Mit einem Speed-Double in Kanada ist Aksel Lund Svindal an die Spitze des Ski-Gesamtweltcups gestürmt.
Einen Tag nach seinem Sieg in der Abfahrt hat der Norweger am Sonntag in Lake Louise auch den Super-G in überlegener Manier für sich entschieden.
Der 29-Jährige setzte sich deutlich vor dem Franzosen Adrien Theaux (+0,85 Sekunden) und dem Salzburger Joachim Puchner (0,90) durch.
Auf Millers Spuren
Svindal löste mit dem ersten Lake-Louise-Double seit 2004 (Bode Miller/USA) den Salzburger Marcel Hirscher als aktuelle Nummer 1 im Weltcup ab.
Für Svindal war es bereits Sieg Nummer fünf in Lake Louise. Neben der Abfahrt 2012 gewann er den Super-G mittlerweile schon viermal - 2005, 2007, 2011 und 2012.
"Das muss man genießen"
"Wenn es so gut läuft, dann muss man das genießen. Das ist nicht selbstverständlich. Ich war im Training sehr schnell, zum Glück bin ich es jetzt auch im Rennen", meinte der zweifache Gesamtweltcup-Gewinner nach seinem Doppelschlag.
"Ich habe voll gefightet, Gas gegeben und keine großen Fehler gemacht", bilanzierte Svindal.
Svindal lobt Konkurrenz
Im Gesamtweltcup sieht der Olympiasieger und vierfache Weltmeister Hirscher und den US-Amerikaner Ted Ligety (am Sonntag 4.) als aktuell schärfste Rivalen.
"Sie sind in guter Form, deshalb muss ich Gas geben. Der Gesamtweltcup ist für Leute wie uns immer ein Thema, etwas größeres gibt es nicht", betonte Svindal.
In Beaver Creek weitermachen
Der Männer-Weltcup übersiedelt nun von Kanada in die USA.
In Beaver Creek stehen am Freitag (Abfahrt), Samstag (Super-G) und Sonntag (Riesentorlauf) drei Bewerbe auf dem Programm.
"Ich möchte in Beaver Creek natürlich so weitermachen", hoffte Svindal vorm Übersiedeln.
ÖSV-Jugend zeigt auf
Im ÖSV-Team gab am ersten Speed-Wochenende des WM-Winters die "neue Generation" den Ton an.
Nach dem zweiten Abfahrts-Rang von Max Franz (23) sprang diesmal Puchner (25) als bester Österreicher aufs Stockerl.
Die Österreicher warten zwar noch auf den ersten Saisonsieg, waren aber bei bisher allen vier Rennen auf dem Podest vertreten.
Matthias Mayer (22) wurde Sechster, Franz Achter. Die Arrivierten enttäuschten: Klaus Kröll wurde 15., Georg Streitberger 16., Hannes Reichelt 22. und Romed Baumann 23. Benjamin Raich musste sich sogar mit Rang 42 begnügen.
"Bin am Limit gefahren"
"Ich bin heute am Limit gefahren", gestand Puchner nach dem dritten Podestplatz seiner Weltcup-Laufbahn.
"Es hat sich ausgezahlt", freute sich der Salzburger über 0,01 Sekunden Vorsprung auf den viertplatzierten Ligety.
Mayer nach Krankheit zurück
Für Mayer war Lake Louise neuerlich ein guter Boden, vor einem Jahr hatte er hier Rang acht eingefahren.
"Das hat mir für heute viel Selbstvertrauen gebracht. Ich hab' Gas gegeben, und es hat gut funktioniert", berichtete der Kärntner.
Dabei hat Mayer in Folge einer fatalen Lebensmittelvergiftung einen alles andere als guten Sommer hinter sich.
"Im Sommer habe ich nicht einmal davon geträumt, dass ich heute dastehen darf", meinte Mayer, der vor allem mit extremen Gelenksschmerzen zu kämpfen hatte.
Erst seit Oktober trainierte Mayer wieder voll, nun sucht er auch einen Kopfsponsor. "Wer Lust hat, mich zu sponsern, soll sich bei mir melden", meinte der 22-Jährige in Lake Louise lachend.
Svindal freut Vettel-Titel
Sieger Svindal hat mit Red Bull schon länger einen Kopfsponsor. Der Formel-1-Titel von Sebastian Vettel hat den Skandinavier daher besonders gefreut.
"Ich bin fast zu spät zum Start gekommen, weil ich mir das ganze Rennen im Fernsehen angeschaut habe. Das war ein guter Tag für Red Bull."