Viktor Szilagyi - Eine Ikone verlässt das Parkett

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Österreichs erfolgreichster Handballer Viktor Szilagyi hat das Parkett, das für ihn die Welt bedeutete, endgültig verlassen.

Der 37-jährige ÖHB-Kapitän absolvierte gegen Dänemark sein 203. Länderspiel, gleichzeitig das letzte seiner eindrucksvollen Karriere.

Zu einem Erfolg zum Abschied reicht es nicht. Die rot-weiß-rote Auswahl muss sich den Dänen auch im Rückspiel 20:23 geschlagen geben (Hinspiel: 27:35) und scheitert somit im Playoff für die Weltmeisterschaft 2017 in Frankreich.

Szilagyi prägte österreichischen Aufschwung

Szilagyi schwang 18 Jahre nach seinem ersten Auftritt für Österreich in seinem 203. Spiel ein letztes Mal das Zepter - und hinterließ seinen Nachfolgern mit höchstem Einsatz ein beeindruckendes Andenken. Selbst ein blutendes Cut hielt ihn Mitte der zweiten Hälfte nicht davon ab, in der Schlussphase wieder aufs Parkett zurückzukehren.

Mit dem 37-jährigen Rückraumakteur verabschiedete sich eine der Schlüsselfiguren des Aufschwungs der letzten Dekade. In der Szilagyi zusätzlich zu seinen Vereinstrophäen (einmal Champions League, je zweimal EHF-Cup und Cup der Cupsieger) zwei WM- und zwei EM-Teilnahmen verbuchte. Gemeinsam mit Andreas Dittert ist Szilagyi nun der Spieler mit den drittmeisten Einsätzen für Österreich. Nur Goalie Ewald Humenberger (246) und Patrick Fölser (218) haben mehr Matches am Konto.

So wie Szilagyi absolvierte auch der kompromisslose Vitas Ziura sein letztes Spiel für Österreich. Der gebürtige Litauer hatte ebenso maßgeblichen Anteil an den Erfolgen und schonte selbst beim finalen Einsatz weder sich noch die Gegner. Der Umbruch in der ÖHB-Auswahl ist damit vollendet. Die ab November startende EM-Qualifikation (gegen Spanien, Bosnien-Herzegowina und Finnland) wird ein Fall für die neue Garde um den zukünftigen Kiel-Akteur Nikola Bilyk. Das mittelfristige Ziel: Eine schlagkräftige Truppe für die Heim-EM 2020, die Österreich gemeinsam mit Norwegen und Schweden veranstaltet.


"Wunder" blieb in WM-Playoff aus

Das "Wunder von Kagran" in der WM-Qualifikation ist jedoch ausgeblieben.

Österreichs Männer unterlagen am Mittwoch in der Wiener Albert-Schultz-Halle dem klaren Favoriten Dänemark 20:23 (9:12). Die ÖHB-Auswahl hielt die Abschiedspartie von Regisseur Viktor Szilagyi lange offen, war aber weit davon entfernt, den Acht-Tore-Rückstand aus dem Play-off-Hinspiel wettmachen zu können.

Beim Stand von 4:9 in der 16. Minute schien die Partie schon früh in Richtung des doppelten Europameisters und Vizeweltmeisters zu kippen, doch wie schon im Hinspiel in Odense am vergangenen Sonntag konnte Rot-Weiß-Rot die Partie relativ lange offen halten. Nach einem 9:12 zur Pause arbeitete man sich - nicht zuletzt dank starker Paraden von Goalie Nikola Marinovic - bis zur 36. Minute auf 13:13 heran.

Österreich, das mit Raul Santos, Tobias Wagner, Maximilian und Alexander Hermann, Sebastian Frimmel sowie Romas Kirveliavicius gleich mehrere wichtige Spieler vorgeben musste, ließ sich bis zum Schluss nicht abschütteln und durfte bis zur 54. Minute (20:22) von der Überraschung träumen. Letztlich waren Welthandballer Mikkel Hansen und Co. aber weder der Sieg noch das Ticket für die Endrunde im Jänner 2017 in Frankreich zu nehmen.

Rückspiel im Play-off der Qualifikation für die WM-Endrunde im Männer-Handball im Jänner 2017 in Frankreich:

Österreich - Dänemark 20:23 (9:12)

Hinspiel 27:35 - Dänemark mit Gesamtscore von 58:47 für die WM qualifiziert

Werfer: Weber 7, Schopf 4, Szilagyi 3, Ziura, Bilyk je 2, Jelinek, Bammer je 1 bzw. Damgaard, Svan je 4



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