Freude über Stockerlplatz
Auch Hirscher hatte keine echte Chance auf den Sieg.
Trotzdem strahlte der Weltcup-Titelverteidiger, der nach einer nicht fehlerfreien ersten Fahrt schon zur Halbzeit auf Platz drei gelegen war, über den neuerlichen dritten Platz.
Einer der Gründe war, dass Ligety offenbar nicht mehr in einem komplett anderen Universum fährt.
Erleichterung bei Hirscher
"Jetzt kann ich wieder groß reden, weil ich wieder am Stockerl bin", scherzte der Salzburger, dem die Erleichterung deutlich anzumerken war.
"Danke" brüllte er unmittelbar nach dem Abschwingen im zweiten Durchgang auf fast 3.000 m Seehöhe hinaus in die Tiroler Bergluft.
Hirscher schöpft Selbstvertrauen
"Es wird heuer doch sehr viel erwartet von mir", begründete Hirscher das.
Vor allem mit seinem zweiten Lauf sei er sehr zufrieden gewesen, der Griff zu einem anderen Skimodell habe sich ausgezahlt. "Das war dann eine supergute Fahrt, das gibt viel Feedback für weitere Schritte", freute sich der Slalom-Weltmeister.
1,02 Sekunden seien zwar immer noch viel Rückstand. "Wie vermutet ist Ted nach wie vor sehr schnell. Aber im Vergleich zum Vorjahr ist das fast gar nichts. Das gibt viel Selbstvertrauen und Kraft."
Pinturault will Ligety schlagen
Mit Ligety vor Pinturault und Hirscher bestätigte sich die erwartete Reihenfolge. Auch der starke Franzose ist weiterhin einer jener wenigen Fahrer, die Ligety ärgern können.
"Marcel und ich werden weiter daran arbeiten, Ted zu schlagen", erklärte Pinturault.
18. Sieg im RTL
Ligety ging wie immer relativ gelassen mit seinem Triumph um. "Ich zähle meine Hühner noch nicht", hatte er nach seiner klaren Halbzeitführung noch gemeint.
Wie so oft ließ der Weltmeister dann aber auch im Finale trotz letzter Startnummer nichts mehr anbrennen. Die 14. Laufzeit - unmittelbar vor Hirscher - reichte problemlos zum 18. RTL-Triumph.
"Mr. Sölden"
"Der Sommer war schwierig. Ich war mir nicht ganz sicher, aber jetzt habe ich die Bestätigung", freute sich der 29-Jährige über seinen dritten Sölden-Sieg in Folge.
Seit 2007 ist der Amerikaner damit beim Opening in Sölden in mittlerweile sechs Rennen in Folge stets auf das Podest gefahren, seine Bilanz lautet nun 2, 3, 2, 1, 1, 1.
"Jeder Weltcupsieg ist ein guter, ein Sieg im ersten Saisonrennen ist aber besonders gut, um die Nerven zu beruhigen", erklärte der Weltmeister.
"Habe den Jungs etwas Druck gemacht"
Nur nach der Zieldurchfahrt hatte der Amerikaner "Probleme", weil er beinahe mit einer TV-Kamera kollidiert wäre. Zu viel wolle er in seinen neuerlichen Triumph aber nicht hinein interpretieren, sagte Ligety.
"Zumindest bin ich auf dem richtigen Weg und habe den Jungs etwas Druck gemacht. Sie sollen jetzt Riesentorlauf trainieren, ich gehe dafür auf den Slalom los."
Team fällt im Finale zurück
Die ÖSV-Herren schafften kein ganz so gutes Teamergebnis wie die Damen am Vortag.
Schörghofer fiel in der Entscheidung vom 6. auf den 10. Platz zurück, der erstaunliche Benjamin Raich landete bei seinem 13. Sölden-Start auf Platz 13, nachdem er zur Halbzeit noch starker Fünfter gewesen war.
"Jetzt muss ich noch einmal hierherkommen", scherzte der 35-jährige Tiroler.
Svindal mit starkem Auftakt
Stark fuhr Aksel Lund Svindal, der sich vom 13. auf den geteilten vierten Platz verbesserte. "Ich hätte nicht gedacht, dass sich das noch ausgeht", erklärte der norwegische Mitfavorit im Kampf um die große Kristallkugel.
Bode Miller schaffte in seinem ersten Rennen seit 20 Monaten als 13. problemlos die Qualifikation für das Finale und belegte am Ende Platz 19.
"Die Verhältnisse waren schwierig. Ich kann viel besser fahren und habe auch auf Besseres gehofft", erkläret der 36-jährige US-Olympiasieger.