Das ist mein Karriere-Dreamteam

Aufmacherbild Foto: © GEPA
 

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Trotz seiner enormen Professionalität – es bleibt dann doch noch Platz für ein wenig Wehmut.

„Manchmal ertappe ich mich bei dem Gedanken, dass es das letzte Mal ist, dass du gewisse Dinge tust. Wenn du zum Beispiel durch den Kabinengang gehst oder dich auf die Partie vorbereitest“, verrät Viktor Szilagyi.

Doch der 37-Jährige wäre nicht Österreichs erfolgreichster Handballer aller Zeiten, wenn er sich nicht im nächsten Moment wieder im Griff hätte. Der Fokus auf die sportliche Aufgabe helfe, wehmütige Gefühle keinen großen Platz zu lassen.


„Insofern ist es gut, dass meine Karriere mit so wichtigen Spielen zu Ende geht“, verweist der ÖHB-Regisseur auf das Rückspiel im WM-Quali-Playoff gegen Dänemark. In diesem muss Österreich am Mittwoch (20:30 Uhr) in der Wiener Albert-Schultz-Halle das 27:35 vom Sonntag aufholen, will es nur zur WM-Endrunde nach Frankreich 2017. „Das ist eine schwierige Ausgangsposition, aber im Handball ist sehr viel möglich."

Für einen "Sir" kein leichtes Unterfangen

Bevor der letzte Anwurf in Szilagyis Karriere erfolgt, hat er für LAOLA1 versucht, die besten Mitspieler seiner Karriere in ein Team zu gießen.

Wer diesen „Sir“ ein bisschen kennt, der weiß jedoch, wie schwierig es für ihn ist, einige wenige Wegbegleiter aus seiner langen Karriere herauszuheben. Darum möchte er auf eigenen Wunsch zwischen Verein und Nationalteam (ÖHB-Auswahl im 2. Teil) unterscheiden und lässt auf einigen Positionen "eine Halbzeit den einen, eine Halbzeit den anderen" spielen. Und sich selbst lässt er völlig außen vor. Ganz Szilagyi halt.


Sein Klub-Dreamteam


Tor: Thierry Omeyer (THW Kiel)/Mattias Andersson (THW Kiel/SG Flensburg-Handewitt)

Der Ehrgeiz des ehemaligen Welthandballers Omeyer sei einzigartig. „Egal ob in einem Finale oder bei Spaß-Würfen nach einem Training, er will immer jeden Ball halten. Er ist dadurch sicherlich nicht immer einfach, aber für den Erfolg unglaublich wichtig“, so Szilagyi. Die zweite Halbzeit würde er anstelle Omeyers dann Mattias Andersson spielen lassen.

 


Rückraum Links: Oleg Velyky (TUSEM Essen)

Der gebürtige Ukrainer (59 Länderspiele), der für Deutschland 38 Mal auflief, beeindruckte nicht nur durch seine Explosivität. „Auch wie er seine Krankheit angenommen hat und damit umgegangen ist“, so Szilagyi über seinen ehemaligen Team-Kameraden bei Essen, der 2010 an Hautkrebs verstarb.

 


Rückraum Mitte: Stefan Lövgren (THW Kiel)/Nikola Karabatic (THW Kiel)

„Lövgren, weil er der beste Kapitän war, den ich in meiner Karriere miterlebt habe“, konnte sich Szilagyi von der Kieler Größe in Sachen Mannschaftsführung viel abschauen. „Auch wie er das Team abseits des Feldes zusammengehalten hat.“ Um Karabatic sei dennoch kein Herumkommen. „Er ist der kompletteste Handballer meiner Zeit.“ Angriff, Abwehr, Eins-gegen-Eins – beim französischen Superstar komme alles in einem Spieler zusammen.

 


Rückraum Rechts: Kim Andersson (THW Kiel)

Der nächste Kieler. Szilagyi muss beim Schweden nicht lange überlegen, „weil er Wurfgewalt und spielerische Intelligenz kombinieren konnte wie kaum ein anderer.“ Von den menschlichen und kämpferischen Qualitäten ganz zu schweigen.

 


Linker Flügel: Gudjon Valur Sigurdsson (TUSEM Essen)

Mit dem isländischen Star, der diesen Sommer vom FC Barcelona zum deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen wechselt, verbindet Szilagyi eine langjährige Freundschaft. Fast gleich alt kamen sie 2001 zu Essen. Obwohl Szilagyi bereits eine Saison bei Dormagen in den Beinen hatte, waren beide noch „Bundesliga-Frischfleisch“. „Wir haben uns vom ersten Tag an super verstanden. Zuerst auf Englisch, später auf Deutsch.“ Noch heute finden sich österreichische Sprachreste im Wortschatz des über 300-fachen Internationalen (über 1.700 Länderspiel-Tore). „Wenn man sich seine Karriere so anschaut, bin ich stolz, die ersten Schritte mit ihm gemeinsam gemacht zu haben.“

 


Kreisläufer: Dimitri Torgovanov (TUSEM Essen)/Marcus Ahlm (THW Kiel)

Torgovanov war für die taktische Entwicklung des jungen Szilagyi von großer Bedeutung. „Ich habe nie wieder einen Kreisläufer erlebt, der so viel für die Rückraumspieler gearbeitet hat“, lobt der ÖHB-Kapitän den Russen, mit dem er in Essen zusammenspielte. „Im Kontrast dazu, war Ahlm unglaublich effektiv. Wenn du keinen Platz mehr hattest und nicht mehr gewusst hast, wohin mit dem Ball, war er immer anspielbar.“

 


Rechter Flügel: Vid Kavticnik (THW Kiel)

In Szilagyis Karriere gab es viele gute Rechtsaußen, die für ihn in Frage kommen. Seine Wahl fällt auf den Slowenen, da dieser seine Position sehr modern interpretierte, auch über den Rückraum kam. „Außerdem war er mein Zimmer-Kollege in Kiel und ist einer meiner besten Freunde.“

 

Das ergibt folgende Aufstellung:

Hier geht's weiter zu Teil 2:


 

Reinhold Pühringer

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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