Brotlose Flanken-Kunst

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Brotlose Flanken-Kunst

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Heinz Lindner sollte sich auf eine Menge Arbeit einstellen.

Denn die Austria empfängt am Sonntag (16 Uhr) mit den Kickern von der SV Ried die Flankenkönige der Bundesliga.

Kein anderes Team der höchsten Spielklasse operiert derart exzessiv mit hohen Hereingaben wie die Innviertler.

Alle fünf Minuten eine Flanke

Die Statistik nach den ersten 13 Runden der Saison zeichnet ein deutliches Bild: 220 Flanken haben die Oberösterreicher bisher geschlagen – dieser Wert ist mit großem Abstand Liga-Spitze. Auf Rang zwei findet sich die Austria mit 161 Flanken wieder.

Umgerechnet bedeutet das, dass stets etwas mehr als fünf Minuten vergehen, ehe die Gegner der von Heinz Fuchsbichler betreuten Elf erneut mit einer Flanke konfrontiert sind.

Keine große Gefahr

Doch die Gefahr der Bälle vor das Tor hält sich in überschaubaren Grenzen. Zwar haben die Rieder mit sechs Treffern ex aequo mit Salzburg und der Admira nach Rapid (7) die zweitmeisten Tore nach Flanken erzielt, die Quote ist aber nicht gerade gut.

Während Rapid und die Admira bis zum 14. Spieltag lediglich 22 Flanken für ein Tor benötigten, waren es bei den „Wikingern“ immerhin 36,7.

Wie schon in der Vorsaison

Mit diesem Problem hatte Ried auch schon in der vergangenen Saison zu kämpfen.

Auch damals kamen von den Innviertlern mit 536 die meisten Hereingaben – Mattersburg rangierte mit 505 auf Platz zwei.

Jedoch ließ 2011/12 die Effizienz ebenso zu wünschen übrig. Neun Treffer gelangen der SVR nach Flanken, dieser Wert reichte lediglich für Rang vier in dieser Kategorie.

Flanken-König Meilinger

Folgerichtig waren in der individuellen Wertung auch zwei Ried-Profis vorne mit dabei. Zwar schlug mit Alois Höller ein Mattersburger die meiste Flanken (113), auf Rang zwei (Nacho, 111) und Rang vier (Emanuel Schreiner, 88) waren jedoch zwei „Wikinger“ zu finden.

In der laufenden Spielzeit scheinen in den Top vier gleich drei Rieder auf. Marco Meilinger und Thomas Hinum (je 45) teilen sich hinter WAC-Kicker Manuel Kerhe (47) den zweiten Platz, Vierter ist Andreas Schicker mit 37 Flanken.

Zudem ist Meilinger mit seinen drei Assists nach Hereingaben auch die Nummer eins der Liga. Hinum hat auf diese Weise zwei Tore vorbereitet, Schicker immerhin eines.

Kommt eine Flanke, brennt der Hut

Auch in der Defensive sind die Zahlen der Rieder interessant. Denn mit 112 gegnerischen Flanken hat die Fuchsbichler-Truppe bisher die wenigsten zugelassen.

Nichtsdestoweniger zahlt es sich für die Gegner aus, es mit dem Spiel über die Flügel zu probieren. Bisher mussten die Oberösterreicher nach Flanken nämlich schon sechs Gegentreffer hinnehmen. Nur der WAC (7) und Wiener Neustadt (8) sind noch schlechter.

Das lässt folgenden Rückschluss zu: Wenn es doch einmal eine hohe Hereingabe in den Rieder Strafraum schafft, ist Feuer am Dach.

Austria noch ineffizienter

Ob schon die Austria von diesen Erkenntnissen profitiert, erscheint jedoch ziemlich fraglich.

Denn die Violetten sind noch weitaus weniger effizient als die Rieder. Erst drei Mal jubelten sie nach Flanken – das ergibt ein Tor pro 53,7 hohe Hereingaben.


Harald Prantl

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