamo Dresden, FSV Frankfurt und SC Paderborn ging.

„Ich habe Glück gehabt, dass ich in großen Vereinen gespielt habe. Ich muss sagen, jeder Verein hat mir etwas gegeben, was ich für immer mit mir tragen werde. Ich habe auch bei jedem Verein, mit jedem neuen Trainer, etwas Neues gelernt. Deswegen will ich nicht einen Verein herausnehmen, weil überall wo ich war, habe ich viele positive Sachen erlebt“, zeigt sich Dedic dankbar für seine Laufbahn.

Davon profitiert er noch heute

„Ich kann richtig stolz sein auf meine Karriere“, bilanziert der 48-fache slowenische Teamspieler.

Von seiner Anfangszeit in Italien, wo er nach eigener Aussage das Fußballspielen gelernt hat, profitiert er schon seine gesamte Karriere: „Speziell von richtig großen Trainern habe ich viel gelernt. Was mir auch in Deutschland sehr geholfen hat, das sind schon zwei sehr unterschiedliche Arten von Fußball. Diese beiden Fußballideen sind eine Perfektion meiner Meinung nach und ich habe viel gelernt. Diese Erfahrungen, die ich gemacht habe, von denen profitiere ich noch heute.“

Angesprochen auf die Umstellung nach einer Karriere bei etlichen fanstarken Vereinen auf die österreichische zweite Spielklasse muss Dedic kurz lachen.

Hartberg als Schock

„Wenn ich ehrlich bin: Speziell das erste Spiel in Hartberg war schon ein bisschen naja“, so der Stürmer mit einem Augenzwinkern.

Dedic bei seinem ersten Besuch in Hartberg
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Doch sofort danach wird er in seinen Aussagen wieder höchst professionell. Disziplin habe er nämlich dann in Deutschland gelernt: „Ich bin mit dem Ziel gekommen, dass wir aufsteigen und ich habe von meiner Seite ein Versprechen gegeben, dass ich alles dafür tun werde, dass ich das Beste auf den Platz bringe. So habe ich das dann auch gemacht und habe mich nur auf das Positive konzentriert. Und bei allen negativen Sachen habe ich gesagt, dass man auch durch schlechte Phasen muss, um etwas Größeres zu erreichen.“

Nach einem halben Jahr in der Bundesliga ist er auf jeden Fall voll des Lobes für den österreichischen Fußball: „Sehr gutes Niveau, sehr gute Organisation. Selbst wenn man Red Bull rausnimmt, ist das eine richtig starke und gute Liga. Vergleichen mit anderen Ligen kann ich es nicht, aber ich bin sehr zufrieden.“

„Zwischen Bundesliga und 2. Liga ist schon ein großer Unterschied. Aber es ist alles höchst professionell und deswegen können wir glücklich sein, dass wir in Österreich so eine Liga haben“, so Dedic weiter.



Zufrieden mit dem Start

Zur Winterpause liegt Wacker Innsbruck mit 17 Zählern auf Platz zehn. Nicht wenige hätten dem Team angesichts der Aufstiegseuphorie mehr zugetraut. Dedic bleibt jedoch bescheiden.

„Natürlich könnten wir ein paar Pünktchen mehr haben, aber am Ende lügt die Tabelle nicht. Trotzdem glaube ich, dass wir für das erste Jahr in der Bundesliga nach schwierigen Jahren in der 2. Liga zufrieden sein können“, so der 34-Jährige.

Er selbst kann mit einer Bilanz von vier Toren und drei Assists in 14 Spielen durchaus zufrieden sein, betont jedoch auch: „Ich bin einen Monat verletzt gewesen, das war schade für die Mannschaft und mich. Andererseits würde es mich freuen, wenn noch mehr Tore dagewesen wären. Aber natürlich muss ich auch zufrieden sein, die Art und Weise wie wir spielen, ist nicht gerade einfach für offensive Spieler.“

Damit spricht er die sehr defensive Spielweise von Trainer Karl Daxbacher an, der zumeist mit einer Fünferkette in der Defensive agiert hat. Beschweren möchte sich Dedic darüber aber nicht: „Wir haben mit diesem Spielsystem Punkte geholt und deswegen geht die Mannschaft immer vor. Das Wichtigste ist immer das Ziel der Mannschaft.“

Offene persönliche Zukunft

Wie es mit Dedic weitergeht, steht noch in den Sternen. Sein Vertrag läuft mit Ende der Saison aus, einen Verbleib am Tivoli hält er sich offen. Nach dreimaligen Nachfragen gibt es folgende Antworten auf seine Zukunft:

  • „Mein persönlicher Plan sieht so aus, dass ich alles gebe, dass ich meinem Team in der Rückrunde bestmöglich helfen kann.“

  • „In diesem Moment bleibe ich voll fokussiert auf die nächsten 14 Spiele.“

  • „Wir werden sehen, was passiert. Und wie der Verein reagiert.“

Also Konzentration auf die verbleibende Meisterschaft. Dass die Innsbrucker im unteren Playoff spielen werden, scheint nahezu fix. Doch greift das Team noch einmal auf Platz sieben, der bekanntlich eine Chance auf die Europa League birgt, an?

„Man sollte immer große Ziele haben und wir sind eine Mannschaft, die große Ziele hat“, so Dedic selbstbewusst.

An Erfahrung mangelt es ihm auf jeden Fall nicht, um die Mannschaft zu diesem Ziel zu führen.

Textquelle: © LAOLA1.at

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