"Neue Arena für den LASK überlebenswichtig"

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Oliver Glasner ist seit einem halben Jahr Trainer und Sportdirektor von Erste-Liga-Klub LASK.

Die Interessen des 41-Jährigen sind breitgefächert und gehen abseits vom sportlichen auch in den wirtschaftlichen Bereich: So hat der Ex-Profi etwa mit Erfolg Wirtschaftswissenschaften studiert.

Glasner will den LASK in die Bundesliga führen und ihn dort wieder etablieren. Ende Februar geht es mit der Meisterschaft weiter, die Linzer liegen als Dritter zwei Punkte hinter Wacker und St. Pölten.

Zuvor gastiert der Traditionsklub am Dienstag im ÖFB-Cup-Viertelfinale bei der Wiener Austria (ab 19 Uhr LIVE im Ticker). LAOLA1 hat Oliver Glasner, der zum ausführlichen Interview getroffen.

LAOLA1: Der LASK hat seit Ende November Winterpause und startet erst Ende Februar wieder in die Meisterschaft. Wie gelegen kommt die Cup-Partie hinsichtlich der wichtigen Vorbereitungszeit?

Oliver Glasner: Wir haben einen sehr langen Urlaub gehabt, fünf Wochen mit dementsprechendem Heimprogramm für die Spieler. Das haben sie auch sehr gut umgesetzt. Die Werte waren besser als zum Ende der Herbstsaison. Wir haben somit gleich mit Fußball losstarten können, was auch meiner Philosophie entspricht, nämlich sich nicht lange mit Laufeinheiten aufzuhalten. Wir haben alles so geplant, dass wir gegen die Austria und dann zum Meisterschaftsstart in Top-Verfassung sind.



LAOLA1: Wie sehen Sie die Chancen auf das Weiterkommen im Cup?

Glasner: Es gibt mit St. Pölten und uns zwei Erste-Liga-Klubs im Cup, wir stehen im Viertelfinale und haben eine denkbar schwierige Aufgabe vor uns. Aber es ist ein schönes Spiel für uns. Wir sind zum ersten Mal in einer Partie in dieser Saison nicht Favorit. Und wenn man im Viertelfinale steht, will man auch weiterkommen. Wir trauen uns trotz schwieriger Aufgabe eine Überraschung in Wien zu.

LAOLA1:  Fühlen Sie sich in der Meisterschaft in der Jägerrolle wohl?

Glasner: Ich beschäftige mich weniger mit dem Drumherum, weil ich es ohnehin nicht beeinflussen kann. Ich versuche der Mannschaft klarzumachen, dass es ohnehin nichts bringt, sich mit einer Jäger- oder Favoritenrolle zu beschäftigen. Wir tun gut daran, einfach in bestmöglicher körperlicher, technischer, taktischer, mentaler Verfassung zu sein. Wenn jeder Spieler und folglich das Team um ein paar Prozent besser wird, ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass wir Meister werden. 

Das Wichtigste, was der LASK braucht, um langfristig in der Bundesliga erfolgreich sein zu können, ist ein eigenes Stadion. Um das kommen wir nicht herum, wenn wir in Österreich im Konzert der Großen mitspielen wollen.

LAOLA1: Sie sind ein halbes Jahr in Personalunion Trainer und Sportdirektor des LASK und sprachen zu Beginn davon, Strukturen zu schaffen. Welche konnten Sie schaffen, welche folgen noch?

Glasner: Es begann ja schon mit der Übernahme des Klubs durch die Freunde des LASK vor zwei Jahren. Damals war der Verein kurz vor dem Konkurs in der Regionalliga. Sie haben bis zum Sommer 2015 schon sehr viel weitergebracht, mitunter mit dem Aufstieg in die Erste Liga. Es ist aber natürlich nicht möglich, in zwei Jahren den Verein von der damaligen Situation ausgehend Bundesliga-tauglich zu machen. Das geht Schritt für Schritt. Wir haben schon eine Führungsstruktur geschaffen, mit Sportvorstand Jürgen Werner, Wirtschaftsvorstand Siegmund Gruber und Marketingvorstand Thomas Kern. Im sportlichen Bereich gibt es mich als Sportdirektor und Trainer, wir haben im Amateurbereich eine Spielgemeinschaft mit Pasching, die in der Regionalliga im oberen Drittel mitspielt. Von dieser Mannschaft waren auch zwei  junge Spieler auf Trainingslager in Belek mit. Die Spielidee ist schon dieselbe wie bei uns, das haben wir binnen eines halben Jahres umgesetzt, zumal mit Ronnie Brunmayr ein kompetenter Trainer am Werk ist. Es gibt nun auch eine ganz eigene medizinische Abteilung. Mit viel Aufwand setzen wir einiges um, sind aber noch lange nicht am Ziel.

LAOLA1: Welches Ziel hat denn Top-Priorität?

Glasner: Das Wichtigste, was der LASK braucht, um langfristig in der Bundesliga erfolgreich sein zu können, ist ein eigenes Stadion. Um das kommen wir nicht herum, wenn wir in Österreich im Konzert der Großen mitspielen wollen. Wir sind aktuell auf der Gugl eingemietet, wo wir erhebliche Kosten tragen müssen. Wir haben eine Trainingsstätte in Pasching, die wir erhalten müssen. Sehr viel unseres Budgets geht für Infrastruktur drauf. Wir haben kein eigenes Stadion, keine eigenen Vermarktungsmöglichkeiten und ohne dem wird es den LASK nicht langfristig in der Bundesliga geben können. Es ist überlebenswichtig, in der Bundesliga in einem eigenen Stadion zu spielen.

LAOLA1: Wie optimistisch sind Sie diesbezüglich?

Glasner: Im Regierungspapier der  Landesregierung steht ein „Fußballstadion Zentralraum“ drinnen und jetzt hoffen wir natürlich, dass die Umsetzung in den nächsten Jahren erfolgt.

LAOLA1: Wie essentiell ist dafür ein Aufstieg in diesem Jahr?

Glasner: Wir haben nicht den Druck, dass es heuer passieren muss. Es würde uns nicht zerreißen. Wir haben im Sommer gesagt, wir wollen in zwei Jahren in der Bundesliga sein. Wir sind zuversichtlich, dass wir es heuer schaffen.

LAOLA1: Wenn wir bei Strukturen bleiben: Wie sieht es mit der Fußball-Akademie Linz (FAL) aus?

Glasner: Die kommt von der Priorisierung als nächstes: Wir wollen die Nachwuchsmannschaften so aufbauen, dass das Profi-Team später davon profitiert. Das ist sicherlich das langfristigste Projekt, sieht man etwa auch beim Nationalteam, das von der Neustrukturierung der Nachwuchszentren vor 15 Jahren profitierte. Wir haben im Nachwuchsbereich mit Pasching fusioniert und müssen behutsam damit umgehen. Wir haben aus jeweils zwei Teams eines gemacht und so eine dementsprechende Kadergröße. Wir sind uns auch unserer sozialen Verantwortung bewusst, die Kinder und der LASK sollen profitieren. Es gibt im Großraum Linz viel Potenzial. Kevin Wimmer spielt etwa bei Tottenham, Robert Zulj bei Greuther Fürth und auch Reals Mateo Kovacic ist hier in Linz groß geworden. Wir sind erpicht, dass sich die Talente erst einmal bei uns die Sporen verdienen und dann ins Ausland gehen. Deswegen haben wir auch einen ersten Link zu unserer Amateure-Mannschaft geschaffen. Wir haben vier Akademiespieler mit Kooperationsverträgen ausgestattet, damit sie auch bei uns zum Einsatz kommen können. Etwa U18-Teamspieler Marko Raguz, der in seinem Jahrgang die Torschützenliste anführt und bei uns die Vorbereitung mitgemacht hat. Wir sind dahinter, Verbindungen zu schaffen und den Spielern eine Plattform zu geben. Es ist von der FAL zurecht kritisiert worden, dass es lange keinen Anschlussverein gegeben hat. In der Regionalliga können sie den nächsten Schritt machen. 

Mir wird diesem Spielstil zu viel Bedeutung zugemessen. Das ist in Wahrheit schon wieder zwei Jahre her. Im Fußball muss man sich ständig weiterentwickeln. Das ist ein Mittel, aber nicht das einzige.

Über Gegenpressing

LAOLA1: Wie sehen Sie den Zuspruch von Politik und Wirtschaft gegenüber „LASK neu“?

Glasner: Es laufen viele gute Gespräche, wir haben mittlerweile eine gute Basis gefunden. Es ist auch erfreulich, dass viele angesehene Personen aus Politik und Wirtschaft mithelfen wollen, dass der LASK wieder in die Bundesliga kommt. Alleine würden wir es auch nicht schaffen. Das ist aber nicht nur bei uns so. Rapid hat etwa die Wien Energie oder Austria Verbund als Partner. Du brauchst den Background von Politik und Wirtschaft, sei es für Stadionneubau oder Trainingszentren. Das kann nur Salzburg alleine stemmen. Aber es ist auch so, dass Fußball nach wie vor jene Sportart ist, die von den meisten Kindern betrieben wird. Alleine in Oberösterreich gibt es um die 360 Fußball-Vereine. Da sind wir alle mitaufgefordert, Kindern Sport nahe zu bringen. Es muss auch nicht immer Fußball sein. Sport ist eine Möglichkeit, Kinder sozial zu integrieren. Das ist in Tagen wie diesen ein wichtiges Thema. Es gibt keine bessere Möglichkeit für Integration wie im Vereinsleben. Wir als Fußballvereine leisten auch viel soziale Arbeit, das sieht auch die Politik und deswegen unterstützt sie den Fußball.

LAOLA1: Abschließend noch einmal zurück zum Sportlichen: Wie sieht der Weg zum Aufstieg aus?

Glasner: Wir dürfen sicher nicht so viele Spiele wie im Herbst verlieren. Wir haben die beste Liga-Defensive, haben aber in der Vorbereitung etwas zu viele Gegentore bekommen, was untypisch ist, aber auch manchmal der Müdigkeit geschuldet ist. Vor dem Tor müssen wir effektiver sein. Die Spieler haben im Herbst viel probiert, aber es hat eben manchmal dann nicht so geklappt. Ich bin aber auch daher zuversichtlich, weil wir im Sommer einen Umbruch hatten und uns dafür schnell gefunden haben. Im Winter gab es deutlich weniger personelle Veränderungen. Ich glaube, dass wir uns als Mannschaft zunehmend verbessern und am Ende auch vorne stehen werden.

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