Überragender Schöpf drängt auf EURO-Zug

Aufmacherbild Foto: © getty

Der EURO-Zug steht schon im Bahnhof. Lokführer Marcel Koller entscheidet, wer einsteigen darf.

Einer, der sich ganz besonders für ein Ticket aufdrängt, ist Alessandro Schöpf. Der Schalke-Profi wurde nach seiner Leistung beim 3:2-Erfolg über den Hamburger SV von den Fans mit Standing Ovations bedacht.

Die „WAZ“ kürte ihn zum besten Mann des Spiels. Der Tiroler machte nicht nur mit einem Tor und einem Assist auf sich aufmerksam. „War gut“, beschrieb er seine starke Leistung mit knappen Worten.

Bescheidener Schöpf: „Freut mich, dass ich helfen konnte“

Über sich selbst zu reden, scheint dem 22-Jährigen etwas unangenehm zu sein. Lieber spricht er über das Kollektiv: „Es freut mich, dass ich helfen konnte. Wichtiger war aber, dass die Mannschaft ein gutes Spiel gezeigt hat - insbesondere trotz des frühen Rückstands. Wir haben uns zurückgekämpft und gewonnen.“

Der Offensiv-Akteur hatte maßgeblichen Anteil an der Aufholjagd. Schon nach dem 0:1 von Nicolas Müller hätte dem ÖFB-Star ein Elfmeter zugesprochen werden müssen. Auch danach war der auf der rechten Seite aufgebotene Mittelfeldspieler an fast jeder gefährlichen Aktion beteiligt.

„Wir hatten eine Menge Torchancen. Dafür wurden wir dann belohnt und haben einen verdienten Sieg eingefahren“, so Schöpf, der das 2:1 durch Huntelaar mit einer Flanke vorbereitete und den dritten Treffer mit einem leicht abgefälschten Schuss selbst erzielte.

 

Das treiben die ÖFB-Legionäre in der deutschen Bundesliga ...

Michael Gregoritsch (HSV): 34. Runde vs. FC Augsburg (a) 3:1; 90 Minuten, zwei Tore, Gelbe Karte (14.5.)

Gregoritsch avanciert zum Matchwinner für die Hamburger. Der 22-Jährige zirkelt zunächst einen Freistoß zum 1:1 ins Eck, dann liefert er den Assist zum 2:1 und letztlich schiebt er in der 74. Minute aus kurzer Distanz auch noch zum 3:1 ein.

Martin Harnik (VfB Stuttgart): 34. Runde vs. VfL Wolfsburg (a) 1:3; In der 32. Minute eingewechselt (14.5.)

Harnik ist beim Abstieg mittendrin statt nur dabei. Er kommt für den schwachen Werner. Vergibt eine Topchance und trifft nur die Latte. Seine Passquote von 61 Prozent ist schwach, sein Zweikampfwert (40 Prozent) ausbaufähig. Drei Torschüsse sind VfB-Topwert.

Florian Klein (VfB Stuttgart): 34. Runde vs. VfL Wolfsburg (a) 1:3; Auf der Bank (14.5.)

Klein steht zwar im Kader, kommt aber nicht zum Einsatz.

Zlatko Junuzovic (Werder Bremen): 34. Runde vs. Eintracht Frankfurt (h) 1:0; 90 Minuten, Gelbe Karte (14.5.)

Junuzovic agiert bei seinen Standards zu ungenau. Beim erlösenden Treffer für die Bremer hat er aber seine Füße im Spiel. Der ÖFB-Kicker serviert Pizarro den Ball, der wiederum den Assist zum 1:0 liefert. Werder bleibt in der Bundesliga!

Florian Grillitsch (Werder Bremen): 34. Runde vs. Eintracht Frankfurt (h) 1:0; 90 Minuten, Gelbe Karte (14.5.)

Grillitsch bleibt über die gesamte Spieldauer eher blass. Er holt sich seine dritte Gelbe Karte ab.

David Alaba (FC Bayern): 34. Runde vs. Hannover 96 (h) 3:1; 90 Minuten (14.5.)

Alaba überzeugt als Linksverteidiger und sorgt gemeinsam mit Ribery immer wieder für Gefahr. 70 Prozent seiner Zweikämpfe gewinnt er (Topwert), 88 Prozent seiner Pässe kommen an den Mann.

Karim Onisiwo (Mainz 05): 34. Runde vs. Hertha BSC (h) 0:0; 90 Minuten, Gelbe Karte (14.5.)

© GEPA

Starke Vorstellung von Karim Onisiwo! Der Ex-Mattersburger scheitert in der 3. Minute aus spitzem Winkel, wenig später legt er für Cordoba auf, der verzieht. In Minute 10 prüft Onisiwo abermals den Keeper. 

© GEPA

Julian Baumgartlinger (Mainz 05): 34. Runde vs. Hertha BSC (h) 0:0; 90 Minuten, Gelbe Karte (14.5.)

Baumgartlinger liefert eine solide, aber unnauffällige Leistung ab.

Markus Suttner (FC Ingolstadt): 34. Runde vs. Bayer Leverkusen (a) 2:3; 90 Minuten (14.5.)

Suttner steht abermals in der Startelf und zeigt gegen die Leverkusener eine solide Partie.

Lukas Hinterseer (FC Ingolstadt): 34. Runde vs. Bayer Leverkusen (a) 2:3; In der 62. Minute eingewechselt (14.5.)

Der Tiroler kommt in der 62. Minute für Leckie ins Spiel, kann aber keine entscheidenden Akzente mehr setzen.

Ramazan Özcan (FC Ingolstadt): 34. Runde vs. Bayer Leverkusen (a) 2:3; auf der Bank (14.5.)

Özcan muss zum Abschluss der Saison wieder auf der Bank Platz nehmen.

Philipp Hosiner (1. FC Köln): 34. Runde vs. Borussia Dortmund (a) 2:2; Auf der Bank (14.5.)

Hosiner steht zwar wieder im Kader, kommt bei seinem letzten Spiel für die Kölner aber nicht zum Einsatz.

Alessandro Schöpf (Schalke 04): 34. Runde vs. Hoffenheim (a) 4:1; In 72. Minute eingewechselt (14.5.)

© getty

Schöpf kommt zwar nur kurz zum Einsatz, liefert aber den "Assist" zum Eigentor von Schär zum 4:1 für Schalke.

© GEPA

Martin Stranzl (Borussia Mönchengladbach): 34. Runde vs. Darmstadt (a) 2:0; Nicht im Kader (14.5.)

Martin Stranzl steht nicht im Kader, der Österreicher beendet seine Karriere im Sommer.

Martin Hinteregger (Borussia Mönchengladbach): 34. Runde vs. Darmstadt (a) 2:0; Nicht im Kader (14.5.)

© getty

Hinteregger steht bei seinem letzten Spiel für die Gladbacher nicht im Kader.

© getty

György Garics (SV Darmstadt): 34. Runde vs. Gladbach (h) 0:2; 90 Minuten (14.5.)

Garics steht gegen Gladbach in der Darmstadt-Startelf und zeigt eine solide, aber unauffällige Leistung. Er holt sich Gelb ab.

Heinz Lindner (Eintracht Frankfurt): 34. Runde vs. Werder Bremen (a) 0:1; auf der Bank (14.5.)

Lindner bleibt mal wieder nur der Bankplatz.

Michael Gspurning (Schalke 04): 34. Runde vs. Hoffenheim (a) 4:1; Nicht im Kader (14.5.)

Gspurning steht erneut nicht im Kader.

Alexander Manninger (FC Augsburg): 34. Runde vs. Hamburger SV (h) 1:3; In der 87. Minute eingewechselt (14.5.)

Manninger bekommt ein wenig Zeit, sich vom Augsburger Publikum zu verabschieden.

Samuel Radlinger (Hannover 96): 12. Runde vs. Hertha 1:3 (h); Nicht im Kader (6.11.)
Radlinger muss weiter auf seine Chance warten.

Beeindruckende Statistiken

Ein weiteres Tor des U21-Nationalspielers wurde fälschlicherweise wegen Abseits aberkannt. Es wäre bereits sein neunter Treffer in der aktuellen Saison gewesen – sein drittes für Schalke, nachdem er im Herbst sechs Mal für Nürnberg netzte.

Dazu kommen insgesamt acht Assists (sechs für den „Club“, zwei für die „Knappen“). Nach seinem Sechs-Millionen-Euro-Wechsel im Winter haben nicht viele damit gerechnet, dass der offensiv vielseitig einsetzbare Kreativ-Akteur auch in Gelsenkirchen gleich einschlägt.

Schließlich hat er bei Schalke hochkarätige Konkurrenz, etwa die erfahrenen Bundesliga-Profis Eric Maxim Choupo-Moting und Sidney Sam, die Supertalente Max Meyer und Leroy Sane oder auch Younes Belhanda, seines Zeichens bereits französischer und ukrainischer Meister.

„Der Teamchef muss entscheiden“

Gegen Hamburg spielte Schöpf zum dritten Mal von Beginn an für S04. Angesichts der gezeigten Leistung darf er sich berechtigte Hoffnungen auf mehr Startelf-Einsätze in den nächsten Wochen machen.

"Im Sommer muss der Teamchef entscheiden, wen er mit zur EURO 2016 nimmt. Es wird wohl auch davon abhängen, wie oft ich hier spiele."

Das sagte Schöpf Ende Jänner

Damit würde er auch weitere Argumente für einen Platz im EURO-Kader sammeln. Auch wenn Schöpf selbst „keine Gedanken“ daran verschwendet, wie er Ende Jänner im LAOLA1-Interview verriet: „Ich konzentriere mich voll und ganz auf Schalke. Im Sommer muss der Teamchef entscheiden, wen er mit zur EURO 2016 nimmt. Es wird wohl auch davon abhängen, wie oft ich hier spiele.“

Einsätze scheint er genug zu sammeln. Nun ist ÖFB-Teamchef Koller gefordert, den bisherigen ÖFB-U21-Leistungsträger am 15. März (Kaderbekanntgabe für die Testspiele gegen Albanien und die Türkei) erstmals für das A-Team zu nominieren.

Schöpf statt Jantscher?

Bei einer Nominierung des Schalke-Legionärs muss aus dem derzeitigen Kader wohl am ehesten Jakob Jantscher um die EM-Teilnahme bangen. Der Steirer verlor mit Luzern zuletzt fünf Spiele in Folge. Beim 1:2 im Cup-Halbfinale gegen Lugano rutschte er gar aus der Startelf.

Für Schöpf spricht dagegen nicht nur die aktuelle Form, sondern auch seine Flexibilität. Schließlich kann der Tiroler auch als Zehner hinter der Spitze und sogar als Sechser agieren.

Mit Bremens Florian Grillitsch und dem aktuell verletzten Michael Gregoritsch (HSV) drängen zudem weitere Youngsters in den ÖFB-Kader. Es wird also spannend, wen Lokführer Koller in den Zug nach Frankreich einsteigen lässt.

 

Jakob Faber

Zum Seitenanfang» 0 Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare