Benjamin Sesko - Salzburgs neuer Bomber

Benjamin Sesko - Salzburgs neuer Bomber Foto: © GEPA
 

In Salzburg sind sie schon lange nicht mehr nervös, wenn ein Goalgetter am Absprung steht. Die große Frage, wer denn in der nächsten Saison die Tore schießen soll, stellt sich längst nicht mehr.

Munas Dabbur war die Antwort auf Jonatan Sorianos Abgang, Erling Haaland jene auf Dabburs und Patson Daka jene auf Haaland.

Dass auch nach Dakas Wechsel im Sommer – noch ist das Ziel unklar – niemandem angst und bange um die Offensivqualitäten des FC Red Bull Salzburg sein muss, ist klar. Bei der Vielzahl an Kandidaten stellt sich vielmehr die Frage: Wer schöpft sein riesiges Potenzial als Nächster aus und wird der neue Goalgetter?

Sekou Koita hat bis zu seiner Dopingsperre schon eine atemberaubende Quote an den Tag gelegt und gilt als Favorit. Karim Adeyemi zeigt im Frühjahr mehr und mehr, warum er schon seit einiger Zeit als „Wunderkind“ gilt. Junior Adamu hat zuletzt in der Schweiz den nächsten Schritt gemacht.

Doch in den vergangenen Wochen ist ein Mann, den noch im Herbst praktisch niemand am Zettel hatte, auf die Überholspur gewechselt. Benjamin Sesko verblüfft im Frühjahr alle Beobachter des FC Liefering. „Mini-Haaland“ ist der Spitzname, der herumgeistert. Ein großer Vergleich, aber tatsächlich gibt es Parallelen zum norwegischen Superstar.

VIDEO: Die "Zwarakonferenz" diskutiert über Benjamin Sesko und zeigt seine schönsten Tore!

(Artikel wird unter dem Video fortgesetzt)

Unfassbare Zahlen

Die nackten Zahlen eine Runde vor Ende der 2. Liga sind beeindruckend: 28 Spiele, 21 Tore, fünf Assists. Noch nie war ein Liefering-Kicker in einer Saison auch nur annähernd so erfolgreich. Im Schnitt trifft Sesko alle 96 Spielminuten.

Als wäre all das nicht schon erstaunlich genug, muss man sich auch noch vor Augen halten, dass der Slowene zum Jahreswechsel gerade einmal drei Treffer am Konto hatte. Im Frühjahr ist er dann explodiert. In den vergangenen sechs Partien hat er immer getroffen, in dieser Phase insgesamt 13 Tore geschossen!

Bei den Profis durfte der Angreifer bisher einmal reinschnuppern, Ende Jänner lief er in den finalen drei Minuten gegen Hartberg auf – im Alter von 17 Jahren, 7 Monaten und 30 Tagen. Seit dem Einstieg von Red Bull liefen bei den Profis nur fünf jüngere Spieler auf: Valentino Lazaro, Konrad Laimer, Dayot Upamecano, Dominik Szoboszlai und Stefan Savic.

Schon in Sloweniens A-Team

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Die sensationellen Leistungen des Teenagers, der am 31. Mai volljährig wird, bleiben freilich auch in seiner Heimat nicht unbemerkt.

Die Verwunderung darüber, dass er im aktuellen U21-Nationalteam von Trainer Milenko Acimovic nicht berücksichtigt wurde, währte nur kurz. Bald nach der Bekanntgabe des U21-Kaders wurde nämlich öffentlich, dass Matjaz Kek den Goalgetter erstmals ins Aufgebot des A-Nationalteams nominieren wird.

2,5 Millionen Euro Ablöse

Es ist der nächste Entwicklungsschritt eines jungen Mannes, der schon lange als riesiges Versprechen für die Zukunft gilt. Sesko spielte im Nachwuchs eigentlich immer schon mit älteren Kollegen. 2017/18 erzielte er in der U15 für NK Krsko 59 Tore in 23 Spielen – mehr als jemals ein anderer Slowene zuvor in dieser Altersgruppe. Ein Jahr später war er in der U17 von NK Domzale in 23 Partien 21 Mal erfolgreich.

Die Top-Klubs standen Schlange. Manchester City, der FC Bayern, Borussia Dortmund, Ajax Amsterdam und Juventus buhlten um das Talent. Das Rennen machten aber die Salzburger. 2,5 Millionen Euro legten die „Bullen“ für Sesko auf den Tisch, zum 16. Geburtstag unterschrieb er den Vertrag.

Doch unter den Fittichen von Bo Svensson kam der Stürmer nie so recht an. Nur ganz selten ließ er sein Potenzial aufblitzen, Tore blieben im ersten Jahr in der 2. Liga praktisch aus, in 15 Partien traf er nur ein einziges Mal.

Unter Jaissle läuft's

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Besser lief es unter Matthias Jaissle in der U18 und der UEFA Youth League. Seit Jaissle im Winter den FC Liefering übernommen hat, funktioniert Sesko auch dort. Die Vertrauensbasis ist groß, das könnte für Sesko nach Jaissles Aufstieg zum Chefcoach der Salzburger im Sommer durchaus ein Startvorteil sein.

Viel wichtiger ist aber freilich die Leistung. Wer Sesko in den vergangenen Wochen auf die Beine gesehen hat, musste feststellen, dass der 17-Jährige ein ganzes Arsenal an Waffen hat, das gegnerische Abwehrreihen zur Verzweiflung bringen kann.

1,94 Meter groß und über 36 km/h schnell

Trotz seiner Körpergröße von 1,94 Metern ist der schlaksige Stürmer technisch sehr beschlagen, kann Gegner im Eins-gegen-Eins problemlos aussteigen lassen. Übersteiger, Haken, Sesko beherrscht das Dribbling.

Hinzu kommt seine atemberaubende Geschwindigkeit. Im Duell mit Dornbirn wurde er mit 36,11 km/h gemessen. Zum Vergleich: Kylian Mbappe war in dieser Saison auch noch nicht schneller. Die leicht gebückte Haltung wirkt zwar ein wenig unorthodox, an seiner Effektivität ändert das aber nichts.

Und auch der Rest ist richtig stark: Übersicht am Ball, Läufe in die Tiefe, überlegte Abschlüsse, das Red-Bull-typische Anlaufen im Pressing. Zudem kann Sesko dank seiner Körpergröße als Wandspieler fungieren, die Bälle gut sichern, abtropfen lassen, Gegner binden. Doch, und das sollten die letzten paar Zeilen sowieso verdeutlicht haben, Sesko auf seine physische Präsenz zu reduzieren, wäre ein Fehler.

Kurzum, Sesko bringt alles mit, um die Antwort auf Daka zu sein. Zunächst wird er sich in der Stürmer-Hierarchie des Serienmeisters aber erst nach oben arbeiten müssen. Pikantes Detail am Rande: Sein Vertrag läuft schon im Sommer 2022 aus.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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