Carolina stürmt mit Kantersieg in Super Bowl 50

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Die Carolina Panthers, mit 15-1 bestes Team der Regular Season, folgen den Denver Broncos in die Super Bowl 50 nach.

Sie rauschen im NFC Championship Game 49:15 über die Arizona Cardinals hinweg. Nach einer schnellen 17:0-Führung im ersten Quarter ist der Sieg nie in Gefahr.

Cam Newton (335 Yards, 1 Interception) erwirft zwei Touchdowns und erläuft zwei weitere selbst. Carson Palmer kommt auf 235 Yards und einen Touchdown, wird aber gleich vier Mal intercepted.

Carolina Panthers (1) vs. Arizona Cardinals (2) 49:15

SCORING:

Q1:

3:0: Graham Gano - 45-Yard-Field-Goal (9:35 Minuten)

10:0: Ted Ginn Jr. - 22-Yard-Lauf (4:45)

17:0: Corey Brown - 86-Yard-Pass von Cam Newton (1:03)

Q2:

17:7: David Johnson - 1-Yard-Lauf (5:46)

24:7: Cam Newton - 1-Yard-Lauf (02:00)

Q3:

27:7: Graham Gano - 21-Yard-Field-Goal (7:53)

34:7: Cam Newton - 12-Yard-Lauf (2:14)

Q4:

34:15: Darren Fells - 21-Yard-Pass von Carson Palmer, 2pt-Conversion durch J.J. Nelson gelingt (14:22)

42:15: Devin Funchess - 5-Yard-Pass von Cam Newton, Two-Point-Conversion durch Mike Tolbert gelingt (05:31)

49:15: Luke Kuechly - 21-Yard-Interception-Return (05:26)

 

2010 stellte man noch die schwächste Truppe der gesamten NFL. Und nun stehen die Carolina Panthers kurz vor der Krönung einer fast perfekten Saison.

Zugegeben: Der NFC-Championship-„Clash“ mit den Arizona Cardinals war keine spannende Angelegenheit. Zu souverän agierte das Überraschungsteam des Jahres, das auf dem Weg zur Super Bowl 50 nur eine einzige, bedeutungslose Niederlage hinnehmen musste. Aber dieser Auftritt versprach sehr viel für das nun anstehende Highlight der Saison.

Denn während der kommende Gegner Denver die Defense als größten Trumpf ins Matchup bringen wird, zeigte Cam Newton samt seinen Mitstreitern eine weitere Offensiv-Demonstration. Und einmal mehr seine Vielseitigkeit, die die Broncos vor eine knifflige Aufgabe stellen wird.

Den Cardinals blieb nicht viel mehr als die Statistenrolle. Ein unbefriedigendes Ende einer eigentlich ansehnlichen Saison.

Früh auf und davon

Hoffnungen auf ein weiteres nervenzehrendes Duell wurden früh im Spiel getrübt. Carolina verfuhr mit Arizona im ersten Quarter ähnlich gnadenlos wie eine Woche zuvor mit Seattle.

Die Cardinals mussten die erste Possession früh aufgeben, kassierten im Gegenzug zwar nur ein Field Goal – im Anschluss ging die Show der Panthers aber richtig los. Ted Ginn Jr. sorgte mit einem 22-Yard-Lauf für den ersten Touchdown.

Wide Receiver Corey Brown nahm gleich im dritten Spielzug des nächsten Drives ein Zuspiel von Newton in Empfang und vollendete über 86 Yards zum zweiten Besuch in der Endzone. Es wurde danach nicht mehr eng.

Ein erster längerer Drive der Gäste brachte Arizona durch David Johnson, der aus kurzer Distanz vollendete, zwar aufs Board. Cam Newton erfüllte eine ähnliche Aufgabe auf der Gegenseite aber ebenfalls, wodurch der 17-Punkte-Unterschied in die Halbzeit hinein Bestand hatte.

CAROLINA PANTHERS

Name

Passing Yards Rushing Yards Receiving Yards
Cam Newton 335 (2 TDs) 47 (2 TDs)
Corey Brown 113 (1 TD)
Greg Olsen 113
Jonathan Stewart 83 5
Ted Ginn Jr. 22 (1 TD) 52
Devin Funchess 21
Mike Tolbert 4 14
Jerricho Cotchery 17
Derek Anderson -2
Fozzy Whittaker -2

Nach der Halbzeit nur mehr Passagier

Während die Panthers im Divisional Game gegen die Seahawks nach der Hälfte schleifen ließen und den Sieg fast aus der Hand gaben, sollte diesmal das genaue Gegenteil eintreten.

Die Cards-Offensive rund um Carson Palmer produzierte überhaupt nicht mehr, bekam aber auch kaum Gelegenheit dazu. Einem Three and Out folgte der nächste Ballbesitz erst zwei Minuten vor dem letzten Seitenwechsel.

Insgesamt verbuchte man nur mehr vier First Downs, auch der einzige Touchdown des Spielmachers auf Darren Fells war in der Endabrechnung lediglich Randnotiz.

Viel auffälliger wurde Palmer, wie Newton einst Heisman-Trophy-Gewinner (es war dies das erste derartige Postseason-Aufeinandertreffen der NFL-Geschichte), durch drei Interceptions in der Schlussphase. Eine davon wurde durch Luke Kuechly direkt zu sechs Punkten verwertet. Zusammen mit zwei Fumbles ergab das sechs Turnover – eindeutig zuviel für ein Spiel dieser Bedeutung.

ARIZONA CARDINALS

Name

Passing Yards Rushing Yards Receiving Yards
Carson Palmer 235 (1 TD, 4 INTs)
David Johnson 60 (1 TD)
Michael Floyd 37
Darren Fells 36 (1 TD)
Larry Fitzgerald 0 30
John Brown 23
Jaron Brown 16
Andre Ellington 0
J.J. Nelson 0

So konnte sich Carolina, das die gesamte Saison vor eigenem Publikum ungeschlagen blieb, am Ende gar den Luxus leisten, Backup-QB Derek Anderson aufs Feld zu lassen.

Aufeinandertreffen der Gegensätze

Super Bowl 50 wird damit zum Showdown des alten Routiniers gegen den jungen Haudegen. Peyton Manning bringt mit der Menge an Erfahrung, nicht zuletzt aus seinen bisherigen drei Super Bowls, angesichts der Kulisse einen dicken Vorteil mit.

Aber Cam Newton setzte im fünften Jahr seiner Karriere ein dickes Ausrufezeichen. Er exerzierte die Definition eines modernen Quarterbacks, der auch am Boden Gefahr ausstrahlt, mustergültig vor – und ist wohl als unterhaltsamster Spieler der vergangenen Monate zu betrachten.

Ob am 7. Februar eher der perfekte Abschluss einer großen Karriere oder der erste Meilenstein in einer doch noch jungen Laufbahn das würdigere Ende dieser Saison sein könnte, wird den neutralen Beobachter vor eine schwere Wahl stellen.

 

Johannes Bauer

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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