Form-Barometer der ÖFB-Stammelf

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Die Generalprobe ist Geschichte, das nächste Länderspiel des ÖFB-Teams ist dann bereits der EURO-Ernstfall gegen Ungarn am 14. Juni.

Die Mannschaftsleistungen in den beiden finalen Tests gegen Malta (2:1) und die Niederlande (0:2) ließen Wünsche offen. Doch wie sieht es mit den einzelnen Mitgliedern der zu erwartenden Startelf aus?

LAOLA1 checkt die Verfassung der rot-weiß-roten Stammkräfte und analysiert, wer sich bereits in EURO-Form befindet, bei wem Luft nach oben ist und wer derzeit unter die Kategorie Sorgenkind fällt:  

BEREITS IN EURO-FORM:

MARKO ARNAUTOVIC: Die EURO ist eine Bühne, auf der eine breite Brust belohnt wird, sprich sie ist prädestiniert für Marko Arnautovic. Der linke Flügel rettete seine gute Stoke-Form in die Vorbereitung und war unter dem Strich in den beiden Probeläufen der auffälligste Österreicher. Dies resultierte in einer deutlichen Linkslastigkeit des rot-weiß-roten Spiels. "Ich habe noch nie nach einem Spiel gesagt, ich war überragend oder grottenschlecht. Dafür gibt es euch Kritiker", gab der Wiener nach dem Niederlande-Match zu Protokoll. So äußern sich meistens Spieler, die wissen, dass sie gut gespielt haben, jedoch auf bescheiden machen wollen. Also, Marko: Du warst gut! Bitte diese Form für die EURO konservieren! Das ÖFB-Team kann einen Arnautovic in einer Spiellaune wie zuletzt nämlich glänzend gebrauchen.

JULIAN BAUMGARTLINGER: In seinen 45 Minuten gegen Malta gut. Gegen die Niederlande im Raum vor der Abwehr bisweilen alleine gelassen, stemmte sich der "Panzer" mit aller Kraft gegen zeitweilige Überzahl der "Elftal". Als Balleroberer und -verteiler sowie Kilometerfresser wie gewohnt enorm wertvoll. Der Neo-Leverkusener hat eine starke Saison bei Mainz hinter sich und ist einer von nur zwei ÖFB-Kickern, die man nach diesen Tests ohne gröbere Bedenken in der Top-Kategorie einordnen kann.

 

NOCH LUFT NACH OBEN:

ROBERT ALMER: Der Austrianer kam nur gegen die Niederlande zum Zug, und da er beim 0:1 seine Finger im Spiel hatte (oder eben nicht im Spiel hatte, weil er entgegen der Erwartung seiner Vorderleute bei der abgefälschten Flanke auf der Linie blieb), kann man den Steirer nicht in der Top-Kategorie listen. Zudem hatte er das Pech, keine Bälle zu bekommen, bei denen er sich auszeichnen konnte. Es spricht allerdings kaum etwas dagegen, dass Almer bei der EM nicht wieder der gewohnt sichere Rückhalt aus der Qualifikation sein wird.

ALEKSANDAR DRAGOVIC: Normalerweise eine absolut verlässliche Bank im ÖFB-Spiel, gegen die Niederlande erwischte allerdings auch Dragovic nicht unbedingt einen Sterntag. Das kann passieren, um den Dynamo-Kiew-Legionär muss man sich wohl mit am wenigsten Sorgen machen.

SEBASTIAN PRÖDL/MARTIN HINTEREGGER: Ob Koller für sich selbst schon entschieden hat, wen er bei der EM als zweiten Innenverteidiger neben Dragovic aufbieten wird? Wir legen uns jedenfalls nicht fest, weswegen wir auf der umkämpftesten Position beide Akteure bewerten. Für Hinteregger galt es nach einigen Wochen auf der Gladbacher Tribüne wieder Spielpraxis zu sammeln, das erledigte er gegen Malta ordentlich, wobei dieser Gradmesser ein überschaubar aussagekräftiger war. Da waren die Offensivkräfte der Niederlande für Prödl schon eine andere Hausnummer - noch dazu, wo sich der Rechtsfuß dem Experiment, auf der "falschen" linken Seite in der Abwehrzentrale aufgeboten zu werden, stellen musste. Linksfuß Hinteregger hat auf diesem Spot Vorteile beim Rausspielen, für Prödl spricht sicherlich die Erfahrung. Zudem erscheint es nach wie vor wahrscheinlicher, dass Dragovic auf links übersiedelt, sollte der Steirer zum Zug kommen. Es ist und bleibt ein enges Rennen.

CHRISTIAN FUCHS: Der Kapitän bot gegen die Niederlande in seinem 75. Länderspiel eine solide Leistung - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Gegen Malta wurde er geschont und die durchwachsene Darbietung von Backup Markus Suttner unterstrich einmal mehr die Wertigkeit des Linksverteidigers für diese Elf. Der 30-Jährige hat noch eine Woche Zeit, um in den "Meister-Rhythmus" von Leicester City zu kommen.

ZLATKO JUNUZOVIC: Ein gut gelaunter Auftritt samt herrlichem Assist gegen Malta, eine Performance mit Licht und Schatten gegen die Niederlande. In seiner Rolle als Zehner ist der (Noch-)Bremen-Legionär aus dem ÖFB-Team nicht wegzudenken. Noch schnurrt sein Motor nicht ganz so, wie man es gewohnt ist, nach aktuellem Stand sollte jedoch nur das Feintuning fehlen.

 

DIE SORGENKINDER:

FLORIAN KLEIN: Spielte in beiden Tests durch. Nach einer weitestgehend unauffälligen Darbietung gegen Malta erwischte er gegen die Niederlande keineswegs seinen besten Tag. Wie bei seinem bisherigen Vereinskollegen Martin Harnik (siehe unten) erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass sich der Abstieg mit Stuttgart beziehungsweise die ungewisse Vereins-Zukunft nicht ohne Weiteres aus der Gedankenwelt verbannen lassen. Da György Garics keine einzige Spielminute vergönnt war, ist es offenkundig, dass Klein rechts hinten wie in der Quali gesetzt ist. Dort rechtfertigte er seine Nominierung mit konstanten Leistungen. Derzeit schwächelt die rechte ÖFB-Seite ein wenig, was auch seiner Verfassung geschuldet ist. Eine Steigerung wäre im Hinblick auf die EM wünschenswert.

MARTIN HARNIK: Einen "gebrauchten Tag" erwischte Martin Harnik laut eigener Aussage im LAOLA1-Interview gegen Malta. Der rechte Flügelflitzer ist für klare Ansagen und messerscharfe Analysen bekannt und traf mit dieser Selbsteinschätzung ins Schwarze. Möglich, dass dem 28-Jährigen der Abstieg mit dem VfB Stuttgart noch in den Knochen steckt oder dieser zumindest im Kopf herumspukt, denn gegen den Fußball-Zwerg wollte ihm so gut wie gar nichts gelingen. Sein Frust war beinahe greifbar. Koller reagierte und beließ den gebürtigen Hamburger folglich gegen die Niederlande zu Spielbeginn auf der Bank. Positiv: Nach seiner Einwechslung hatte Harnik die eine oder andere vorzeigbare Szene, was als Fortschritt zu werten ist. Der Routinier ist erfahren genug, um sich aus diesem persönlichen Tief zu befreien und gilt ohnehin als Akteur, der da ist, wenn es wirklich drauf ankommt. Das hat er trotz Vereinssorgen im ÖFB-Dress bereits oft genug bewiesen. Koller signalisierte nach dem Niederlande-Spiel jedenfalls Vertrauen: "Er ist ein Spieler, der viel dazu beigetragen hat, dass wir da sind, wo wir sind."

DAVID ALABA: "Sorgenkind" ist vielleicht eine etwas harte Einschätzung, aber vom besten Spieler kann man auch zurecht mehr erwarten. Ein David Alaba in Topverfassung wäre für die EURO Gold wert (wenn nicht gar eine Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Abschneiden), und in selbiger befindet sich der ÖFB-Star schlichtweg noch nicht. Ob der Konzentrationsfehler nach seiner Einwechslung gegen Malta oder seine Beteiligung an den defensiven Löchern gegen die Niederlande - noch ist Sand im Getriebe im Spiel des Bayern-Stars. Dies kann freilich auch mit seiner langen Saison zu tun haben. Positiv war, dass der Bayern-Kicker gegen die "Oranje" im Offensivspiel sehr wohl das Heft in die Hand nahm und bei diversen Chancen seine Beine im Spiel hatte. Dies lässt hoffen, dass der 23-Jährige nach einer "Verschnaufpause" in der Trainings-Woche bis zum Ungarn-Spiel Fahrt aufnimmt. Dass er es drauf hat, weiß ohnehin jeder.

MARC JANKO: Gegen Malta blass, gegen die Niederlande farblos und bei einer Riesen-Chance wenig zielsicher. Marc Janko ist noch nicht da, wo ihn das ÖFB-Team als Torgarantie braucht. Und das ist wohl mehr als menschlich. Nach seiner wochenlangen Verletzungspause sammelte der Routinier in diesen beiden Partien wertvolle Spielpraxis, die helfen sollte, wieder in Schwung zu kommen. Koller ist jedenfalls noch nicht besorgt: "Es ist normal, dass noch ein bisschen etwas fehlt, wenn man sieben Wochen nicht spielt. Er ist nicht mehr 19 und weiß, was sein Körper braucht", setzt der Tesmchef auf die Eigenverantwortung des 32-Jährigen.


Peter Altmann


"Und was würdest du für den EM-Titel tun?"



Die Bilder zum letzten Test vor der EURO: Österreich gegen Niederlande

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