"Erst einmal betrinken"

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Konrad, der neue Radstar für Österreich

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Nach Hitze am Sonntagberg, Regenschlacht am Kitzbüheler Horn sowie Nebel und Schnee am Großglockner meinte es das Wetter ein weiteres Mal in dieser Woche nicht gut mit den Teilnehmern der 66. Österreich Rundfahrt.

Beim Zeitfahren in Podersdorf frischte gegen Ende bei den besten Fahrern der Wind extrem auf und machte es den Radprofis noch einmal so richtig schwer.

"Es war brutal, der Wind ist von Kilometer zu Kilometer stärker geworden und ich hatte regelrecht Probleme, das Rad gerade zu halten", berichtete Patrick Konrad, der Riccardo Zoidl um zwei Sekunden in Schach halten konnte und wohl - sollte am Sonntag nichts mehr passieren - bester Österreicher der Tour ist.

A new star is born

Der 22-Jährige, der erneut eine starke Leistung zeigte, arbeitete sich auf Rang vier des Gesamtklassements vor.

"Das hätte ich mir nie träumen lassen", konnte ann Konrad wieder strahlen, auch wenn ihn der Verlust seiner beiden Räder während der Ö-Tour extrem mitgenommen hat. "Darüber werde ich mich noch in ein paar Jahren ärgern, dass mir die Räder gestohlen wurden. Ich bin froh, dass sich dennoch alles ausgegangen ist."

Zoidl ärgert sich nicht

"Ich bin nur froh, dass es sich um zwei Sekunden ausgegangen ist. Der Ricci ist ein brutal starkes Zeitfahren gefahren. Die Mannschaft hat die ganze Woche über einen super Job gemacht, ein herzliches Dankeschön nochmal. Jetzt bin ich überglücklich und muss es nur noch nach Wien bringen", so der Niederösterreicher.

Der angesprochene Vorjahressieger Riccardo Zoidl (Trek) nahm die Niederlage sportlich und gratulierte seinem Nachfolger bei Gourmetfein Simplon: "Es ist super für ihn, er fährt eine tolle Saison und hat es sich wirklich verdient. Auf Platz vier und fünf ein Österreicher, das hat es schon lange nicht mehr gegeben. Ich glaube, es war eine gute Rundfahrt für uns Österreicher. Wir haben uns sehr gut präsentiert", ist der 26-Jährige trotz des "schwarzen" Sonntags am Sonntagberg zufrieden.

"Dafür, dass sie (die Ö-Tour) so grottenschlecht angefangen hat, ist sie wirklich noch super geworden. Das zeigt einfach, dass ich gut in Form war", lautete sein Fazit.

Letzte Etappe "egal"

Einer, der ebenfalls sehr zufrieden sein kann, ist Pete Kennaugh (Sky).

Der Brite, der mit dem Sieg auf der ersten Etappe das Gelbe Trikot übernahm und auch im Zeitfahren verteidigen konnte, steht vor dem Gesamtsieg der Österreich Rundfahrt.

Davon trennt ihn nur noch die Etappe nach Wien, die ihm nach dem schweren Zeitfahren aber "egal" ist.

"Beinahe zusammengebrochen"

"Es war wirklich viel Wind, ich hatte Mühe, meine Zeitfahrposition zu halten und musste ständig mit dem Rad kämpfen. Ich habe mich nie richtig wohl gefühlt", so der 25-Jährige.

"Nach der Hälfte wurde der Wind immer schlimmer und ich konnte keine Power auf die Pedale bringen. Ich bin mental beinahe zusammengebrochen. Ich glaube, ich habe das falsche Vorderrad gewählt. Morgens bin ich den Kurs noch abgefahren und es war überhaupt nicht windig. Aber ich konnte die anderen in Schach halten, das ist es, was zählt", erklärte Kennaugh, der wohl als erster Brite die Ö-Tour gewinnen wird.

Nach den Anstrengungen des Tages will er nun "erst einmal ein Bier trinken und mich ausruhen". Bis er einordnen kann, was er geschafft hat, wird es wohl noch ein paar Tage dauern. "Ich bin einfach nur müde und fertig. Ich brauche erst noch eine Weile, um das zu realisieren. Aber es ist ein großer Sieg für mich."

Kein Urlaub

Während für Zoidl und Konrad ein Urlaub ansteht, gibt es für Kennaugh hingegen keine Pause.

"Ich werde bei den Commonwealth Games auf der Straße und auf der Bahn antreten, die Vuelta sowie die Weltmeisterschaften fahren und dann ist 2014 auch schon vorüber. Urlaub gibt es erst nach der Saison."

Wie er seinen Sieg feiern wird, weiß er auf jeden Fall schon: "Ich werde mich betrinken."

 

Christoph Nister /Henriette Werner

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