Es ist Deine Entscheidung!

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Liebes ÖFB-Talent,

Du stehst auf unserer Liste der 50 größten Hoffnungsträger des österreichischen Fußballs? Gratulation! Aber davon kannst Du Dir – abgesehen von ein paar Schulterklopfern Deiner Freunde, Verwandten, Klassenkollegen und Mitspieler – nichts kaufen.

Du bist nicht in unserem Ranking zu finden? Macht nichts! Belehre uns bitte eines Besseren, sieh‘ es als Ansporn.

Ob Talent oder nicht, ist letztlich gar nicht so entscheidend. Natürlich braucht es gewisse körperliche Voraussetzungen, um mit dem Fußball irgendwann gutes Geld verdienen zu können. Aber es gibt so viele andere Dinge, die letztendlich darüber entscheiden, ob es für Dich mit der großen Karriere wirklich klappt.

Zwei Mal pro Jahr hast Du die Möglichkeit, den Verein zu wechseln. Du wirst in Deiner Karriere also Dutzende Male die Chance haben, den richtigen Schritt zu setzen. Oder eben den falschen.

Achte darauf, dass Du Leute um Dich hast, denen Du wirklich vertrauen kannst. Es wird Manager geben, die Dir das Blaue vom Himmel versprechen. Womöglich wollen Dich Verwandte auch in jungen Jahren schon dazu drängen, die Familie zu finanzieren. Und so manche Deiner Freunde fänden es sicher unheimlich cool, wenn Du im Trikot von Verein XY auflaufen würdest. Aber fühlst Du Dich wirklich bereit, alleine in einer anderen Stadt, vielleicht sogar im Ausland zu leben? Hol‘ Rat ein, aber entscheiden musst Du im Endeffekt alleine.

Während Du die Entscheidung, für welchen Verein Du spielen willst, zwei Mal im Jahr zu treffen hast, gibt es eine andere, mit der Du jeden Tag konfrontiert bist: Wie weit bist Du bereit zu gehen, um Profi-Fußballer zu werden? Der Weg nach oben ist mit vielen Entbehrungen verbunden. Während deine Freunde am Wochenende unterwegs sind, solltest Du Dich auf das Spiel vorbereiten. Du musst außerdem immer ein bisschen mehr tun als Deine Teamkollegen, um Dich von ihnen abzuheben.

Stefan Maierhofer, Paul Scharner und Emanuel Pogatetz waren nicht die talentiertesten ihrer Jahrgänge – aber sie wollten den Erfolg mehr als ihre Kollegen. Im Endeffekt haben diese drei Herrschaften insgesamt über 120 Länderspiele bestritten. Du musst selbst entscheiden, ob es nicht vielleicht besser ist, ein paar Jahre als Streber zu gelten, um danach das Leben eines Fußball-Profis führen zu können. Ein anderes Beispiel: David Alaba und Christoph Knasmüllner sind 2008 gemeinsam von der Austria in den Nachwuchs des FC Bayern gewechselt – beide galten als ungefähr gleich talentiert. Wie die Sache ausgegangen ist, weiß jeder.

Möglicherweise ist Dir das alles die Mühen auch nicht wert – zumal auch jene, die alles für ihren Traum geben, nicht sicher sein können, dass er auch in Erfüllung geht. Vielleicht willst Du Deine Jugend so verbringen wie „normale“ Teenager auch. Das ist voll und ganz nachzuvollziehen. Es gibt so viele andere tolle Berufe, die mit weniger Stress und mehr Sicherheit verbunden sind als Profi-Fußballer. Zwei, drei Mal in der Woche mit seinen Freunden auf Amateurebene zu kicken und dabei vielleicht auch ein paar Euro zu verdienen, macht sicher nicht weniger Spaß.

Es ist Deine Entscheidung.

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