So läuft Maximilian Entrups Neustart in Lafnitz

 

Man kann getrost behaupten: Maximilian Entrup hatte einen relativ turbulenten Start in seine immer noch recht junge Fußball-Karriere.

Im vergangenen Sommer war von Trubel jedoch nichts zu spüren. Stattdessen ist Ruhe eingekehrt. Unfreiwillige Ruhe. Während sich seine Berufskollegen auf die neue Saison vorbereiteten und später in selbige starteten, war der 21-Jährige vereinslos.

Einen ganzen Sommer lang, bis Anfang September. Dann erwies sich der SV Lafnitz als Rettungsanker und befreite ihn aus der Arbeitslosigkeit.

"Das war sehr wichtig für mich. Denn im Sommer war irgendwie nie klar, wo und wie das bei mir endet. Gott sei Dank hat es sich so ergeben", erklärt Entrup im Gespräch mit LAOLA1.

Entrup: "Das wünscht man keinem Fußballer"

Über die Phase der Ungewissheit im Sommer gibt es nichts Positives zu berichten: "Das war keine schöne Zeit. Das wünscht man keinem Fußballer. Man trainiert alleine, zusätzlich gehst du in die Kraftkammer oder zu Einzeltrainern, die versuchen, dich aufzubauen. Aber so wirklich das Gefühl, dass du irgendwo dabei bist, hast du einfach nicht. Dir fehlt das Mannschafts-Gefüge."

"Es war ein Schritt retour, aber ich sehe das überhaupt nicht negativ, ich sehe es durchwegs positiv."

Maximilian Entrup

Der Neustart in der HPYBET 2. Liga kam da zur rechten Zeit: "Es war ein Schritt retour, aber ich sehe das überhaupt nicht negativ, ich sehe es durchwegs positiv. Hier komme ich zum Spielen und kann mich wieder für weitere Aufgaben empfehlen - Umfeld, Trainer-Team und Mannschaft sind super."

Ein Neustart ist Lafnitz für Entrup wohl in mehrerlei Hinsicht. Schließlich bietet sich die Chance, endlich sportliche Schlagzeilen zu schreiben. Seinen Bekanntheitsgrad "verdankt" der Wiener bis dato schließlich hauptsächlich dem Umstand, dass er im Sommer 2016 zum Hassobjekt der Rapid-Fans avancierte, da nach seinem Transfer vom FAC nach Hütteldorf herauskam, dass er in seiner Jugend in einem Austria-Fanklub aktiv war.

Die vergangenen eineinhalb Jahre verbrachte Entrup leihweise beim SKN St. Pölten, wo ihn bedingt durch ein Knochenmarksödem beziehungsweise eine Sehnenscheidenentzündung im Knie immer wieder längere Verletzungspausen stoppten.

Zeit bei Rapid? "Das Thema ist für mich durch"

In der Bundesliga lief er bislang acht Mal auf - zwei Mal für Rapid und sechs Mal für den SKN, für deren Amateure er in der vergangenen Saison jedoch regelmäßig netzte (neun Tore in 15 Spielen).

Zu seinem Neustart gehört, dass Entrup sich zur harten Zeit bei Rapid nicht mehr äußern möchte. "Das ist Geschichte. Damit will ich gar nichts mehr zu tun haben. Das Thema ist für mich durch", betont er eindringlich - nach früheren Aussagen ist dazu vermutlich ohnehin fast alles gesagt.

In St. Pölten sei es für ihn persönlich "ein bisschen ein Durcheinander" gewesen: "Ich war immer wieder verletzt, bin nie richtig in Schwung gekommen. Deshalb habe ich mir eben Gedanken gemacht: Wo mache ich meinen nächsten Schritt, damit ich in Ruhe wieder zu alter Stärke finden kann? Das ist mir mit dem Schritt nach Lafnitz gelungen."

Die Oststeirer sind immer wieder bemüht, als Sprungbrett zu dienen - bei Christian Klem und Johannes Handl hat dies bereits geklappt, mit Ex-Lazio-Legionär Dejan Sarac soll es im Frühjahr gelingen.

Feldhofer: "Er hat kapiert, worum es geht"

Bei Entrup sieht man sich auf dem besten Weg. Trainer Ferdinand Feldhofer meint: "Er hatte wenig Fußball-Training und Spielzeit. Das war natürlich nicht gerade einfach für uns. Zudem hat er gebraucht, denn er hatte vorher schon andere Vereine, die man nicht mit Lafnitz vergleichen kann. Also musste er erst einmal ankommen. Aber jetzt ist er voll integriert! Er nimmt die Verhältnisse hier wirklich zu 100 Prozent an und ist jetzt am richtigen Weg. Er hat kapiert, worum es geht, und wir sind sehr glücklich, ihn zu haben."

"Ziel ist natürlich immer die höchste Spielklasse in Österreich, darüberhinaus das Ausland. Das ist für jeden irgendwie der Traum - und Träume sind dazu da, um wahr zu werden."

Maximilian Entrup

Die Vorgeschichte, gerade jene bei Rapid, wurde natürlich besprochen: "Wobei ich die Informationen eh schon hatte, weil ich meine Kontakte nach Wien und St. Pölten habe, daher habe ich ja Bescheid gewusst. Er ist vielleicht teilweise falsch beraten worden und hat sich in manchen Situationen sicher nicht korrekt verhalten. Aber aus Fehlern lernt man. Weiter geht's!"

Abhaken und nicht zu lange in der Vergangenheit leben, sondern sich auf die Gegenwart konzentrieren. Dann kann es in Zukunft durchaus wieder rosiger ausschauen. Feldhofer traut Entrup "auf jeden Fall" die Rückkehr in die Bundesliga zu: "Die Qualität hat er absolut. Er muss es nur mental packen."

Der Angreifer selbst möchte sich definitiv wieder für höhere Gefilde aufdrängen: "Ziel ist natürlich immer die höchste Spielklasse in Österreich, darüberhinaus das Ausland. Das ist für jeden irgendwie der Traum - und Träume sind dazu da, um wahr zu werden."

Fahrgemeinschaft aus Wien

Um sich diesen Traum zu erfüllen, nehme er sich vor, weiter zu treffen und mit Lafnitz gute Mannschaftsleistungen abzuliefern. Dann komme alles weitere von alleine: "Und wenn ich im Sommer in Lafnitz bleibe, bin ich auch glücklich. Denn mir taugt's hier wirklich."

Rund 1500 Einwohner hat die steirische Gemeinde - im Vergleich zur Millionen-Metropole Wien kann man definitiv von einem Tapetenwechsel sprechen, wobei Entrup die Hauptstadt nicht hinter sich gelassen hat.

"Ich glaube, ihm tut auch die Truppe hier gut - das Menschliche und Bodenständige hier in der Umgebung und im Verein."

Ferdinand Feldhofer

"Sicherlich ist in Wien zu leben ein paar Hausnummern höher als hierherzuziehen, deswegen habe ich mich auch entschieden, in Wien zu bleiben. Wir haben eine kleine Fahrgemeinschaft mit drei, vier Spielern - jeden Tag fährt ein anderer. Die paar Kilometer nimmt man gerne in Kauf", erzählt der Stürmer.

Der berufliche Tapetenwechsel ist jedoch spürbar, wie Feldhofer findet: "Anscheinend tut es ihm gut. Ich glaube, ihm tut auch die Truppe hier gut - das Menschliche und Bodenständige hier in der Umgebung und im Verein. Ich bin aktuell sehr zufrieden. Ich hoffe, wir finden auch eine gute Lösung mit dem Bundesheer, damit er weiterhin zum Training kommen kann, denn das kann natürlich in seiner Karriere jetzt wirklich entscheidend sein."

Noch ohne Niederlage in Lafnitz

Drei Tore in neun Liga-Spielen stehen für Entrup in der 2. Liga bislang zu Buche. In allen Spielen, seit er beim Verein ist, wurde er zumindest eingewechselt, meist stand er in der Startelf.

"Seit ich hier bin, haben wir noch kein einziges Mal verloren", grinst der 21-Jährige, für den das 5:1 bei seinem Einstand gegen Kapfenberg und sein Doppelpack in Lustenau die Herbst-Highlights waren: "Es war für die gesamte Mannschaft gut zu wissen, dass wir auch Mannschaften wie diese schlagen können."

Im Frühjahr soll sich die gute Entwicklung des SV Lafnitz und der Offensivkraft selbst fortsetzen. Entrup selbst ist jedenfalls fest entschlossen, seine Chance zu nutzen. Dankbar für den Neustart ist er so oder so:

"Trainer Feldhofer hat sich sehr bemüht, dass ich hierher komme. Im ersten Moment habe ich nach der langen Pause schon darüber nachgedacht, ob ich wieder anschließen kann. Aber ich glaube einfach, dass ich hier bei den richtigen Leuten bin. Wenn das passt und man sich wohl fühlt, entwickelt man sich auch weiter. Dann stimmen die Ergebnisse und das wirkt sich auch auf einen persönlich aus."

Textquelle: © LAOLA1.at

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