Marlies Schild ist zurückgetreten. Die Reaktionen ihr Karriereende:
Benjamin Raich (Lebensgefährte): "Ich habe sie nur unterstützen können in ihrer Entscheidung. Wenn man nach einer langen Karriere, wo man viel erreicht hat und emotional verbunden ist, sagen muss, es ist vorbei, ist es nicht leicht. Ich habe auch die eine oder andere Träne verdrücken müssen. Ich bin stolz auf ihre Karriere und auch den Abtritt, wie sie das gemacht hat. Ich habe immer gesagt, du musst das selbst entscheiden, musst das spüren. Ich glaube, irgendwie hat sie es schon im Frühjahr gespürt. Sie hat gewartet, ob es umschwenkt. Das ist bei mir nicht anders. Das Gefühl sagt einem aber genau, was zu tun ist. Sie hat es letztlich selbst entschieden und ist jetzt erleichtert. In den letzten Jahren eines Rennfahrerlebens steckt ja besonders viel Arbeit und Druck. Irgendwann ist es deshalb gut, dass man auch wieder Luft bekommt und nicht alles nach Plan machen muss. Es ist trotzdem nie ein leichter Schritt, sie hat das aber bravourös gemacht. Ich habe schon die eine oder andere Träne verdrücken müssen."
Annemarie Moser-Pröll (Rekordsiegerin Ski-Weltcup): "Ich finde es ganz, ganz groß von der Marlies, dass sie diesen Schritt gesetzt hat. Ich glaube, es ist der vollkommen richtige Moment. Ich kann mich an mein Karriereende noch genau erinnern. Ich habe mich damals gefreut, gefreut auf ein anderes Leben, weil die Zeit ja auch so schnell vergeht. Die Belastung vom Training ist wie ein Stein von mir abgefallen, man ist ja doch in einem maschinenartigen Rhythmus drin."
Josef Schild (Vater): "Wir stehen voll hinter der Entscheidung. Und wir freuen uns, dass sie es gemacht hat, dass Marlies und Benni eine schöne Zukunft vor sich haben. Die Kinder sind Teil unseres Lebens, wir gehen alle gerne Skifahren. Im Mittelpunkt stand und steht aber nie der Rennlauf. Das wichtigste ist das freie Bewegen in der Natur. Wir warten schon lange, dass wir uns auf eine Großelternrolle vorbereiten können."
Renate Götschl (ehemalige Teamkollegin, Weltcup-Gesamtsiegerin, zweifache Mutter): "Schade. Marlies war eine großartige Skifahrerin und ein Ausnahmetalent. Hätte sie sich nicht schon in jungen Jahren so oft schwer verletzt, hätte sie auch das Zeug für einen Weltcup-Gesamtsieg gehabt. Vielleicht wären die Dinge dann aber im Slalom nicht in dem Ausmaß passiert. Da ist sie die Weltbeste gewesen. Marlies ist ein sehr charakterstarker, konsequenter, aber fairer Mensch, deshalb haben wir uns auch immer gut verstanden. Bei einem Rücktritt wird man immer ein bisschen wehmütig, sie hat uns ja über Jahre tolle Emotionen geschenkt. Jetzt fällt eine Last ab, das wird sie erst in einigen Wochen richtig genießen. Auf eine Familie kann sie sich freuen, das hat sie sich auch verdient."
Sportminister Gerald Klug: "Marlies Schild war eine großartige Sportlerin, die es auch nach Rückschlägen mit unglaublichem Einsatz und Disziplin immer wieder zurück an die Spitze schaffte. Mit ihrer Vorzeigekarriere und ihrer Persönlichkeit gilt sie als Vorbild für unzählige junge Sportlerinnen und Sportler in unserem Land. Sie hat für Österreich und den Skisport im Speziellen Unglaubliches geleistet. Für die Zukunft und ihren neuen Lebensabschnitt wünsche ich ihr von Herzen alles Gute."
Hans Pum (ÖSV-Sportdirektor): "Es hat in den vergangenen Jahren viele sensationelle Sportler im ÖSV gegeben, einige davon ragten heraus. Eine davon ist mit Sicherheit Marlies Schild. Sie ist in mehrere Hinsicht außergewöhnlich. Ihre Konsequenz, ihr Trainingseifer, ihre Erfolge und dass sie immer wieder von den Verletzungen zurückgekehrt ist. Damit war sie ein Vorbild in jeder Hinsicht. Ihre Siege sind ein Garant, dass sie auch weiterhin bei jeder Slalomübertragung noch sehr, sehr lange 'dabei' sein wird. Sie ist die erfolgreichste Slalomläuferin der Welt." Zu Schild: "Bitte vergiss nicht Marlies, dass wir im ÖSV Nachwuchs brauchen. Bei den Genen von dir und Benni wird es am skifahrerischen Talent nicht scheitern."
Peter Schröcksnadel (ÖSV-Präsident): "Marlies ist die Größte im Slalom der heutigen Zeit. Sie hat für Österreich viele Siege gefeiert, viel mehr geht nicht. Schade, dass sie aufhört. Aber irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen. Marlies hat auf der Jagd nach dem Rekord viel Substanz verloren. Ich wünsche ihr alles Gute für die Zukunft. Sie ist ein Mensch, der die Zukunft sicherlich gut bestreiten wird."