Das muss man zur Rapid-Präsidentenwahl wissen

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Der Tag der Entscheidung naht!

Am Montag wird bei der Ordentlichen Hauptversammlung der neue Präsident des SK Rapid Wien und damit Nachfolger von Michael Krammer nach sechsjähriger Amtszeit gewählt.

Martin Bruckner gegen Roland Schmid heißt das Duell, die nun anstehende Kampfabstimmung gab es in dieser Form in der Geschichte der Hütteldorfer noch nie.

Wie wird gewählt? Wer darf wählen? Wie groß ist das Interesse? Wieso ist die Wahl für Rapid komplettes Neuland? LAOLA1 beantwortet die 10 wichtigsten Fragen, die man zur Präsidentenwahl wissen muss.

  • Wer tritt zur Wahl an?

Die Rahmenbedingungen sind schnell geklärt. Martin Bruckner tritt mit seiner "Liste Leitbild" für Kontinuität an. Sein "Gegner" ist Roland Schmids "Liste Grün-Weiß", die für Veränderung steht. Bruckner gehörte bereits dem Präsidium von Michael Krammer als Finanzreferent an und nimmt mit Nikolaus Rosenauer und Gerhard Höckner zwei weitere erfahrene Präsidiumsmitglieder in seinem Team mit. Gerry Wilfurth als SCR-Legende, die Ex-Skirennläuferin Michaela Dorfmeister, Ex-Formel-1-Teamchefin Monisha Kaltenborn, Tipp-3-Boss Philip Newald, sowie Mitglieder-Referent und Fan-Vertreter Stefan Singer runden das Bruckner-Team ab. Auf der Liste von Immo-United-Chef Schmid finden sich nach der Fusion mit der Liste von Robert Grüneis (und auch dessen Konzept) die Namen von Christoph Marek (Vorstand Allianz), Grüneis (ASCR) selbst, Max Kindler (ehemaliger ÖBB-Manager und Alternativkandidat zu Christoph Peschek als GF Wirtschaft), Axel Anderl (Jurist), Barbara Forsthuber (DDSG), AK-Präsidentin Renate Anderl und Ex-Handballer Conny Wilczinsky. Zudem stellte Schmid Ex-Meistertrainer Ernst Dokupil ein Platz als neuntes Präsidiumsmitglied in Aussicht.

  • Wann wird gewählt?

Der Showdown steigt am Montag, den 25. November und ist Programmordnungspunkt der jährlichen Ordentlichen Hauptversammlung, die wie gewohnt Ende November über die Bühne geht. Der Beginn ist für 19 Uhr festgesetzt, der Einlass zur Veranstaltung um 17:30 Uhr. Sollten noch nicht zwei Drittel der stimmberechtigten Mitglieder um 19 Uhr anwesend sein, startet die Veranstaltung spätestens 30 Minuten später um 19:30 Uhr. Dem Mitglieder-Antrag wurde von der Antragszulassungskommission (§ 17 Satzungen) stattgegeben, dass die Präsidentenwahl im Ablauf vorgezogen wird, um die anwesenden Mitglieder nicht zu lange warten zu lassen. Demnach findet die "Präsentation Präsidentschaftskandidaten" als dritter sowie die "Neuwahlen der Vereinsfunktionäre (Präsidium, Kuratorium und Abschlussprüfer)" als vierter Programmordnungspunkt schon ziemlich bald nach der Eröffnung statt, um nach der Präsentation für sich eine Wahl treffen zu können. Die "Bekanntgabe des Wahlresultats der Neuwahlen" und die "Ansprache des neuen Präsidenten" sind die Punkte neun und zehn. Das Ergebnis wird nicht vor 22 Uhr erwartet.

  • Wo wird gewählt?

Die Ordentliche Hauptversammlung findet - wie seit der Eröffnung des Allianz Stadions üblich - in der Heimstätte der Hütteldorfer statt, davor ging sie an unterschiedlichen Austragungsorten über die Bühne. Dabei wird den Mitgliedern die Haupttribüne mit Eingang durch das Rapid-Logo in die sogenannte Röhre geöffnet. Bisher reichte eine Ebene für diese Veranstaltungen aus, aufgrund der neuen Dimension der diesjährigen Präsidentenwahl werden sowohl die Ebene 1 als auch die Ebene 2 geöffnet sein.

  • Warum ist die Wahl des Rapid-Präsidenten in dieser Form komplettes Neuland?

In der 120-jährigen Geschichte des Vereins gab es noch nie eine Kampfabstimmung. Diesmal können die Mitglieder erstmals zwischen zwei Kandidaten und ihren dazugehörigen Listen wählen. Eigentlich zielt das eingesetzte Wahlkomitee laut Satzung darauf ab, nach Möglichkeit nur eine Liste zur Wahl vorzuschlagen. Dies gestaltete sich dieses Jahr äußerst schwierig, obwohl versucht wurde, die Stärken der Listen zu bündeln. Da sich Roland Schmid am Ende unerwarteterweise noch mit Robert Grüneis annäherte und die Listen fusionierten, war eine Stichwahl mit Martin Bruckner nicht mehr zu verhindern. Prinzipiell haben es nun aber die Wahlberechtigten im oft betonten Mitgliederverein in der Hand, wer Rapid in eine gesicherte Zukunft führen soll. Bisher wurde immer nur eine Liste zur Wahl zugelassen oder es gab prinzipiell nur einen Kandidaten. Schon länger liegen Zeiten zurück, zu denen es gar keinen Rapid-Präsidenten gab sondern nur einen geschäftsführenden Vizepräsidenten. Vor sechs Jahren wurde ziemlich zeitnah vor der Wahl Erich Kirisits mit 0:5-Stimmen des Wahlkomitees (die eine enthaltene Stimme war jene von Michael Krammer) nicht zugelassen, Krammer stieg zum neuen Präsidentschafts-Kandidaten auf.

  • Wer wählt?

Nicht jedes Mitglied, das an der Ordentlichen Hauptversammlung teilnehmen darf, ist auch gleich stimmberechtigt. Teilnehmen dürfen prinzipiell nur jene ordentlichen Mitglieder, die zum Tag der Hauptversammlung (25.11.2019) das 18. Lebensjahr vollendet haben - bei anderen Wahlen in Österreich darf man bereits ab 16 Jahren teilnehmen. Das sind aber nur einmal die Anforderungen, um überhaupt im Allianz-Stadion Zutritt zu erlangen. Stimmrecht wiederum haben ausschließlich nur jene ordentlichen Mitglieder, welche zum Tag der Hauptversammlung (25. November 2019) zumindest drei Jahre ohne Unterbrechung eine gültige Mitgliedschaft beim SK Rapid vorweisen können. Theoretisch wären somit bis zu 9.000 Stimmen möglich, momentan rechnet Rapid jedoch mit rund 2.500 wahlberechtigten Mitgliedern, die teilnehmen werden.

  • Wie wird gewählt?

Wie kann ein "X" unter den bevorzugten Kandidaten gesetzt werden? Bereits beim Eingang zur Veranstaltung erhält jedes stimmberechtigte Vereinsmitglied ein sogennantes Wahl-Kuvert, welches einen "Stimmzettel Präsidium, Stimmzettel Kuratorium, Stimmzettel Abschlussprüfer, Stimmzettel Beirat, Abstimmungskarte 'Ja', Abstimmungskarte 'Nein'" beinhaltet. Dieses erhält man nur gegen Vorweis der gültigen Mitgliedskarte, einem amtlichen Lichtbildausweis sowie einer kostenlosen Eintrittskarte, die man sich im Vorfeld bis Montag bei Rapid sichern muss. Diese Wahl-Kuverts werden ausnahmslos bis 20:30 Uhr ausgegeben. Danach wird es ausgewiesene Bereiche geben, wo jeder Stimmberechtigte, anonym und geheim wählen kann und dort seinen Stimmzettel abgibt. Das Wahlrecht kann - wenig überraschend - nur persönlich ausgeübt werden.

  • Wie und von wem werden die Stimmen ausgezählt?

Um ein Ergebnis zu erlangen, müssen die abgegebenen Stimmzettel möglichst zeitnah auch ausgezählt werden, um den Gewinner zu später Stunde am Montagabend dann auch bekanntgeben zu können. Der ganze Wahltag wird von einer offiziellen Wahlleitung überwacht, die sich aus dem sechsköpfigen Wahlkomitee, zwei Vertretern aus den jeweiligen Listen, einem zusätzlichen Ordentlichen Mitglied - das laut Statuten von den drei Mitglieder-Vertretern gewählt wird - und Vertrauensleuten der einzelnen Listen zusammensetzt. Die Auszählung selbst nimmt ein beschränkter Rahmen dieser Auswahl in einem eigens eingerichteten Auszählungszimmer vor, um dann möglichst zeitnah das offizielle Ergebnis verkünden zu können.

  • Wie groß ist das Interesse an der diesjährigen Wahl?

Das Interesse an dieser ersten Kampfabstimmung ist enorm! Schließlich stehen sich erstmals in der 120-jährigen Geschichte zwei sehr unterschiedliche Kandidaten gegenüber, die ihrerseits komplett andere Ansichten verfolgen und Wege einschlagen wollen. Das lockt die Mitglieder zur Wahl an. Waren es zuletzt meist um die 1.000 bis 1.500 wahlberechtigten Mitglieder, geht man zum aktuellen Stand von zumindest 2.500 Wahlberechtigten am Montag aus. Ähnliches Interesse weckte - abseits einer OHV - zuletzt die Vorstellung des Stadion-Projekts am 10. Juni 2014 in der Wiener Stadthalle vor rund 2.000 Leuten, zu welcher auch nur Mitglieder Zutritt hatten.

  • Wann tritt der neue Rapid-Präsident sein Amt offiziell an?

Mit der Bekanntgabe des Wahlergebnisses bei der Ordentlichen Hauptversammlung am Montag, den 25. November, wird der neue Präsident - entweder Martin Bruckner oder Roland Schmid - in seinem Amt bestätigt. Dieser Zeitpunkt stellt auch den offiziellen Amtsantritt dar. Während Michael Krammer sich mit einer letzten Rede an die Mitglieder wenden wird, werden die Worte des neu gewählten Nachfolgers die ersten in dessen neuer Funktion sein. Die Amtsübergabe geht somit schnell vonstatten. Inwiefern Krammer seinem Nachfolger bei der Amtsübergabe behilflich sein wird und ob dies überhaupt gewünscht wird, ist noch offen.

  • Wie sieht die Tagesordnung der Ordentlichen Hauptversammlung aus?

1. Eröffnung und Begrüßung
2. Genehmigung des Protokolls der Hauptversammlung vom 26. November 2018
3. Präsentation Präsidentschaftskandidaten
4. Neuwahlen der Vereinsfunktionäre (Präsidium, Kuratorium und Abschlussprüfer)
5. Berichte

a) des Geschäftsführers Wirtschaft
b) des Geschäftsführers Sport
c) des Finanzreferenten
d) des Abschlussprüfers

6. Antrag auf Entlastung der Mitglieder des Präsidiums
7. Abschiedsrede des Präsidenten Michael Krammer
8. Wahl der von den ordentlichen Mitgliedern entsendeten Vertreter für den Beirat der SK Rapid GmbH
9. Bekanntgabe des Wahlresultats der Neuwahlen
10. Ansprache des neuen Präsidenten
11. Bekanntgabe des Wahlresultats der von den ordentlichen Mitgliedern entsendeten Vertreter für den Beirat der SK Rapid GmbH
12. Sonstige Funktionärs- und Mitgliederanträge
13. Allfälliges

Textquelle: © LAOLA1.at

Rapid-Präsident Krammers größter Fehler und Appell für Zukunft

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