Hirczy: Jüngster Profi-Trainer des Landes

 

Nicht weniger als neun Vereine vertrauen zur kommenden Spielzeit auf neue beziehungsweise neue, aber bekannte Gesichter auf der Trainerbank. Im Lager der Juniors Oberösterreich tigert künftig in vielerlei Hinsicht eine interessante Personalie die Seitenlinie auf und ab.

Stefan Hirczy, mit 32 Jahren jüngster Profi-Cheftrainer des Landes, ist der Nachfolger für Andreas Wieland, der wiederum als Co-Trainer von Dominik Thalhammer beim LASK andockt. Für Hirczy selbst ist es die erste Profi-Station als Coach. Seit knapp fünf Wochen leitet er nun die Trainingsgeschicke in Pasching.

"Ich bin toll aufgenommen worden von einem guten Trainerstaff und einer sehr spannenden Mannschaft. Aktuell kann ich nur Positives von meiner Zeit hier erzählen", zeigt sich Hirczy, der über eine UEFA-A-Lizenz verfügt, im Gespräch mit LAOLA1 voller Vorfreude auf seine Aufgabe.

Dass er im Profi-Fußball landet, war vor vier Jahren noch nicht absehbar. Nach Stationen als Co-Trainer von Hellas Kagran und Wolkersdorf folgte der Posten als Cheftrainer beim SV Gablitz, ehe es 2015 retour zu Wolkersdorf und anschließend bis 2017 zu Leopoldsdorf ging. Zuletzt war der gebürtige Wiener beim niederösterreichischen Verband als Regionsleiter des LAZ NÖ-Mitte tätig.

Hirczy: "Jungs brauchen nächsten Step"

"Die Gespräche, die wir geführt haben, sind sehr gut verlaufen. Der Verein und ich wollen den identen Weg gehen. Wir beide haben gesagt, es geht uns um Kontinuität und um die Entwicklung der jungen Spieler", gibt der gebürtige Wiener zu Protokoll.

Dass die 2. Liga allgemein als Sprungbett für höhere Ligen dient, ist hinlänglich bekannt. Bei den Juniors sollen sich die jungen Kicker an das Profigeschäft herantasten. Hirczy selbst will den Spielern diverse Tugenden vermitteln:

"Es gibt viele Spieler, die bis dato noch gar kein Spiel im Erwachsenenbereich absolviert haben. Für die ist es eine große Herausforderung, in der 2. Liga gegen gestandene Profis anzukommen. Die Jungs brauchen nicht nur in sportlicher Hinsicht, sondern auch in mentaler und psychologischer Hinsicht im Wettkampf den nächsten Step. Das wollen wir mit dem Konzept Juniors, der täglichen Trainigsarbeit und dem Coaching drumherum ermöglichen."

Macht sich Ungeduld im Juniors-Lager breit?

(Text wird unter dem Video fortgesetzt.)


VIDEO - Diese Tugend will Hirczy bei den Juniors OÖ vermitteln:


Mit einem Durchschnittsalter von 19,7 Jahren stellen die Oberösterreicher nach Liefering (18,2) und Rapid II (19,0) den drittjüngsten Kader. Der erfahrenste Mann in den eigenen Reihen, Sebastian Wimmer, wird den Talenten mit seinen 27 Jahren vorerst nicht zur Seite stehen. Seit Anfang April laboriert der Juniors-Kapitän an einem Kreuzbandriss.

"Man könnte sagen, uns fehlt die Erfahrung. Wir gehen davon aus, dass er im Winter wieder am Platz steht. Wir verfügen über talentierte Jungs, die sich schnellstmöglich adaptieren sollen und können, um diese momentan fehlende Erfahrung wettzumachen. Zudem haben wir andere Spieler dabei, die schon einige Spiele in der 2. Liga am Buckel haben."

Damit könnten Akteure wie Valentino Müller (22), Goalie Tobias Lawal (21), Mirsad Sulejmanovic (23) sowie der Südkoreaner In-pyo Oh (24) gemeint sein. Der ganz große Sprung ist jenen Kickern bislang verwehrt geblieben, die Tür zum LASK ging nur phasenweise oder gar nicht auf. Herrscht Ungeduld im Juniors-Lager?

"Es ist ganz wichtig, den Spielern zu erklären, dass der LASK nicht der einzige nächste Step ist. Das Ziel muss sein, eine Liga raufzukommen. Der LASK ist unser Kooperationsverein, aber jeder sieht die Performance. Da ist es nicht so einfach reinzukommen, wie bei Vereinen aus der unteren Tabellenhälfte", so Hirczy.

Juniors "der absolut richtige Schritt"

Einen Mann für den nächsten Schritt mit Zweitliga-Erfahrung hat man laut Hirczy in Stefan Radulovic gefunden. 45 Partien absolvierte der 19-jährige Mittelfeldmotor für die Young Violets. Einsätze eine Etage weiter oben blieben dem Wiener verwehrt, es folgte der Wechsel von der Austria zum LASK, wo er zunächst bei den Juniors angreifen wird.

"Er macht sich, entgegen den Meinungen von außen, dass er nicht zu unserer Spielidee passt, sehr gut. Er hat sich großartig eingefügt in die Mannschaft und verkörpert das, was wir brauchen. Wenn er so weitermacht, werden wir viel Freude mit ihm haben."

Der FC Juniors dient aber nicht nur den Spielern, sondern auch Trainern als Sprungbrett. Vorgänger Wieland gehört nun zum LASK-Trainerstab, Gerald Scheiblehner leitet die Geschicke bei Blau-Weiß Linz und Ronald Brunmayr befindet sich im Frankfurt-Trainerstaff bei Oliver Glasner. Werdegänge, die als Anreiz für Hirczy dienen?

"Aktuell überhaupt nicht. Mit der Aufgabe bei den Juniors kann ich mich zu 100 Prozent identifizieren. Für mich persönlich ist es der absolut richtige Schritt, mit Spielern im Zwischenraum Akademie und Bundesliga zu arbeiten."

Wirft man einen Blick in den Rückspiegel, steht ein stolzer achter Endrang im Liga-Klassement der Vorsaison. Eine klar definiertes, tabellarisches Ziel hat es von den Verantwortlichen nicht gegeben. "Es geht beim Juniors-Team darum, die Jungs in höhere Ligen zu bringen. Den Klassenerhalt wollen wir wie in der Vorsaison unter Wieland erreichen. Daran orientieren wir uns in erster Linie, aber klarerweise geht Entwicklung und Leistung einher, das sollte sich nach den 30 Runden in der Tabelle widerspiegeln."

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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