Tamira Paszek hat am Montag zum zweiten Mal in ihrer Karriere das Viertelfinale bei den All-England-Championships in Wimbledon erreicht.
Die 21-jährige Vorarlbergerin blickt im Interview mit der APA auf die Saison vor dem Turniersieg in Eastbourne zurück.
Außerdem erklärt sie, wie sich ihr aktueller Lauf anfühlt und warum sie "im Kopf", also im Selbstvertrauen, den Schlüssel dazu sieht.
Frage: Wenn man drei, vier Wochen zurückblickt: Da haben Sie gegen eine gewisse Alison Riske in der ersten Challenger-Runde von Nottingham verloren. Hätten Sie sich vorstellen können, dass Sie hier dieses Viertelfinale erfolgreich verteidigen können?
Tamira Paszek: "Ehrlich gesagt, habe ich oft daran gedacht. Wir stehen uns oft selbst im Weg: Mit Verletzungen, gesundheitlichen Problemen, aber auch im Kopf. Ich habe mir oft auch selbst gesagt, Tamira, wenn ich jetzt erste Runde in Wimbledon verliere, Punkte hin oder her: Ich bin der gleiche Mensch, heiße gleich, und werde weiterhin Tennis spielen. Andrei und Georg (ihr Trainer Pavel und ihr Freund Margreitter, Anm.) haben mir sehr geholfen und mich immer motiviert und positiv gehalten."
Frage: Fühlen Sie sich derzeit irgendwie wie in Dauer-Trance?
Paszek: "Nicht wirklich. Ich bin sehr entspannt, außerhalb vom Platz (lacht). Sobald ich auf den Platz gehe, da zählt nichts anderes als gewinnen, fighten und jeden Punkt spielen. Ich bin definitiv momentan in Trance, wenn ich auf dem Platz bin."
Frage: Ihre Gegnerin ist Victoria Azarenka. Mit welchem Rezept gehen Sie jetzt in die nächste Phase?
Paszek: "Es ist egal, gegen wen, ich muss einfach aggressiv bleiben, auf meine Chancen warten und nie aufgeben."
Frage: Dieser Lauf, den Sie jetzt ganz offensichtlich haben: Spürt man das besonders in gewissen Situationen und denkt: mir kann fast gar nichts passieren?
Paszek: "Auf jeden Fall. Man geht ganz anders auf den Platz: Ob es jetzt einmal 15:40 steht, ob man ein Rebreak bekommt. Das sind Momente, die man leichter wegsteckt, als wenn man zwei Matches dieses Jahr gewonnen hat und dann auf den Platz geht. Man nimmt sich das dann mehr zu Herzen: Confidence (Selbstvertrauen, Anm.) spielt in unserem Sport und generell im Leben eine sehr große Rolle."
Frage: Der Kopf ist also hauptverantwortlich, denn Ihr Tennis-Potenzial kennt man ja schon lange.
Paszek: "Das weiß man. Ich kann alles nur an Andrei weitergeben: Er hat mir von Anfang an gesagt, dass er an mich glaubt. Es kam nur darauf an, dass ich selbst an das glaube, was in mir steckt. Ich muss sagen, mein Kopf ist momentan relativ ausgeschaltet. Ich stehe auf dem Platz, lebe jeden Punkt, lebe jeden Moment und genieße es einfach. Man weiß nie, was kommt im Leben und im Sport und daher freut es mich riesig wie es momentan läuft."