So begründet Jantscher seinen Rizespor-Transfer

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Mit seinem Wechsel von Luzern nach Rizespor sorgte Jakob Jantscher am letzten Transfertag für Aufsehen.

„Die türkische Liga ist sicher um einiges über die Schweiz zu stellen. Genauso sehe ich auch Rizespor über Luzern“, begründet der 27-Jährige seinen Karriereschritt im LAOLA1-Interview.

Um seine Sicherheit in der Türkei macht sich der Mittelfeldspieler, der einen Vierjahresvertrag unterschrieben hat, keine Sorgen: „Ich bin nicht nervös. In Rize gab es bisher keine Vorfälle.“

Der EURO-Teilnehmer, der zuletzt nicht mehr im ÖFB-Kader stand, will sich mit guten Leistungen an der Küste des Schwarzen Meeres wieder für Marcel Koller interessant machen. Dazu verrät er im Interview die Gründe für seinen Abschied aus Luzern.

LAOLA1: Jakob, wie gefällt es dir bei deinem neuen Verein?

Jakob Jantscher: Die ersten Eindrücke sind sehr gut. Das Trainingszentrum ist direkt am Meer. Die Trainingsmöglichkeiten sind perfekt, ich habe sogar mein eigenes Zimmer. Auch von der Mannschaft wurde ich super aufgenommen. Es gibt einige Spieler, die Deutsch sprechen.

LAOLA1: Dein Transfer ist sehr kurzfristig zu Stande gekommen.

Jantscher: Richtig. Rizespor hat sich erst am letzten Transfertag um 1:30 Uhr in der Früh mit Luzern über einen Transfer geeinigt. Danach ist alles schnell gegangen. Ich bin nach Istanbul geflogen, habe alle Checks absolviert und unterschrieben.

LAOLA1: Was hat dich davon überzeugt, zu Rizespor zu wechseln?

Jantscher: Das Interesse bestand schon länger, also konnte ich mich über den Klub informieren. Ich wusste, dass die Stadt sehr lebenswert ist. Man hat den Blick auf die grünen Berge und gleich daneben ist das Meer. Über den Verein selbst habe ich nur Gutes gehört. Finanziell ist alles abgesichert. Zwar haben einige Spieler im Sommer den Klub verlassen, aber die Mannschaft hat Potenzial.  Man will etwas erreichen, deswegen hatte ich ein gutes Gefühl.

 

LAOLA1: In Österreich hat die Türkei aufgrund der aktuellen politischen Situation kein gutes Image. Hast du dir darüber Gedanken gemacht?

Jantscher: Natürlich. Trainer und Präsident haben mir aber versichert, dass es in Rize sehr sicher ist. Ich denke, das wird in Zukunft so bleiben. Präsident Erdogan stammt aus dieser Gegend. Deswegen heißt es, die Stadt werde gut behütet. Es gab hier bisher keine Vorfälle. Ich bin nicht nervös.

LAOLA1: Auch die türkische Liga genießt nicht den besten Ruf in Österreich. Das Schicksal von Marc Janko bei Trabzonspor ist vielen Fans noch in guter Erinnerung. Hast du Angst, dass der Verein dich irgendwann ebenfalls fallen lässt?

"Rizespor hat eine schöne Ablöse für mich bezahlt, deswegen gehe ich davon aus, viel Spielzeit zu bekommen."

Jakob Jantscher

Jantscher: Schwer zu beurteilen, aber wenn ich meine Leistung bringe, wird dieser Fall nicht eintreten. Rizespor hat eine schöne Ablöse für mich bezahlt, deswegen gehe ich davon aus, viel Spielzeit zu bekommen.

LAOLA1: Mit Ümit Korkmaz steht noch ein zweiter Österreicher bei euch unter Vertrag. Hast du dich mit ihm schon getroffen?

Jantscher: Ja, wir hatten schon persönlichen Kontakt. Aufgrund seiner Vertragssituation trainiert er momentan aber nicht mit uns. Genaueres weiß ich dazu nicht. Das ist schwer zu durchschauen.

LAOLA1: Gab es für den Transfer auch menschliche Gründe? Oder war es eine sportliche Entscheidung?

Jantscher: Man muss respektieren, was der Verein will und für Luzern war klar, dass sie mich jetzt verkaufen wollen oder eine Verlängerung ansteht. Ich denke nicht, dass sie meinen Vertrag, der noch ein Jahr gelaufen wäre, letztendlich erneuert hätten. Dann wäre es schwierig geworden. Als Spieler weiß man nie, wie der Klub auf eine solche Situation reagiert – ob sie dich überhaupt noch einsetzen oder du auf der Tribüne landest. Deswegen habe ich mich mit einem Wechsel beschäftigt. Durch die Einigung mit Rizespor war das für alle Seiten eine positive Geschichte.

Die wichtigste Frage der Menschheit - wie heiß bin ich wirklich - ist dank der Howhot-App von Blinq endlich geklärt. Diese will mithilfe künstlicher Intelligenz bestimmen können, ob du nur "Hmm..." oder doch eher "göttlich" bist. Wir haben den ÖFB-Kader durchlaufen lassen. Eine Liste, ohne jeglichen Anspruch auf Sinnhaftigkeit:

Beginnen wir beim Kapitän: Christian Fuchs legt die Latte für seine Kollegen mit "atemberaubend" gleich ziemlich hoch. Erstaunlich: Mit 29 Jahren hat die App das tatsächliche Alter des Linksverteidigers korrekt erraten.
Generell laufen in der ÖFB-Verteidigung recht fesche Burschen herum. Flo Klein ist genauso "atemberaubend", wenngleich das Alter um zwei Jahre zu hoch ausfällt.
Fairplay: Bei Aleks Dragovic haben wir die wasserstoff-blonden Haare nicht in die Waagschale geworfen. Die Versuchung war da.
Nebenmann Sebastian Prödl (28) hält das Niveau.
Geht es nach der App, wäre Kevin Wimmer (23) eine echte Alternative für die Innenverteidigung.
Markus Suttner (28) dürfte indes eher schlechte Karten haben.
Martin Hinteregger (23) und...
...der offenbar jugendlich aussehende György Garics (31) erweisen sich als herzeigbare Backups.
Vor - wenn man so will - Problemen steht die ÖFB-Elf in der Zentrale. Die App lässt David Alaba (23) etwas alt aussehen. Skandal!
Auch für Julian Baumgartlinger (28) gilt: Seine Spielbewertungen liegen über jener der Beauty-App.
Ganz ehrlich: "Nett" war und wird für einen Fußballer nie ein Kompliment sein. Stefan Ilsanker (26) wird das bestätigen können.
Gesichtsbehaarung ist für die App kein Abturner. Wenngleich sie möglicherweise ein wenig älter macht. Im Falle von Veli Kavlak sind es sieben Jahre.
Ebenfalls "heiß": Yasin Pehlivan (27).
Nur um sicher zu gehen: Die ehemalige French-Open-Siegerin im Tennis, Francesca Schiavone, bringt es genau wie Pehlivan ebenfalls auf "hot".
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In der offensiven Dreierkette geht es weiter "heiß" her: Zlatko Junuzovic (28).
Martin Harnik (28) wirkt reifer, als er tatsächlich ist.
"Nett". Oder vielleicht noch "Schwarm aller Schwiegermütter". Ja, ganz genau so kennen wir den Marko (26). Liegt es gar an der Frisur?

Am Zöpfchen kanns nicht liegen. Den Beweis dazu liefert Frisuren-"Bruder" Zlatan Ibrahimovic (34), der - wie könnte es anders sein - seine eigene Kategorie hat.

Okay, zugegeben: Das mit der eigenen Kategorie war ein klein wenig geflunkert, aber wir wollten euch die Welt zeigen, wie sie sein sollte. Hier die ungeschönte Wahrheit.

Wir sind uns sicher: Das bezieht sich nur auf die Frisur von Marcel Sabitzer (21).
Sie sind auch "heiß" auf die EURO: Jakob Jantscher (27) und...
...Valentino Lazaro (19).

Guido Burgstaller (26) hat sich seine Rückkehr in den ÖFB-Kader sichtlich verdient.

Kader-Neuling Alessandro Schöpf (22) hat da einen wesentlich schwereren Stand.

Kommen wir zu den Stürmern, bei denen Marc Janko (32) klar den Ton angibt.
"Es konnte kein Gesicht festgestellt werden", meldete die App beim ersten Versuch, ein Bild von Okotie (28) hochzuladen. Ein zweiter musste her.
Bei Lukas Hinterseer (24) ist die brennendste Frage, ob er Onkel Hansi im Griff hat.
Ja, die Runde geht an den Neffen!
Kommen wir zu den Torhütern, bei denen es tatsächlich das einzige "göttlich" des ÖFB-Kaders gibt. Robert Almer (31) ist es aber nicht.
Netter Versuch, Rambo (31).

Nein, die heimliche Nummer eins im ÖFB-Team und der Sieger des ÖFB-Beauty-Checks ist tatsächlich Heinzi "The Beauty" Lindner (25)! Wir gratulieren und wünschen den Weltfrieden!

Okay...damit sind wir an jenem Punkt angelangt, an dem es besser ist, aufzuhören. Sorry, Trainer!
Obwohl: Roger Spry muss noch sein. DIESER Style! Zweifellos: So werden wir auch bei der EURO gute Figur machen.

LAOLA1: Also eine Win-Win-Situation.

Jantscher: Genau. Luzern ist mit der Ablöse nicht schlecht ausgestiegen. Ich habe hier einen Vierjahres-Vertrag unterschrieben. Das bedeutet auch im Hinblick auf meine Familie eine gewisse Absicherung.

LAOLA1: Lange Zeit schien es so, als würdest du zu Dinamo Zagreb wechseln. Du hattest dich dazu schon öffentlich geäußert, auch Trainer Zlatko Kranjcar nahm Stellung. Warum klappte dieser Transfer nicht?

Jantscher: Es muss noch nichts heißen, wenn Spieler und Trainer gute Gespräche führen. Da gibt es viele andere Komponenten, beispielsweise die beiden Vereine. Der Coach wollte mich haben, das wäre sicher eine interessante Geschichte gewesen. Aber nun bin ich bei Rizespor und freue mich auf diese Zeit.

LAOLA1: Kommen wir zum Nationalteam. Du wurdest nicht in den ersten Kader nach der Europameisterschaft einberufen. Bist du enttäuscht?

Jantscher: Ich habe mit dem Trainer ein sehr gutes Gespräch geführt. Er hat mir mitgeteilt, wie er über meine Situation denkt. Natürlich wusste er, dass es für mich in Luzern schwierig war. In den ersten Saisonspielen bin ich kaum zum Einsatz gekommen. Deswegen war dieser Wechsel wichtig.

LAOLA1: Du denkst also, dass dich Marcel Koller auch in der Türkei im Auge behält.

Jantscher: Ja, die türkische Liga ist sicher um einiges über die Schweiz zu stellen. Genauso sehe ich auch Rizespor über Luzern. Es ist abhängig von mir. Wenn ich hier gute Leistungen bringe, werde ich weiterhin ein Thema für das Nationalteam sein.

"Natürlich könnte ich mit 32 oder 33 Jahren zu Sturm zurückkehren. Es kommt aber darauf an, wie fit ich bin. Ich traue mich nichts zu versprechen."

Jakob Jantscher

LAOLA1: Wann kehrst du eigentlich zu Sturm Graz zurück?

Jantscher: (lacht) Ich verfolge die Situation in Graz sehr intensiv und freue mich über den guten Lauf. Aber über eine Rückkehr zu sprechen, ist sehr schwierig.

LAOLA1: Perspektivisch kannst du dir aber schon vorstellen, nach Graz zu wechseln?

Jantscher: Ich habe jetzt einen Vierjahresvertrag unterschrieben. Natürlich könnte ich mit 32 oder 33 Jahren zu Sturm zurückkehren. Es kommt aber darauf an, wie fit ich bin. Ich traue mich nichts zu versprechen, weil man nie wissen kann, wie die Situation in der Zukunft sein wird.

LAOLA1: Warum war jetzt eine Rückkehr nach Österreich kein Thema?

Jantscher: Das stand nie zur Diskussion. Es gab von keinem einzigen Verein eine konkrete Anfrage.

LAOLA1: Herzlichen Dank für das Interview.

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