Playoff Monday: Büro mit Ausblick

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Die beiden Teilnehmer an der Jubiläums-Super-Bowl stehen fest!
 
Die Denver Broncos und Carolina Panthers machen sich in der 50. Auflage des Big Games den NFL-Champion aus.
 
Wie gewohnt widmen wir uns auch in der Postseason den Auffälligkeiten des Wochenendes.
 
Wer ist Winner? Wer ist Loser? Wer oder was war awesome? Wer oder was war awful? 
 
Das ist der Playoff Monday - die Endzone von LAOLA1!


Peyton Manning gegen Tom Brady XVII! Es konnte nur einen geben! Und dieser eine heißt Peyton Manning. Okay, das Giganten-Duell war gar nicht mal so sehr von den beiden Giganten geprägt, wie man es über diese wunderbaren Jahre dieser glorreichen NFL-Ära gewohnt war. Aber Manning hat gerade zu Beginn des Spiels seinen Job erledigt, wie es ihm viele (und wir reihen uns da durchaus ein, das müssen wir zugeben) nicht mehr zugetraut haben. Der bald 40-Jährige warf seine ersten Touchdown-Pässe seit Woche 9, insgesamt deren zwei auf Owen Daniels. Zuvor hatte Manning in der kompletten Saison gerade einmal einen einzigen im Sports Authority Field at Mile High zustande gebracht. Und jetzt hat Peyton - und alle seine Fans können dies nur gutheißen - die Chance, an Super-Bowl-Triumphen mit seinem Bruder Eli gleichzuziehen. Dass er als erster Quarterback überhaupt mit zwei verschiedenen Teams mehr als ein Mal das NFL-Endspiel erreicht hat, wird ihm - wie so viele andere Statistiken - ohnehin keiner so schnell machen. In diesem Sinne auch von uns: Herzliche Gratulation, Peyton! Welch ein Highlight am nahenden Karriereende!



 

Das war klarer als zuvor erwartet. Am Ende ging Arizona in Carolina gar mit 15:49 unter. Mit sieben Turnovers ist im Normalfall nicht viel auszurichten, weder in einem Regular-Season-Spiel und schon gar nicht in einem Championship Game. Das war in allen Belangen zu wenig, um das beste Team 2015 zu schlagen. Quarterback Carson Palmer hatte nach der Partie gar sechs Turnovers zu verantworten. Auch wenn einige erst gegen Ende verursacht wurden, war Arizona nie wirklich in diesem Spiel drin. Und wenn, dann nur mit viel Zweckoptimismus. Wie gegen Seattle zog Carolina davon, führte nach dem ersten Viertel schon 17:0 und brach auch in der zweiten Hälfte nicht ein. Arizona muss Super Bowl 50 vor dem Fernseher verfolgen.


 

Stellvertretend für diesen Prestige-Sieg der Panthers gen Super Bowl haben wir uns für den Touchdown von Ted Ginn Jr. entschieden. Nicht nur, dass dieser zum 10:0 gegen die Cardinals führte, sondern auch, wie sich der Panthers-Receiver dabei bewegte, gefiel uns. Erst quer in die eine Richtung, dann quer in die andere. 22 Yards Raumgewinn stand nachher in der Statistik, gelaufen ist Ginn am Ende aber fast das Vierfache - 86 Yards! Stellvertretend auch für die gute Arbeit von OC Mike Shula: Was der aus seinen Passempfängern gemacht hat! Chapeau!



Es war die vielleicht beste Regeländerung seit langer Zeit! Nämlich den Extrapunkt nach hinten zu verlegen! Aber gut, dass ein Extrapunkt in den Championship Games eine derart wichtige Rolle spielen würde, hätten wir selbst nicht gedacht. 523 (!) - in Worten: fünfhundertdreiundzwanzig - Extrapunkte in Folge hat Stephen Gostkowski seit 2006 verwertet. Der Kicker der New England Patriots gilt nicht umsonst als einer der besten und nervenstärksten der NFL. Nach dem Patriots-TD zum (vermeintlichen) Ausgleich zielte Gostkowski jedoch daneben, was immense Auswirkungen haben sollte. Statt 7:7 stand es 6:7. Am Ende der Partie war New England daher gezwungen, auf zwei Punkte zu spielen, anstatt mit einem weiteren Extrapunkt gemütlich auszugleichen. "Ich fühle mich schrecklich. Ich habe uns das Spiel verloren! Es war zu 100 Prozent mein Fehler, es war ganz einfach ein schlechter Kick", jammerte der von dutzenden Medienvertreten belagerte Gostkowski nach dem Spiel. Sagen wir so: Andere Patriots erwischten auch nicht ihren besten Tag, also ist es zu billig, den Kicker zum alleinigen Sündenbock zu machen. Aber Fehlschüsse merkt sich das Publikum leider eher als einen verpassten Block. In diesem Sinne, so leid es uns tut: OH BOY!


Endlich! Wir kennen die beiden Teilnehmer an jener nicht ganz so familiären Sportveranstaltung, um die sich fünf Monate lang das Leben unserer kleinen, aber feinen NFL-Familie dreht. Das heißt jedoch gleichzeitig Jahr für Jahr, dass es Abschied nehmen vom Touchdown Tuesday/Playoff Monday heißt. Deswegen bevor wir in dieser speziellen Ausgabe in medias res gehen: DANKE, DANKE, DANKE nicht nur für euer ständig steigendes Interesse, sondern auch für eure absolut begeisternde Beteiligung an diesem Format. Wir staunen von Woche zu Woche, mit welchem Engagement viele von euch dabei sind und so den "TT" auch für uns zu einer wahren Herzensangelegenheit machen. Wir freuen uns jedenfalls bereits auf das Special zur Free Agency.

So, nun aber zu den Championship Games. Ich bin immer noch hin und weg aufgrund dieses Spektakels im Sports Authority Field. Waaaaaahnsinn! Auf und abseits des Feldes! Da ich vom NFC-Finale nur Ausschnitte gesehen habe, werde ich mich diesmal hauptsächlich auf das Erlebnis in Mile High konzentrieren, und es war in der Tat selbiges. Zwei oder drei Sportereignisse habe ich in meinem Berufs- und Privatleben ja bereits besucht, aber ich könnte mich nicht erinnern (und ich denke seit gestern krampfhaft nach), jemals einem von der ersten bis zur letzten Minute derart energiegeladenen Hexenkessel beigewohnt zu haben. Ich hoffe, das ist im TV wenigstens ansatzweise rübergekommen! Die Pressbox in diesem Stadion ist (leider) verglast, sodass man nicht Ohrenzeuge der vollen Lautstärke werden kann, aber glaubt mir eines: Jedes Mal, wenn New Englands Offense am Ball war, herrschte ein Radau, das hat man auch hinter Glas gespürt. Vor allem vor dritten Versuchen ging der Lärmpegel derart nach oben, dass selbst die Pressbox bebte, man Vibrationen am Tisch spürte. Von den Broncos-Touchdowns, Sacks gegen Brady oder seinen Interceptions ganz zu schweigen. Und der Moment, als die Super-Bowl-Teilnahme Denvers feststand, war sowieso Emotion pur. Wirklich cool! Die Lautstärken-Rekorde aus Seattle oder Kansas City waren vielleicht nicht in Gefahr, aber immer wieder ging es auf bis zu 116/117 Dezibel (logisch, dass auch diese Statistik gemessen und das Publikum via Anzeigentafel live informiert wird). Da kann man dann schon mal von HeimVORTEIL sprechen. Und ja, die Patriots dürfen sich ärgern, diesen im Endspurt der Regular Season verschenkt zu haben. Noch einmal zum Mitschreiben: Jedes, wirklich jedes, Spiel ist wichtig!!

Im Allgemeinen unterscheidet sich das Erlebnis Championship Game von der Super Bowl eben genau dadurch: Es ist das Heimspiel eines Teams - mit allem was dazugehört. Die Stimmung ist nicht zu vergleichen. Okay, Super Bowl ist Super Bowl und steht weit über allem, aber die Atmosphäre ist vergleichsweise steril. Das Stadion teilt sich in zwei Lager auf, ergo gibt es nicht die klassische Stille, wenn die eigene Offense am Feld ist, und den Trubel, wenn der Gegner am Ball ist. Und auch im Vorfeld des Spiels geht es beim "Big Game" gemächlicher zu. Und ja, ich liebe einfach das Tailgating am Parkplatz. Herzlichen Dank an Dave - einem Autohändler aus Irgendwo - und seiner Familie für die herzliche Bewirtung. Die Ripperl haben sensationell geschmeckt!

Denver gegen Carolina bietet nicht nur die Super Bowl mit dem größten Altersunterschied zwischen den beiden Starting Quarterbacks (13 Jahre und 48 Tage - davor waren Manning und Russell Wilson 2014 mit 12 Jahren und 250 Tagen Rekordhalter), sondern auch - und das halte ich für erstaunlich - die allererste Super Bowl, in der sich mit Peyton Manning und Cam Newton zwei an Nummer eins gedraftete Spielmacher gegenüberstehen. Bei der Regelmäßigkeit, mit der QBs als erstes gedraftet werden, hätte es solch ein Duell durchaus schon früher geben können. Aber gut, "Nummer 199" hat in den vergangenen Jahren ja einige Super Bowls "blockiert." Newton ist Draft-Jahrgang 2011, womit wir bei der nächsten Besonderheit wären: Erstmals stehen sich die Nummer 1 und Nummer 2 eines Draft-Jahrgangs in einer Super Bowl gegenüber. Und meine Damen und Herren: Sowas von verdient! Über Newton muss ich wenig sagen, und was Von Miller mit Brady aufgeführt hat, hat vermutlich jeden ins Staunen versetzt. Auch das Aufeinandertreffen Newton/Miller verspricht ein Klassiker zu werden. Und so nebenbei: Was war das bitte für ein Draft-Jahrgang 2011? Da findet man auch noch folgende Herren: Marcell Dareus (3), A.J. Green (4), Patrick Peterson (5), Julio Jones (6), der sich auf immer und ewig selbst im Weg stehende, aber sportlich großartige Aldon Smith (7), Tyron Smith (9) und J.J. Watt (11). In den ersten 12 Picks konnte man eigentlich nur falsch liegen, wenn man einen QB nahm - Jake Locker (8), Blaine Gabbert (10) und Christian Ponder (12) symbolisieren, warum ich immer und immer wieder davor warne, Spielmacher zu früh zu draften. Weiter hinten in Runde 1 tauchen noch Akteure wie Robert Quinn, Mike Pouncey, Kyan Kerrigan oder Muhammad Wilkerson auf, um nur einige zu nennen. In Runde 2 Andy Dalton, Colin Kaepernick und Randall Cobb, in Runde 3 Justin Houston und DeMarco Murray, in Runde 4 Julius Thomas, und wenn man Fünftrunder Richard Sherman vergisst, ist er gach beleidigt. Was für eine Draft-Klasse!

Für diejenigen, die es nicht wissen: In den USA findet die Medienarbeit nach einem Spiel zu einem guten Teil in den Lockerrooms statt, nur ausgewählte Akteure kommen auf das Podium im Pressekonferenz-Saal. In Europa ist es vermutlich sogar bei einem Regionalliga-Kick undenkbar, als Journalist nach der Partie in der Kabine aufzutauchen, ergo ist dies immer wieder ein interessantes Erlebnis. In jener der Broncos präsentierte sich John Elway wie ein stolzer Pfau. Ich will jetzt gar nicht noch einmal auf die Parallele zwischen der Broncos-Legende und Manning eigehen, an dieser Story kommt man auf dem Weg zur Super Bowl sowieso nicht vorbei. - und es wäre ja tatsächlich zu kitschig, wenn auch Peyton zum Karriereende mit der Lombardi-Trophie in Händen in Richtung Sonnenuntergang reiten würde. Nein, ich möchte vielmehr auf Elway als Chef eingehen. Als operativ Verantwortlicher der Broncos hat er nach dem Super-Bowl-Debakel vor zwei Jahren gegen Seattle den einzig richtigen Schluss gezogen: Super-Offense um Manning hin oder her, aber mein QB wird nicht jünger. Also muss ich versuchen, in Rekordzeit eine Monster-Defense um Von Miller aus dem Boden zu stampfen. Tja, das Ergebnis dieser Überlegungen hat New England zu spüren bekommen. Mit der Denver-Defense von 2013 wäre es indessen vermutlich sogar mit dem Playoff-Einzug eng geworden.

Kann sich noch jemand an Charlie Frye erinnern? Hätte ich auch nicht gedacht, dass ich den früheren Quarterback der Cleveland Browns hier einmal unterbringen würde. Sage und schreibe 20 Hits muss Frye 2006 gegen Baltimore einstecken. 19 Mal musste Tom Brady in Denver dran glauben - der höchste Wert seit knapp zehn Jahren. Das sagt tendenziell alles über die Überlegenheit des Pass Rush der Broncos in dieser Partie und erklärt die Probleme der Patriots. Dass deren O-Line eine Vorgabe ist, war zu befürchten, aber dass Von Miller, DeMarcus Ware und Co. ein derartiges Volksfest feiern würden, hätte ich auch nicht gedacht. Und zwar deswegen, weil Brady den Ball bekanntlich sehr schnell los werden kann. Dies klappte diesmal in den seltensten Fällen, weshalb ein großes Lob in Richtung Denvers Secondary angebracht ist. Wie diese Julian Edelman und Co. aus dem Spiel nahm, war atemberaubend. Dies gab dem Pass Rush ausreichend Zeit, um Brady unter Druck zu setzen. Alles in allem durften wir Zeugen einer unglaublichen Defense-Leistung werden. Ich finde jedoch, es spricht auch für die Patriots, dass sie das Spiel dennoch noch einmal so spannend gestaltet haben. Ob es jedoch notwendig war, zwei Mal so früh in aussichtsreicher Position den vierten Versuch auszuspielen (und dabei zu scheitern), sei dahingestellt. Klar, im Nachhinein ist man immer gescheiter, aber nur einmal ein Field Goal und es hätte gereicht. Bill Belichick ist der Guru unter den Coaching-Gurus, aber hier hat er sich unter Umständen selbst ausgetrickst.

Was denkt sich eigentlich gerade John Fox? Es ist schon sehr kurios, dass sich ausgerechnet Denver und Carolina in der Super Bowl gegenüberstehen. Der nunmehrige Head Coach der Chicago Bears erreichte einst mit beiden Teams das "Big Game", nur um selbiges zu verlieren. Vor dieser Saison wurde er in Denver - etwas überraschend - durch Gary Kubiak ersetzt, und nun muss er mitanschauen, wie sein Ex-Team gegen das andere Ex-Team um den Titel spielt. Ich finde, Fox ist ein hervorragender Coach, aber es gibt in der Sport-Welt Typen, die gerne zur falschen Zeit am richtigen Ort sind (man könnte vom Gerhard-Berger-Phänomen sprechen), und das ist wohl ein Paradebeispiel dafür. 

Ich kann hier aus bekannten Gründen keine fundierten Analysen zu Carolina gegen Arizona abliefern, aber ich möchte natürlich "mundafinga" ein wenig trösten. Ich denke, dass Arizona mit diesem Kader unter Head Coach Bruce Arians weitere Chancen bekommen wird, sofern Carson Palmer als QB noch ein wenig durchhält. Schade jedenfalls! Aber gleichzeitig freue ich mich natürlich extrem für "enzo_karotti"! Wie war's eigentlich im Puls4-Studio? Offtopic möchte ich zu eurer Diskussion zuletzt anfügen: Ja, ich schaue mir Spiele auch lieber im Original an und leide so gesehen ein wenig an den eingeschänkten Übertragungsrechten von Sport1-US, aber ich möchte die deutschsprachigen Sender in Schutz nehmen. Es ist in einem Sport, in dem die Diskrepanz zwischen "Experten" und "Anfängern" so riesig ist, unheimlich schwer, ein Produkt, das allen gefällt, auf die Beine zu stellen. Ich erachte es für enorm wichtig, möglichst viele Fans für diesen genialen Sport zu generieren - und hier machen sowohl Puls 4 als auch "ran" einen guten Job. Die Jungs von Puls4 kenne ich ein wenig und weiß, mit welchem Herzblut dieses Team am Werk ist. Je mehr Publikum die NFL in deutschsprachigen Ländern hat, desto besser für uns alle, weil die mediale Berichterstattung zwangsweise zunehmen muss (nicht alle Sportredaktionen haben so aufgeschlossene Chefs, die dieses komische, ovale Ei tolerieren). In dem Sinn kann ich die "Experten" nur um Nachsicht bitten! Und bezüglich Fehler beim Kommentieren: Ich habe noch nie auch nur ein Spiel kommentiert, stelle es mir jedoch sehr schwierig vor. Und dann gleich vier an einem Wochenende - das ist von der Konzentration und Vorbereitung her wohl eine Monster-Aufgabe. Aber gut, dies nur nebenbei. "enzo", genieße die kommenden beiden Wochen! Ich werde dies auch tun. Ich werde meinen Urlaub (Ja, Denver war Urlaub, aber kein Grund zum Jammern, hahaha) in Los Angeles fortsetzen, und dann in der Super-Bowl-Woche aus San Francisco berichten. Also schaut ab und zu hier vorbei! Ich werde wieder versuchen, euch ein paar Backstage-Eindrücke zu vermitteln. Und ja, ich bleibe bei meiner Einschätzung aus den Vorschauen: Carolina ist in der Super Bowl der große Favorit! Dies erinnert schwer an die Saison 2013, als Seattle die Broncos im Endspiel vernichtet hat. Auch damals standen sich die beiden besten Teams der Saison im NFC Championship Game gegenüber.

PS.: Und nun bin ich auf die Gratulationen und Huldigungen von Kollegen Kastler gespannt. Mich überrascht es am allerwenigsten, aber selbstverständlich habe ich unser Super-Bowl-Tippspiel gewonnen. In Woche 12 hatte ich Denver gegen Carolina... Aber okay, ich will ausnahmsweise fair sein und festhalten: Hätte New England das AFC-Finale gewonnen, hätte Kollege Kastler gesiegt. Aber dieser Satz besteht halt leider aus mindestens einem Konjunktiv zu viel, hehehe!


Nun denn, was sich gehört, gehört sich: Herzliche Gratulation, Kollege Altmann, der das Super-Bowl-Pick-Spiel einmal mehr gewonnen hat. Chapeau, bravo! Gratulationen ja, Huldigungen nein, hehe. Dafür hätte er nach Woche 1 richtig liegen müssen und das war ja mal weit daneben. Vielleicht nächstes Jahr. In jedem Fall möchte ich dem Kollegen aber noch zu etwas anderem gratulieren: Zur Super Bowl mit Peyton Manning! Nach vielen, vielen, vielen mitunter lehrreichen Gesprächen über diese Sportart, die wir alle hier lieben, weiß ich, was Manning ihm bedeutet. Ihn nun in Super Bowl 50 live zu sehen, das hat sich Kollege Altmann redlich verdient. Wie schon öfter erwähnt, hoffe ich, dass Manning diese Super Bowl gewinnt - und abtritt. Was gäbe es schöneres, als mit dem zweiten Ring nach dieser Jubiläums-Ausgabe abzutreten? Das passt doch. Ist gegen Carolina natürlich kein einfaches Unterfangen, aber sollte Denvers Defense an der Leistung gegen New England anknüpfen, ist das drin. Manning spielt ja auch seine vierte Super Bowl, Cam Newton seine erste. Das könnte ein Vorteil sein, muss es aber nicht, wie die Endspiel-Ausgabe von 2014 zeigte. An die kann ich mich besonders gut erinnern - und vor allem an den ersten Play. Snap vorbei an Manning, der zum Safety für die Seahawks führte. Der Rest ist bekannt. 8:43. So bitte nicht abtreten, Peyton. Wird aber auch nicht passieren.

Während Kollege Altmann eines der beiden Championship Games live vor Ort sah, war ich alleine schon über die Tatsache froh, dass ich in der Türkei in meinen Gamepass reinkam, ich war quasi in Belek inside. Nach diesem total subtilen crossmedialen Sendehinweis kann ich ja euch erzählen, wie ich mich dieser Tage voll und ganz den österreichischen Fußball-Bundesligisten widme, aber mich besonders auf sieben Stunden rarer Freizeit mit dem Championship Sunday freute. In einer der gottverlassensten Lobby Bars eines Hotels, das dieser Tage gefühlt sieben Gäste zählt, hatte ich nicht nur das entsprechende WLan, sondern auch die Ruhe, mir die Title Games zu Gemüte zu führen. Und auch wenn die Patriots den Kürzeren zogen, sie sind immer erst geschlagen, wenn sie geschlagen sind. Alles was wieder zum TD-Pass auf Gronkowski zum 18:20 führte, war so ein Beispiel dafür. Und wir können uns ausmalen, wie es in Ehrgeizler Brady nach der Niederlage aussah. Aber als Manning und Brady einander die Hände schüttelten, das hatte einfach was, Legenden unter sich. Auf Seiten der Broncos freue ich mich für Tight End Owen Daniels, dass er endlich mal richtig auffiel. Daniels spielte bereits in Houston und in Baltimore unter Gary Kubiak. Doch in Denver war oftmals wenig bis gar nichts von ihm zu sehen. Dieses Mal war es auch seine Bühne. DC Wade Phillips machte zudem einen herausragenden Job gegen die Pats-Offense. Und ja, Kollege Altmann, man bekam die Stimmung auch via Gamepass ganz gut mit. Ich bin jetzt ein großer Fan des eingespielten Wieherns bei Third Down...

Kommen wir zu Carolina! Was für eine Saison! Vergangenes Jahr kam man mit 7-8-1 in die Playoffs, schaltete Arizona aus und unterlag Seattle. Dieses Mal war man mit 15-1 in die Postseason gestürmt, bezwang Seattle dank toller ersten Hälfte und nahm nun die Cardinals auseinander. Cam Newton, der am Tag vor dem Endspiel als MVP ausgezeichnet wird, tut der Super Bowl gut. Er hat dieses Charisma für die Partie und dem Rundherum. Nicht jeder Gegner mag ihn, aber die NFL liebt ihn. "Superman" hat es in die Super Bowl geschafft. Dorthin gehört auch Luke Kuechly, einer der besten Verteidiger dieser Liga. Kollege Thomas Davis brach sich im zweiten Viertel den Arm, ließ aber gleich nach dem Spiel keine Zweifel: "Ich spiele in der Super Bowl." Und auch Ron Rivera ist es zu vergönnen, dem nach zwei dürftigeren Saisonen zu Beginn seiner Amtszeit die Stange gehalten wurde und der sein Team in den vergangenen drei Spielzeiten stets um zumindest ein Spiel weiter brachte. In dieser sogar um zwei. Glückwunsch Carolina!

Die Höhe der Niederlage tut den Cardinals-Fans freilich weh, aber Niederlage bleibt Niederlage und die ist natürlich verdient. Am Ende standen sieben Turnovers zu Buche. Vor allem drei in der ersten Hälfte sind einfach zu viel, um so ein Spiel gegen so einen Gegner auf diesem Niveau zu gewinnen. Es war von allen zu wenig. Nicht nur von Carson Palmer, der am Ende sechs Mal den Ball herschenkte, auch von Larry Fitzgerald, der an seine überzeugende Leistung gegen Green Bay nicht anschließen konnte und zwei bittere Drops verarbeiten muss. Schade für den großartigen Receiver, dass er nicht noch einmal die Super Bowl erreichen durfte. Auch Bruce Arians hätte ich gerne in einer Super-Bowl-Woche verfolgt. Das kann noch kommen. Ich denke ähnlich wie Kollege Altmann, Arizona wird auch in naher Zukunft immer wieder ein Wörtchen mitreden.

Ja, das war sie schon wieder, die Saison des "Touchdown Tuesday" bzw. "Touchdown Monday" bzw. "Playoff Monday" geht hiermit zu Ende. Der rote nach unten navigierende Pfeil bezieht sich ausschließlich auf die Tatsache, dass die Saison für diese Rubrik vorbei ist. Schluchz. Ich möchte mich aber mit dem grünen Pfeil ebenfalls für eure Leidenschaft bedanken, die diesem Sport verhilft, Jahr für Jahr an Bedeutung hierzulande und in Europa zu gewinnen. Eine meiner Lieblings-Slogans diesbezüglich lautet "Together we make Football". Und das trifft es vor allem hier auf den Punkt. Und natürlich wünsche ich uns allen eine tolle Super Bowl. Kollege Altmann wird aus Kalifornien berichten, ich werde meinen Senf aus Wien dazugeben - und möglicherweise haben wir uns für euch ja etwas einfallen lassen. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber wir basteln an einem Super-Bowl-Video-Special. Versprechen kann ich noch nichts, aber es wird daran gearbeitet. So oder so hätte würde ich aber gerne von euch wissen: Nennt mir eure Top-5-Super-Bowls! Ich bin gespannt!


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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