Herbst 2017: Gewinner und Verlierer Austria Wien

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Grundsätzlich war es erfrischend, dass nach Rapid in der Vorsaison diesmal die Austria mit dem Ziel, Meister zu werden, in diese Saison gestartet ist. Doch die Veilchen ereilte im Herbst just dasselbe Schicksal wie den Erzrivalen vor einem Jahr.

Anstatt Serienmeister RB Salzburg zu ärgern, ärgert sich die Austria mit Verletzungspech, unzufriedenen Fans und anderen Klubs im Mittelfeld der Tabelle herum.

Platz sechs, eine negative Bilanz (7 Siege, 5 Unentschieden, 8 Niederlagen), das Aus im ÖFB-Cup und im Europacup trüben die Stimmung gewaltig.


Nicht weniger als 30 Spieler musste Coach Thorsten Fink in diesem Herbst einsetzen, wegen Personalproblemen waren es teilweise Spieler, die eigentlich nur für die Amateure in der Regionalliga Ost vorgesehen waren.

Die Laune des Trainers war gegen Ende des Jahres dementsprechend, seine bei LAOLA1 getätigte, öffentliche Kritik an der Transferpolitik des Vereins sorgte wiederum für Unverständnis bei Vorstand Markus Kraetschmer und Sportdirektor Franz Wohlfahrt. Kurzum, im Frühjahr geht es nur noch darum, Schadensbegrenzung zu betreiben und das Minimalziel Europacup zu erreichen. Danach erfolgt die herbeigesehnte Rückkehr nach Wien-Favoriten.

Dass in diesem Winter auf dem Transfermarkt große Sprünge gemacht werden, ist nicht zu erwarten. Finanzielle Mittel, um den Kader groß zu verstärken, gibt es keine. Immerhin sollten einige Langzeitverletzte zurückkehren. Die größte Baustelle ist die Causa Raphael Holzhauser, sollte der Schlüsselspieler im Winter noch verkauft werden, muss dringend adäquater Ersatz her.

DAUERBRENNER:

Spieler

Position Spielminuten Einsätze Startelf
Felipe Pires Mittelfeld 1710 19 19
Raphael Holzhauser Mittelfeld 1501 17 17
Tarkan Serbest Mittelfeld/Verteidigung 1382 16 16
Kevin Friesenbichler Sturm 1378 19 15
Ismael Tajouri Mittelfeld 1219 17 14

GEWINNER:

PATRICK PENTZ

Der Salzburger hat wohl selbst nicht erwartet, als potenzielle Nummer 1 in die Vorbereitung auf das Frühjahr zu gehen. Doch das Verletzungspech der Veilchen hat auch vor seiner Position nicht Halt gemacht. Weil Robert Almer seit über einem Jahr vergeblich an seinem Comeback arbeitet und auch Osman Hadzikic im Herbst passen musste, durfte der 20-Jährige in insgesamt 16 Pflichtspielen das violette Tor hüten - und er machte seine Sache über weite Strecken richtig gut. In zwei Spielen gegen Salzburg, das in diesen 180 Spielminuten nicht weniger als 48 Torschüsse abgab, hielt er etwa die Null. Darüberhinaus besticht der Blondschopf durch enorme fußballerische Fähigkeiten.

DOMINIK PROKOP

Für den 20-Jährigen war es allerhöchste Zeit, den nächsten Schritt in seiner Entwicklung zu machen. Seit Jahren als hochtalentierter Youngster gehandelt hat der Mittelfeldspieler - auch dank der Verletzung von Kapitän Alexander Grünwald - in diesem Herbst den Sprung zum Stammspieler gemacht. Der U21-Internationale hat bewiesen, dass er durch seine dynamischen Dribblings spielentscheidende Aktionen setzen kann, gleichzeitig aber aufgezeigt bekommen, dass er in der Entscheidungsfindung noch Luft nach oben hat.

KEVIN FRIESENBICHLER

Angesichts der sportlichen Misere der Veilchen in diesem Herbst ist ein wenig untergegangen, dass der Steirer in den vergangenen Monaten eigentlich aufgezeigt hat. Durch den Abgang von Larry Kayode hat "Friese" das bekommen, worauf er so lange warten musste: Spielzeit. Diese hat der Stürmer in der Meisterschaft durchaus genutzt. Acht Tore und vier Assists stehen zu Buche, das ergibt Platz drei in der Scorerliste hinter Munas Dabbur und Christoph Knasmüllner. Zum Vergleich: Kayode konnte im vergangenen Herbst mit sieben Toren und drei Assists nicht so oft anschreiben.

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TOPSCORER:

Spieler Position Tore Assists Scorerpunkte
Kevin Friesenbichler Angriff 8 4 12
Raphael Holzhauser Mittelfeld 6 4 10
Felipe Pires Mittelfeld 5 5 10
Christoph Monschein Angriff 4 1 5
Dominik Prokop Mittelfeld 1 3 4

VERLIERER:

ISMAEL TAJOURI

Viele Austria-Fans haben sich im Herbst 2016 angesichts sensationeller Scorer-Zahlen die Frage gestellt, warum Trainer Thorsten Fink Ismael Tajouri nur so selten von Beginn an auflaufen lässt. Die mäßigen Vorstellungen im Herbst 2017 des Flügelspielers erklären, warum Felipe Pires und Lucas Venuto, wenn fit, das Vertrauen des Deutschen genießen. Tajouri hat seine Chance in Venutos Abwesenheit nicht genutzt, kein einziges Tor geschossen, nur zwei vorbereitet und die Rolle des Mitläufers eingenommen.

CHRISTOPH MONSCHEIN

Die Aufregung war groß, als die Wiener im Sommer Christoph Monschein unter Vertrag genommen haben. Ein halbes Jahr nach den Streitigkeiten mit Ex-Klub Admira muss in einer ersten Zwischenbilanz festgestellt werden, dass sich die Aktion für die Austria noch nicht ausgezahlt hat. Der 25-Jährige kommt zwar regelmäßig zum Einsatz, hat alles in allem aber den Kampf um den Startplatz im Angriff gegen Kevin Friesenbichler verloren. Nur vier Tore - da ist noch viel Luft nach oben.

ALEXANDER GRÜNWALD

Der Kapitän sei an dieser Stelle nicht zuletzt stellvertretend für so viele Austria-Profis genannt, die in diesem Herbst vom Pech verfolgt waren und sich teils schwere Verletzungen zugezogen haben. Das violette Urgestein wurde in den vergangenen Wochen jedenfalls als ordnende Hand, erfahrene Instanz und Konstante schmerzlich vermisst.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»

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