Steyrs zweite Chance unter erschwerten Bedingungen

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Wenn am Freitag (19:10 Uhr, LIVE-Stream und LIVE-Ticker) Vorwärts Steyr und der FC Wacker aufeinandertreffen, ist es das Duell zweier Absteiger. Während die Innsbrucker bekanntermaßen den Gang aus der Bundesliga in die HPYBET 2. Liga antreten mussten, wäre Steyr sportlich in die Regionalliga abgestiegen.

Doch dazu kam es aus verschiedenen Gründen nicht - Vorwärts blieb als Tabellenletzter zweitklassig. Doch so groß die Freude darüber bei den Oberösterreichern auch ist, Steyr steht bereits vor dem Saisonstart mit dem Rücken zur Wand.

Kaderplanung im Schnellverfahren

Denn die Lizenzposse um den SC Wiener Neustadt hatte nicht nur positive Auswirkungen auf Vorwärts Steyr.

Vorwärts-Coach Wilhem Wahlmüller
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"Es war natürlich etwas schwierig. Einerseits sind wir natürlich glücklich, dass wir als Letzter in der Liga geblieben sind. Andererseits war die Lizenzvergabe mit Wiener Neustadt eine Katastrophe für uns, weil wir dadurch erst verzögert in die Transferzeit einsteigen konnten", gibt Steyr-Coach Wilhelm Wahlmüller im Gespräch mit LAOLA1 offen zu.

"Problematisch" sei es, dass man so lange nicht wusste, in welcher Liga man starten würde. "Dadurch stecken wir jetzt eigentlich noch mitten in der Kaderplaung, das ist definitiv so", sagt der 52-Jährige weiter.

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Zwölf Abgängen stehen aktuell elf Neuzugänge gegenüber. Mit Simon Gasperlmair, Sebastian Dirnberger und Yusuf Efendioglu verließen drei Stützen der letzten Saison den Klub. Königstransfer dürfte Innenverteidiger Alberto Prada (von Wiener Neustadt) sein. Aber auch von Christopher Bibaku, der von Regionalligist Hertha Wels geholt wurde, erwartet sich Wahlmüller viel. Beim 3:2-Sieg in der ersten Cup-Runde in Bad Gleichenberg traf der Neuzugang umgehend.

"Er hat eine etwas unorthodoxe Spielweise, ich hoffe, dass er sich schnell in der Liga zurechtfinden wird", so sein neuer Trainer. Ob sich die Spielweise der Steyrer künftig ändern wird? "Wir sollten vor allem schauen, dass wir defensiv Stabilität hineinbekommen, letzte Saison hatten wir am Ende fast 70 Tore kassiert. Daran müssen wir arbeiten", so Wahlmüller.

Entscheidende Erkenntnisse

"Auf Dauer ist es wahrscheinlich schwierig, aber das kommt natürlich auch auf den Beruf an."

Wahlmüller über das Halbprofitum

Eine der Lehren, die man bei Vorwärts aus der ersten Saison in der 2. Liga gezogen hat, ist, dass die Belastung für die berufstätigen Halbprofis doch höher ist, als man es zunächst angenommen hatte.

Ohnehin schreitet die Entwicklung der Liga hin zu Profis deutlich schneller voran, als das noch zu Beginn der Premierensaison angenommen wurde. "Auf Dauer ist es wahrscheinlich schwierig, aber das kommt natürlich auch auf den Beruf an", sagt auch Wahlmüller. Mittlerweile würden auch bei Steyr einige Profis mit dabei sein. Einige andere Spieler würden nur halbtags arbeiten, erklärt der Coach.

Auch das war ein Grund für den Abschied von Goalgetter Yusuf Efendioglu, der im Brotberuf als Maurer arbeitet. "Er ist ein unglaublich sympathischer Kerl, der in der Regionalliga 32 Goal geschossen hat, aber er hat dann selber schnell gemerkt, dass es doch härter ist in der 2. Liga als er gedacht hatte", so Wahlmüller. Es sei halt ein Unterschied, ob jemand in einem Büro sitzt, oder acht Stunden auf dem Bau arbeiten würde, sagt er weiter.

Einen Maurer gibt es also nicht mehr in Steyrs Kader, von einer Profimannschaft sind die Oberösterreicher aber trotzdem weit weg. "Ich glaube, es gibt nur wenige Teams, die den Halbamateur-Status aufrecht erhalten. In meinen Augen gibt es 14 Profiteams", sagt Wahlmüller.

Für Vorwärts wird es also auch im zweiten Jahr ein harter Kampf um den Klassenerhalt. "Es ist natürlich eine Kopfsache, dass die Spieler, die letzte Saison schon dabei waren, sich von den negativen Ergebnissen nicht beirren lassen."

Textquelle: © LAOLA1.at

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