Highlights, Stars & große Ziele

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Die Highlights der 40. Auflage der Erste Bank Open

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Mit den Erste Bank Open stattete der Tennis-Zirkus Wien vergangene Woche den jährlichen Besuch ab.

42 Hauptbewerbsspiele (27 im Einzel, 15 im Doppel) später dürfen sich die Veranstalter ein weiteres Mal die Hände reiben.

Die 40. Auflage der Traditionsveranstaltung übertraf alle Erwartungen und wurde schlussendlich nicht nur für Turniersieger Andy Murray zum absoluten Erfolg.

LAOLA1 lässt die Woche noch einmal Revue passieren und hat die Highlights und positiven Aspekte zusammengefasst:

  • Überzeugendes und prominentes Teilnehmerfeld

Bravo, Herwig Straka! Wen der Turnierdirektor für die 40. Jubiläums-Ausgabe der Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle aus dem Hut zauberte, zeigte, welch Potenzial vorhanden ist. Obwohl es sich weiterhin „nur“ um ein ATP-250-Turnier handelt, gelang mit dem Engagement des topgesetzten David Ferrer und der Nummer zwei Andy Murray, die beide noch um ein Ticket für das ATP-Wold-Tour-Finale in London rittern, der ganz große Coup. Doch auch darüber hinaus konnten mit Feliciano Lopez, Philipp Kohlschreiber und Ivo Karlovic prominente Top-30-Spieler von Wien begeistert werden. Dass gleich drei der vier topgesetzten Akteure ins Semifinale einzogen und es zum Traumfinale der Nummer fünf gegen die Nummer elf der Welt kam, spielte den Veranstaltern natürlich in die Karten. Vor allem bewies Straka mit den Wild-Cards für Ferrer, Murray sowie den Doppel-Siegern Jürgen Melzer/Philipp Petzschner ein glückliches Händchen. Im gleichen Atemzug muss jedoch auch jene für Gerald Melzer erwähnt werden, dessen Bevorzugung gegenüber dem im Ranking besser platzierten Andreas Haider-Maurer unter der Woche viel Staub aufwirbelte.

  • Andy Murray - Star zum Angreifen

Wer glaubte, dass Andy Murray – seines Zeichens Olympiasieger, Wimbledon-Champion 2013 und US-Open-Gewinner 2012 – den Star raushängen lässt, der irrte gewaltig. Der 27-jährige Schotte suchte den Kontakt zu den Fans, nahm an offiziellen Terminen teil, schrieb nach seinen Spielen im Gegensatz zu einigen seiner Kollegen ausdauernd Autogramme und trainierte schon einmal vor mehreren Augenzeugen auf dem Center Court. Der ohnehin als „Zugpferd“ des Turniers Auserkorene avancierte aufgrunddessen rasend schnell zum absoluten Publikumsliebling. Kurzum: Murray fühlte sich in Wien wohl! So wohl, dass er sogar Langzeit-Freundin Kim Sears einfliegen ließ, um in den freien Minuten die Stadt zu erkunden. So selbstkritisch, verbissen und erfolgshungrig wie der Brite auf dem Court agierte, so locker, lässig und zufrieden präsentierte er sich beim Aufeinandertreffen mit Fans und Medien. Bleibt zu hoffen, dass es nicht sein letzter Auftritt in der Wiener Stadthalle war, denn sein Turniersieg machte Lust auf mehr.

  • Österreicher auch nach frühem Aus präsent

Nach dem frühen Aus der österreichischen Hoffnung Dominic Thiem in der ersten und Stadthallen-Stammgast Jürgen Melzer in der zweiten Runde hielt sich die Tristesse in Grenzen. Ein durchaus positiver Aspekt, da viele mit einem Rückgang des Zuschauerinteresses spekulierten. Doch die rot-weiß-roten Publikumslieblinge machten sich trotz des Scheiterns im Einzel nicht rar. Melzer war aufgrund seines Erfolgslaufs im Doppel ohnehin weiterhin präsent und drehte auch an freien Tagen seine Runden durch die Halle. Auch Thiem, der seinen zwölf Jahre älteren Kollegen in diesem Jahr von den Werbe-Plakaten der Erste Bank Open verdrängte, war für die Besucher greifbar und baute das gewonnene Beliebtsheits-Standing weiter aus. Unter anderem absolvierte er mit einem sympathischen Auftritt in der vollen Halle die „Ö3-Challenge“, bei der ein von Thomas Muster ausgewähltes Team seine Aufschläge zu retournieren versuchte und gewann.

  • Rot-weiß-rote Doppelspezialisten

Der Doppel-Bewerb wird auf der ATP-Tour seit jeher etwas stiefmütterlich behandelt. Auch in der Stadthalle verirrten sich bei den ersten Duellen Zwei gegen Zwei nur wenige Schaulustige in die Halle. Das sollte sich im Laufe der Woche jedoch ändern. Obwohl das erfolgreichste Doppel mit österreichischer Beteiligung, Alexander Peya und Bruno Soares (BRA), das auch bei den ATP-World-Tour-Finals in London vertreten sein wird, in Runde 1 scheiterte, entwickelten zwei andere Doppel-Spezialisten eine Art Begeisterung: Jürgen Melzer mit Partner Philipp Petzschner (GER) und Julian Knowle mit Andre Begemann (GER). Die beiden Duos bahnten sich ihren Weg ins Finale, mit dem besseren Ende für den Einzel-Triumphator der Jahre 2009 und 2010. Knowle hingegen verlor auch sein fünftes Doppel-Endspiel in Wien. Ein österreichisches Finale war schon etwas Besonderes, auch ein rot-weiß-roter Sieger. Denn in der traditionsreichen Geschichte des Turniers war es erst der dritte Triumph mit österreichischer Beteiligung nach Antonitsch/Taroczy (AUT/HUN) 1988 und Marach/Kubot (AUT/POL) 2009.

  • Zuschauer-Boom und volle Halle

„Gemma Murray schauen“, „Gemma Ferrer schauen“ oder „Gemma Thiem schauen“ hieß die Devise in der Jubiläums-Auflage des Stadthallen-Turniers. Die Werbetrommeln wurden erfolgreich gerührt, die Namen der geholten Top-Spieler sprachen für sich und das Rahmenprogramm machte die Veranstaltung zu einem gelungenen Ereignis. Vor allem, weil die an Tennisturnieren in Österreich ohnehin nicht verwöhnten Fans in Scharen in die Halle pilgerten. Bereits vor dem Finaltag wurde der Vorjahreswert von 47.000 Zuschauern überschritten. Die 50.000er Marke fiel dann am Schlusstag, als mit den Finalspielen zwischen Murray und Ferrer sowie Melzer/Petzschner und Begemann/Knowle der absolute Höhepunkt erreicht wurde. „Unser Ziel waren 50.000 Zuschauer“, ist auch Turnierdirektor Straka mehr als zufrieden. Das während der Woche stetig angestiegene Interesse unterstreicht auch die Hoffnungen, schon in naher Zukunft noch mehr Top-Spieler in Wien begrüßen zu können.

  • Großes Lob hilft im Hinblick auf großes Ziel

Die Erste Bank Open genießen schon seit vielen Jahren einen guten Ruf und ermöglichen es so, in der Weltrangliste gut positionierte Spieler von einem Start zu überzeugen. Als ATP-250-Turnier ist dies jedoch alles andere als ein leichtes Unterfangen. Das große Ziel sei es, die Traditionsveranstaltung auf das ATP-500-Level zu heben. Murray, Ferrer und Co. schwärmten von der Abwicklung des Turniers und spielten den Veranstaltern damit in die Karten. Für die Top-Spieler sei es durchaus vorstellbar, dass Wien im Turnierkalender schon bald aufgewertet wird. Turnierdirektor Straka arbeitet mit Nachdruck an der Erreichung dieses Ziels. Dafür müsste das Budget von derzeit drei auf sechs Millionen Euro aufgestockt werden, was nach konstruktiven Gesprächen mit der Stadt Wien vorstellbar sei. „Wir setzen die Verhandlungen in alle Richtungen fort und werden an der Realisierung eines 500er-Turniers konsequent weiterarbeiten“, so Straka. Realistisch sei dies bis zum Jahr 2018, da die Anzahl der 500er Events bis dahin aller Voraussicht nach erhöht werden soll.

  • Jubiläum mit viel Prominenz

40 Jahre sind eine lange Zeit. Das große Jubiläum des Stadthallen-Turniers wurde gebührend gefeiert. Bei den Feierlichkeiten nahmen u.a. Thomas Muster, Michael Stich, Peter Feigl, Hans Kary sowie Rekordsieger Brian Gottfried, der vier Mal gewinnen konnte, teil. Auch sonst wehte ein Hauch von Glanz und Glamour durch die Stadthalle, da auch die Prominenz ein Auge auf das Who-is-Who des Tennis-Zirkus werfen wollte. Murray-Freundin Kim Sears lachte in die Kameras, Toni Polster, Stargeiger Julian Rachlin, Viktor Gernot oder auch Reinhard Nowak griffen beim Rado-ProAm-Turnier selbst zum Schläger, während sich etwa die Austrianer Manuel Ortlechner und James Holland sowie TV-Koch Andreas Wojta dem passiven Konsum hingaben. Die Erste Bank Open lassen somit keinen so richtig kalt. Auch die 41. Auflage im kommenden Jahr wird wieder das eine oder andere Highlight mit sich bringen.


Alexander Karper

 

 

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