Suche nach einer zielführenden Lösung

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Vor 20 Jahren war er Bundesliga-Schiri, heute ist er Vorsitzender der ÖFB-Schiedsrichter-Kommission und Präsident des Wiener Fußballverbandes. Als "Referee" in Sachen Liga-Reform sieht sich Robert Sedlacek dennoch nicht.

"Es ist nicht unbedingt mein Zugang, mich in die Sachen der Bundesliga einzumischen, aber es muss eine gemeinsame, zielführende Lösung gefunden werden", sagt der 60-Jährige gegenüber LAOLA1.

Sedlacek sieht neben der Größe der Ligen, die Frage des Auf- und Abstiegs als Knackpunkt.

 

WFV-Präsident Robert Sedlacek über...

... seine Meinung zur Reform-Diskussion:

"Es ist noch zu früh, eine klare Antwort auf die Reform zu geben, da wir Präsidenten noch keine einhellige Meinung zu diesem Thema erarbeitet haben. Wir wollen in Ruhe überlegen. Die Probleme sind ja offensichtlich. Die Frage ist, wie viele Profivereine Österreich verträgt bzw. braucht und wie groß die Ligen letztendlich sein sollen. Der Handlungsbedarf geht ja aktuell von der Bundesliga aus."

... Auf- und Absteiger:

"Das ist die ewige Diskussion. Wie viele Vereine steigen auf bzw. ab? Wird es weiter eine Relegation geben? Wobei niemand etwas dagegen hätte, wenn es künftig keine Relegation mehr geben sollte. Dieser Diskurs wird neben der Größe der beiden höchsten Spielklassen sicher der Knackpunkt an der ganzen Sache."

... Schnittstelle zwischen Profi-Teams und Amateur-Mannschaften:

"Das ist ebenfalls ein ewiges Thema. Die zweite Leistungsstufe ist die Bundesliga und darauf werden wir als Landesverband weiter nur bedingt Einfluss nehmen können. Da gibt es noch einige Punkte, die ungeklärt sind. Wenn die Bundesliga etwas ändern will, dann ist mir klar, dass sie vor dem Sommer noch etwas beschließen wollen. Derzeit ist es dennoch zu früh, das Ganze zu bewerten, da ein mögliches neues Format einfach noch nicht ausdiskutiert ist."



... Sinn der Liga-Reform:

"Wenn man nicht überzeugt ist, dass etwas noch funktioniert, dann macht es wenig Sinn, daran festzuhalten. Ich glaube, dass es schwer möglich ist, das Format unmittelbar zu ändern, weil wir auch aus den Landesverbänden wissen, wenn man es korrekt und ordentlich machen will, dann benötigt man für so eine Maßnahme immer zwei, drei Jahre Vorlaufzeit, damit alle wissen, was künftig passiert."

... Auswirkungen auf die Landesverbände:

"Für den Wiener Verband ist eine Änderung des Formates in der Bundesliga - sofern es weiter eine Regionalliga gibt - keine große Sache. Wir haben in Wien vor zwei Jahren aus sportlichen Gründen eine zweite Landesliga eingeführt. Ad hoc wird eine Änderung in der Bundesliga keine Auswirkungen auf unsere Struktur haben. Sollten die Amateur-Mannschaften der Bundesliga-Vereine woanders mitspielen, das ist ja aktuell alles nur Spekulation, wird das auch keine gravierenden Änderungen nach sich ziehen. Auf die Liga-Struktur im Landesverband hat das meiner Meinung nach keine Auswirkungen."

... Zeitplan der möglichen Reform:

"Im Normalfall sollte im Juni vom ÖFB-Präsidium beschlossen werden, was ein Jahr später in der Bundesliga zur Anwendung kommt. Es wird davor aber sicher noch einige bilaterale Gespräche und auch die eine oder andere Sitzung geben, um zu erörtern, was sinnvoll ist und was gewünscht wird. Es ist nicht unbedingt mein Zugang, mich in die Sache der Bundesliga einzumischen, aber es muss eine gemeinsame, zielführende Lösung gefunden werden."

... Notwendigkeit der Reform:

"Die Bundesliga muss für sich das Beste schaffen und ich habe für den Landesverband darauf zu achten, dass das Darunter nicht auf der Strecke bleibt. So einfach ist das. Es gibt nur einen gesunden Oberbau, wenn der Unterbau passt. Das sehen wir ja aktuell auch bei der Nationalmannschaft. Das ÖFB-Team kann nur Erfolg haben, wenn auch die Nachwuchs-Auswahlen eine gute Entwicklung nehmen."

Abschließend - aus aktuellem Anlass - ein Wort zur Situation rund um die Vienna:

"Wir haben den einen oder anderen Traditionsverein in Wien, zu denen zählt auch die Vienna. Es wäre natürlich schön, den Verein in der einen oder anderen Klasse weiter oben zu sehen, aber man muss in diesem Fall die Kirche im Dorf lassen. Wenn es aus irgendwelchen Gründen, ich kenne die Hintergründe noch nicht im Detail, nicht möglich ist, dann ist es besser, einen gesunden Verein in der dritten Liga zu haben als einen ungesunden in der zweiten. Auch die Tradition gehört dorthin, wo man es sich leisten kann. Aber natürlich hätte ich am liebsten, wenn die Vienna ganz oben spielen würde…"

 

Peter Rietzler

 

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